Otto-Chef: Wirtschaft muss mehr für Demokratie einstehen

Hamburg (dpa) - Der Vorstandschef des Handelskonzerns Otto Group, Alexander Birken (53), hat die Unternehmer und Manager in Deutschland zu mehr Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit aufgefordert. «Die Wirtschaft muss mehr Gesicht zeigen für Demokratie, Freiheit und Vielfalt - aber nicht nur mit Appellen, sondern mit einer aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs über die digitalisierte Zukunft in diesem Land», schreibt Birken in einem Gastbeitrag für die «Wirtschaftswoche». «Chemnitz ist ein Fanal.» Birken zollte Siemens-Chef Joe Kaeser Respekt, der als prominenter Bürger ausländerfeindliche Äußerungen der AfD-Bundestagsabgeordneten Alice Weidel angeprangert und einen «Shitstorm» auf sich genommen habe.

Im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik sieht der Otto-Chef die Sorge in Teilen der Bevölkerung darin, «Besitzstände aufgeben zu müssen, die eine sich immer rascher wandelnde Zukunft vermeintlich erfordert». Digitalappelle, Zerschlagungsphantasien oder Lobbyarbeit seien zu wenig, um der breiten Bevölkerung wieder Vertrauen zu geben, mahnte Birken die Führungskräfte. «Gerade die vielen ethisch und nachhaltig aufgestellten Unternehmen in Deutschland sollten deutlicher machen, wie sie im Sinne einer erneuerten Sozialen Marktwirtschaft Freiheit mit verantwortlichem Handeln verbinden.» Werte wie Vertrauen, Respekt und Vielfalt müssten nicht an der «Garderobe der Digitalisierung abgeben» werden. «Im Gegenteil: sie sind die Schlüssel zum Erfolg.» Für Vorurteile, Diskriminierung oder gar Hass gebe es keinen Raum.

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