«Politischer Dammbruch»: Kritik an Kulturamtschef-Wahl

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Grüne haben die Wahl des Schriftstellers Jörg Bernig als neuen Kulturamtsleiter in Radebeul mit Stimmen von CDU und AfD kritisiert. Die CDU habe einen Amtsleiter aus der neurechten Szene zusammen mit der AfD gewählt, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag. Das komme einem «politischen Dammbruch» gleich, so Grünen-Vorstandssprecher Norman Volger. Ein Kulturamtsleiter, der über «Bevölkerungsaustausch» fabuliere, müsse für demokratische Kräfte untragbar sein, hieß es.

Nach Angaben der Stadt vom Freitag hatte der Radebeuler Stadtrat in einer nichtöffentlichen Sitzung am Mittwochabend über die Neubesetzung der Stelle entschieden. Es habe zwei Bewerber gegeben, Bernig gewann die Wahl mit knapper Mehrheit.

Der in Wurzen geborene Schriftsteller ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und wurde mehrfach für sein literarisches Schaffen ausgezeichnet. Er schreibt zudem als politischer Autor, unter anderem als Gastautor für das Magazin «Sezession» des Verlegers Götz Kubitschek. Dessen «Institut für Staatspolitik» stufte der Verfassungsschutz jüngst als Rechtsextremismus-Verdachtsfall ein. 2016 warf Bernig in seiner Kamenzer Lessing-Rede der Bundesregierung vor, sie plane mit ihrer Flüchtlingspolitik den «totalen Umbau» des Volkes.


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