Politologe sieht Parteiensystem in Deutschland im Umbruch

Dresden (dpa) - Der Dresdner Politikwissenschaftler Hans Vorländer sieht das herkömmliche Parteiensystem in ganz Europa im Umbruch. Als Folge davon würden Koalitionen, die bisher als eher unwahrscheinlich galten, zunehmend in den Fokus geraten, sagte der Forscher. Das Parteiensystem in Deutschland sei zweigeteilt. «Im Osten ist die AfD eine starke Partei. Früher war es Die Linke, jetzt ist es die AfD. Im Westen sind die Grünen sehr viel stärker. Also, insofern ein zweigeteiltes Parteiensystem.»

Nach den Worten Vorländers zeigen die Ergebnisse der Europawahl in Ostdeutschland, dass hier die «Uhren etwas anders ticken». «Das heißt, wir haben nicht die traditionellen Bindungen an die etablierten Parteien.» Zudem gebe es im Osten viele Regionen, in denen der Strukturwandel der vergangenen Jahre besonders stark gewesen sei und in denen die Menschen glaubten, dass sie keinen fairen Anteil abbekommen hätten.

Bei der Europawahl in den ostdeutschen Ländern hatte die AfD anders als im Westen erhebliche Stimmenzuwächse erzielt. In Sachsen und Brandenburg wurde sie sogar stärkste Kraft. In Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern landete sie hinter der Union auf Platz 2.

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