Polizei: Vermeintliche Entführung war vorgetäuscht

Leipzig (dpa/sn) - Nach dem Einsatz einer Spezialeinheit der Polizei hat sich eine vermeintliche Entführung von zwei Jugendlichen in Leipzig den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler zufolge als vorgetäuscht herausgestellt. Bei der Vernehmung habe eine 16-Jährige zugegeben, dass sie gemeinsam mit einer 13-Jährigen weder gewaltsam in ein Fahrzeug gezerrt noch gegen ihren Willen in dem Gebäude festgehalten worden sei, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstagnachmittag. Es werde nun geprüft, ob Ermittlungen wegen des Vortäuschens einer Straftat eingeleitet werden.

Am Montagabend hatte die 16-Jährige einen Notruf abgesetzt und angegeben, dass sie bereits am Morgen gemeinsam mit der 13-Jährigen auf dem Weg zur Schule in ein Auto gezerrt und in ein Gebäude eingesperrt worden sei. Die Polizei hatte die Situation zunächst als ernstzunehmend eingestuft und einen Großeinsatz ausgelöst. Nachdem das Gebäude lokalisiert wurde, drang eine Spezialeinheit des Landeskriminalamtes um 23.00 Uhr dort ein und traf die Mädchen an.

Sie seien äußerlich wohlauf und würden ärztlich untersucht, hatte es am Dienstagmorgen geheißen. Das Gebäude wurde bis in die frühen Morgenstunden des Dienstags kriminaltechnisch untersucht. Die genauen Umstände zum Aufenthalt der Mädchen in dem Gebäude sind noch Gegenstand der weiteren Ermittlungen, hieß es am Nachmittag. Nähere Angaben wollten die Polizei aufgrund der besonders schutzwürdigen Interessen der beiden Minderjährigen nicht machen.

Vergangene Woche hatte ein Fall versuchter Kindesentführungen in Leipzig für Aufregung gesorgt. Am vergangenen Dienstag hatte ein Mann gleich mehrfach versucht, Mädchen in seine Gewalt zu bringen. Wegen des energischen Verhaltens der Kinder, ihrer Eltern sowie von Passanten war es dem Mann aber nicht gelungen. Stunden später wurde ein Tatverdächtiger festgenommen. Der 42-Jährige sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

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