Pückler-Park: Rekordinvestitionen im UNESCO-Welterbe

In das Gartenreich an der Neiße sollen bis 2023 jährlich rund acht Millionen Euro in Bauvorhaben fließen. Sorge bereitet dem Park- und Schlosschef Cord Panning aber der Baumbestand nach dem zweiten heißen Sommer.

Bad Muskau (dpa/sn) - Der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau bleibt eine Großbaustelle. Bis 2023 sollen jährlich rund acht Millionen Euro in Bauvorhaben im UNESCO-Welterbe fließen. Hauptprojekte der mittelfristigen Investitionsplanungen seien die Sanierung der Villa Pückler, des Bade- sowie des Kavalierhauses, sagte Dirk Diedrichs, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung «Fürst-Pückler-Park» nach seiner Sitzung am Donnerstag. Weitere Gelder würden in die Sanierung der Roten Brücke, der Fuchsienbrücke und der Rehderbrücke fließen. Park- und Schlosschef Cord Panning freut sich über die «Rekordinvestitionen».

«Mit diesen Mitteln können wir große Projekte angehen, mit denen wir weiter neugierig auf den Muskauer Park machen können», sagte er. Zu einem solchen Vorhaben gehört unter anderem die Wiedererrichtung des Musikpavillons im Badepark. Im Ursprungsbau spielte die Muskauer Kurkapelle ab den 1860er Jahren bei der Ankunft und Abfahrt der Kurgäste. In der Zeit nach 1945 verschwanden die Gebäude. Nun soll eine Neuinterpretation des Musikpavillons erbaut werden, wie Jaroslaw Golaszewski, Leiter der Bautzener Niederlassung des Staatsbetriebs Immobilien- und Baumanagement sagte. Der neu entstehende Raum sei multifunktional nutzbar für Konzerte, Ausstellungen oder Workshops.

Baubeginn könnte nach Ende der Planungen bereits 2020 sein, sagte Golaszewski. Finanziert wird dieses Projekt unter anderem aus Mitteln der Parteien- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR («SED-Millionen»). Weitere Förderungen erhält die Stiftung aus den Mitteln des nationalen Städtebaus sowie dem Staatsministerium für Kultur und Medien. Außerdem stellt der Freistaat Sachsen Gelder aus dem Landeshaushalt zur Verfügung.

Weiter gehen 2020 auch die Bauarbeiten an Pücklers Brauerei und am Niederländischen Hof. Für das Ensemble soll zudem ein Erbbaupachtvertrag entweder mit der Stadt Bad Muskau oder der kreiseigenen Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz auf den Weg gebracht werden. «Damit schaffen wir die rechtliche Grundlage für die Entwicklung des Objekts», sagte Diedrichs. Erste Überlegungen für eine spätere Nutzung gehen in Richtung Kur, Gesundheit und Wellness.

Schlechte Nachrichten hatte Panning zum Baumbestand im Pückler-Park nach dem zweiten heißen Sommer. «Wir haben 50 Bäume registriert, die ernsthaften Schaden genommen haben und zum Teil bereits abgestorben sind», sagte er. Betroffen seien primär Buchen, die sich mit dem sinkenden Grundwasser schwertäten. Da aber alle historischen Parks mit den neuen Klimabedingungen umgehen müssten, will der Muskauer Parkchef nun unter seinen Kollegen für ein Netzwerk werben. Diese Allianz könnte Handlungsempfehlungen für den Erhalt historischer Parks in Zeiten des Klimawandels ausarbeiten und ein einheitliches Vorgehen abstimmen. «Wenn es so weitergeht mit den klimatischen Veränderungen, müssen wir die Parks neu denken.»

Den Park in Bad Muskau legte Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) nach dem Vorbild englischer Gärten im 19. Jahrhundert an. Er gilt als Begründer der modernen Landschaftsgestaltung mit Einflüssen, die über Europa hinaus bis nach Amerika reichten. Das Gartenreich an der Neiße wurde 2004 als polnisch-deutsches Kulturerbe in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

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