Ramelow: Abwehrkoalition gegen AfD führen zu «nichts Gutem»

Erfurt (dpa/th) - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat mit Blick auf mögliche Sondierungsgespräche in Sachsen vor einer Abwehrkoalition gegen die AfD gewarnt. «Zwangskoalitionen als Abwehr gegen die AfD führen zu nichts Gutem», sagte Ramelow, der in Thüringen seit 2014 eine Dreier-Koalition aus Linke, SPD und Grünen führt. In Sachsen wollen CDU und Grüne am Samstag über eine Sondierung entscheiden. Der Landesvorstand der sächsischen SPD hatte sich bereits einen Tag nach der Wahl für Sondierungsgespräche mit der CDU und den Grünen ausgesprochen.

Ramelows Einschätzung nach agiert sein Amtskollege Daniel Günther (CDU) in der schwarz-grün-gelben Koalition in Schleswig-Holstein so ähnlich wie er selbst in Thüringen. «Er respektiert seine drei Partner», sagte Ramelow. Dagegen sei die schwarz-rot-grüne Koalition in Sachsen-Anhalt eher geschmiedet als Abwehr gegen die AfD. Er rate Michael Kretschmer (CDU) in Sachsen daher, «sich über die Kultur zu verständigen, die Kultur des Umgangs miteinander», sagte Ramelow. Es bringe nichts Gutes mit sich, wenn «ein Großer einen Kleinen zu irgendetwas zwingt».

Ramelow wirbt in seinem Wahlkampf für die Wahl am 27. Oktober in Thüringen offensiv für eine Fortsetzung des aktuellen rot-rot-grünen Bündnisses. Er ist bundesweit der bisher einzige Linke-Ministerpräsident. Nachdem in Sachsen am 1. September gewählt wurde, könnte es in dem Bundesland auf ein Bündnis von CDU, Grünen und der SPD hinauslaufen.

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 1 Bewertung
15Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    1
    Hinterfragt
    09.09.2019

    @steph58;
    "...dann würde es der großen Mehrheit in Sachsen nicht so gut gehen. Nur 5 % Arbeitslose,..."

    Lehrermangel, Ärztemangel, kaputte Straßen und Brücken, sanierungsbedürftige Schulen/ Kitas, zusammenbrechendes Sozialsystem, zu wenige Polizisten, ...
    Sindt ein Erfolg?!?
    Und bei Ihrem Beispiel der Arbeitslosen, solte Sie bedenken, wo die Leute arbeiten gehen und alle die, welche aus der Statistik herausgenommen werden (z.B. Umschulungen, ...)

  • 7
    0
    BlackSheep
    08.09.2019

    @Steph, ist klar, es ist einfacher über die Wähler der AfD zu schimpfen als sich mit den Ursachen für Ihren Erfolg zu beschäftigen. Haargenau diese Einstellung hat entscheident zu Erfolg der AfD beigetragen.

  • 4
    4
    Nixnuzz
    08.09.2019

    @steph58: Nachdem ich Ihre mutige Überlegung gelesen habe, kam mir der Gedanke: Wenn all die Ablehner damals in der Regierungskommision zur Beitrittsverhandlung mit am Tisch gesessen hätten, wie lange die Westdelegation das alles ausgehalten hätte und nicht einfach zurück nach Bonn gefahren wären? Na gut - Gensch-man wäre wohl dageblieben...

  • 6
    1
    Nixnuzz
    08.09.2019

    @Hinterfragt: Musste erst in den grauen Zellen graben: Fraktionszustimmung SPD: Die Maut!

  • 9
    8
    gelöschter Nutzer
    08.09.2019

    Steph: wenn sich ein kleiner Teil der Rentner noch leisten kann Kreuzfahrten zu machen heißt es nicht das es "uns" gut geht. Warten sie mal 8-10 Jahre ab wer es sich von den Rentnern die Jahre lang nur Teilzeit gearbeitet haben oder nach der Wende Langzeitarbeitslos waren noch leisten kann überhaupt noch in den Urlaub zu fahren. Die regierenden Parteien schaffen es nicht ein funktionierendes rentenkonzept zu beschließen. Die Altersarmut nimmt immer weiter zu. Der Zustand der Schulen ist teilweise katastrophal. Uns geht es nur "gefühlt" gut.

  • 7
    8
    steph58
    08.09.2019

    @hinterfragt wenn die sogenannten Altparteien alles falsch gemacht, dann würde es der großen Mehrheit in Sachsen nicht so gut gehen. Nur 5 % Arbeitslose, Tausende tummeln sich auf Kreuzfahrtschiffen oder sind mit Polster & Pohl unterwegs...
    Ich denke nur mal 30 Jahre zurück...
    Wäre alles geblieben, wir hätten zerfallene historische Altstädte usw.
    Wir sollten uns einfach über das freuen, was wir schon geschafft und anstatt ständig zu merkern, anpacken, was uns noch so gelungen ist.

  • 4
    1
    Nixnuzz
    08.09.2019

    @Hinterfragt: Stimmt - ein oft missbrauchtes Übel auch für Gesetzes-InKraftsetzungen etc. oder sonstige missliebige Entscheidungen. Letztmalig wohl im Bundestag bei der SPD?....

  • 4
    2
    Hinterfragt
    08.09.2019

    "...aber grundsätzlich ist JEDER gewählter Abgeordnete nicht Weisungsgebunden..."

    Soweit die Theorie.
    Neben dem "Fraktionszwang", den es ja nicht geben darf, aber hintenrum doch gibt, hier ein anderes Beispiel.

    https://m.spiegel.de/politik/deutschland/frankenstein-cdu-politikerin-und-afd-mann-gruenden-gemeinsame-fraktion-a-1285608.html

  • 10
    4
    Nixnuzz
    08.09.2019

    Vielleicht muss man diese Parteihengste nochmal daran erinnern, das Abgeordnete primär den Wähler repräsentieren und erst sekundär die Privilegien als Parteimitglied nutzen können. Es hat sich ja leider die Aufteilung des Staates nach Parteien eingebürgert - aber grundsätzlich ist JEDER gewählter Abgeordnete nicht Weisungsgebunden und seinem Gewissen verantwortlich. Parteifraktionen sind doch "nur Hilfsmittel" zum Reibungsarmen Parlamentsablauf. Vielleicht sollten die Gewählten in ihren Stammtischen sich auch daran mal wieder erinnern. Hat was mit Verfassung und so zu tun....

  • 12
    8
    Hinterfragt
    08.09.2019

    @steph58; keine Lösung?
    Was haben denn die Altparteien?
    Die haben doch dann ebenso keine, im Gegenteil, diese haben doch die Probleme erst geschaffen ...

  • 8
    14
    steph58
    07.09.2019

    In Bezug auf die AfD kann auch das Volk irren. Oder besser gesagt, es hat sich verirrt. Die AfD bietet für nichts eine Lösung an außer alles schlecht zu reden.
    Wer darauf reinfällt, tut mir eigentlich mir noch leid.

  • 16
    10
    Lesemuffel
    07.09.2019

    Es erstaunt mich, dass ausgerechnet ein Politiker der DIE LINKE realpolitische Einschätzungen der Lage zustande bringt. Das ist in Sachsen wohl undenkbar. Im Gegenteil, da wird seit Montag der Kampf gegen die AfD nochmals verstärkt, indem man eine Wissenschaftlerin nutzt, die das auch erträgt, um nun nicht nur die Partei zu diffamieren, sondern auch gegen deren Wähler verbal draufhauen.

  • 14
    10
    gelöschter Nutzer
    07.09.2019

    Echo: 28 %, die zweitstärkste Kraft gleich hinter der CDU kann man wohl kaum als "kleineren Teil" bezeichnen!

  • 7
    10
    Echo1
    07.09.2019

    Auch wenn manches Volkeswille ist, kann
    sich ein Teil des Volkes irren. Und dann sagen die Vertreter des größeren Teil des Volkes, was ihrer Meinung nach falsch ist am Volkswillen des kleineren Teils. Ganz ruhig, mit Fakten und ohne Häme.
    Anders kann er es nicht meinen der Ramelow.

  • 12
    11
    Urlaub2020
    07.09.2019

    Da hat er Recht die Wähler sollten nicht Ignoriert werden ,denn es ist der Volkeswille.



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