Wanderratten lieben die Kanalisation in bewohnter Umgebung wie zum Beispiel in Dresden oder Chemnitz. Zu Millionen bevölkern sie den Untergrund deutscher Städte.
Wanderratten lieben die Kanalisation in bewohnter Umgebung wie zum Beispiel in Dresden oder Chemnitz. Zu Millionen bevölkern sie den Untergrund deutscher Städte. Bild: imago/Reiner Bernhardt
Sachsen
Ratten in Ministerium in Sachsen vorgedrungen: Toiletten vorerst gesperrt

Rattenbefall im Umweltministerium des Freistaats Sachsen in Dresden: Wegen der Nager müssen die Mitarbeiter jetzt bis auf Weiteres auf Toiletten in Containern ausweichen.

Dresden.

Sachsens Umweltministerium kämpft gegen Rattenbefall im eigenen Gebäude an der Wilhelm-Buck-Straße im Dresdner Regierungsviertel. Die Nager wurden vor einigen Tagen in den Leitungen der Toiletten entdeckt. Wie ein Ministeriumssprecher am jetzt auf Nachfrage mitteilte, habe eine Kamerabefahrung gezeigt, dass es sich wohl um zwei Tiere handelt. Die „Sächsische Zeitung“ hatte zuerst darüber berichtet.

Ratten können durch Wasser- oder Abflussrohre auch tief in bewohnte Gebäude und sogar bis zur Toilettenschüssel vordringen.
Ratten können durch Wasser- oder Abflussrohre auch tief in bewohnte Gebäude und sogar bis zur Toilettenschüssel vordringen. Bild: Imago/Mads Jensen

Deshalb konnten die Ratten vermutlich ins Ministerium vordringen

Demnach ist noch nicht abschließend geklärt, wie es die Ratten in die Sanitärleitungen des Ministeriums geschafft haben. Vermutlich könnten fehlende Klappen hin zur Kanalisation in den Leitungen der Grund gewesen sein.

Alle Toiletten auf vier Etagen gesperrt

Vorsorglich sind in jeder der vier Etagen sowohl die Herren- als auch die Damentoiletten gesperrt worden, wie ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der „Freien Presse“ erklärte. „In jeder Etage befinden sich jeweils zwei Toilettenbereiche – einer für Damen und einer für Herren.“ Die Mitarbeiter des Umweltministeriums könnten aber den Toilettencontainer des benachbarten Ministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus nutzen. Der war der wegen laufender Bauarbeiten aufgestellt worden. Zudem steht laut Sprecher inzwischen ein weiterer Toilettencontainer im Innenhof vor dem Umweltministerium zur Verfügung.

Sprecher: Lösung vor Mitte Januar scheint ausgeschlossen

Wie lange es dauern wird, bis die Rattenplage beseitigt ist, ist noch offen. Zwar sei schon ein Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung beauftragt worden, sagte der Sprecher. Zudem seien Köder ausgelegt und Nachkontrollen veranlasst worden. Selbst Sperrklappen seien inzwischen eingebaut worden, damit sich der Rattenbefall nicht wiederholt. „Eine Lösung vor Mitte Januar scheint jedoch ausgeschlossen zu sein“, so der Sprecher.

In Städten wie Chemnitz oder Dresden kommen auf einen Einwohner bis zu vier Ratten

Ratten sind in Deutschland weit verbreitet. Das gilt vor allem für die Großstädte. Schätzungen des Verbands der Schädlingsbekämpfer zufolge kommen dort drei bis vier Ratten auf einen Einwohner. Das wären zum Beispiel in Chemnitz 750.000 bis zu einer Million Ratten. In Dresden könnten demnach sogar mehr als zwei Millionen Ratten hausen. Die Nager leben vor allem in der Kanalisation und gern auf Dachböden. Sie können Krankheiten übertragen und gelten als Schädlinge. Abfall gilt als Hauptursache für Rattenplagen.

Das rät die zuständige Bundesanstalt bei einem Befall

Die zuständige Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, kurz BAuA, rät Haushalten deshalb, den Ratten das Futter zu entziehen, also zum Beispiel keine Speisreste in der Toilette hinunterzuspülen oder auf dem Grundstück zu lagern, richtig zu kompostieren und Müllbehälter gut abzudichten. Zudem sollten Nist-, Eindring- und Versteckmöglichkeiten wie etwa undichte Türen, Lüftungsschächte oder Spalten im Mauerwerk ausgemerzt werden, damit sich dort keine Schadnager dauerhaft ansiedeln können. (juerg)

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