Razzia nach Einbruch im Grünen Gewölbe: Nach diesen Männern wird noch gefahndet

Berlin/Dresden.

Nach der großangelegten Razzia am Dienstagmorgen in Berlin im Zusammenhang mit dem Kunstdiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden vor etwa einem Jahr suchen Staatsanwaltschaft und Polizei nach zwei weiteren Verdächtigen.

Die Staatsanwaltschaft Dresden veröffentlichte am Dienstag eine Öffentlichkeitsfahndung, wonach Abdul Majed Remmo und Mohamed Remmo, beide 21 Jahre alt, gesucht werden. Demnach konnten beide bislang nicht ergriffen werden. Den beiden 21-Jährigen wird schwerer Bandendiebstahl und Brandstiftung vorgeworfen. 

Wie die Dresdner Staatsanwaltschaft und die Polizei mitteilten, durchsuchten Einsatzkräfte seit den Morgenstunden 18 Objekte in Berlin, darunter zehn Wohnungen, sowie Garagen und Fahrzeuge. Schwerpunkt des Einsatzes war der Berliner Stadtteil Neukölln. Dabei wurden drei "dringend tatverdächtige" deutsche Staatsbürger im Alter von 23 und 26 Jahren festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen ebenfalls schweren Bandendiebstahl und Brandstiftung in zwei Fällen vor. Laut der Nachrichtenagentur dpa stammen die drei Männer aus dem Clan-Milieu. 

Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei steht der Großeinsatz in Berlin im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren zum Einbruch in das Grüne Gewölbe Dresden am 25. November vergangenen Jahres. Dabei waren historische Schmuckstücke aus einer Vitrine gestohlen worden. An dem Einsatz am Dienstag sind nach Behördenangaben 1638 Polizeibeamte aus Sachsen und weiteren Bundesländern sowie Spezialkräfte des Bundes beteiligt. 

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) dankte der Polizei und Staatsanwaltschaft für die "akribischen Ermittlungen" in dem Fall. "Wenn sich bestätigen würde, dass die Täter gefasst werden konnten, wäre das ein großer Erfolg und es wäre ein gutes Signal in schwierigen Zeiten", sagte die Ministerin. "Vor einem Jahr waren wir erschüttert über den dreisten Angriff auf unsere Kunstschätze. Jetzt endlich dürfen wir Hoffnung haben, die gestohlenen Juwelen zurückzubekommen." Sie haben nicht nur einen unschätzbaren materiellen Wert, sondern auch einen hohen ideellen Wert für unsere Kultur."

Nach Angaben von Barbara Klepsch haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden den Einbruch gemeinsam mit der Polizei und dem SIB ausgewertet. Es seien umfangreiche Maßnahmen zum Schutz des Historischen Grünen Gewölbes ergriffen worden, die den hohen Sicherheitsstandard der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden verbessert hätten. (dha)

44 Kommentare
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    Stonep
    17.11.2020

    Zugute halten wird man ihnen, dass sie ab und zu mal ins Museum gegangen sind.

  • 3
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    Inke
    17.11.2020

    Ist das nun Wunschdenken oder Naivität, wenn Frau Klepsch auf die Rückkehr des Raubgutes hofft? Nach einem knappen Jahr sind die unersetzlichen Stücke mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Alles andere käme einem Wunder gleich.

  • 8
    1
    Malleo
    17.11.2020

    Dass die "deutschen", mutmaßlichen :-) Täter im Berliner Clan Milieu zu suchen und zu finden sind, stand schon am Tag nach dem Raub fest.
    Jetzt werden deren Anwälte die Belohnung vom deutschen Steuerzahler aushandeln, wenn sie die Schätze herausgeben....
    Schöne bunte Republik...

  • 2
    1
    774029
    17.11.2020

    Toller Erfolg, die Hauptsache ist jedoch, dass es auch zu Verurteilungen kommt und das Diebesgut wieder auftaucht.
    Aber 1638 Polizeibeamte für 18 Objekte? Die müssen sich doch gegenseitig im Weg gestanden haben!?!?