RB Leipzig feiert ersten Heimsieg trotz fehlendem Ilsanker

Leipzig (dpa) - Der wohl glücklichste Leipziger Spieler saß auf der Tribüne: Stefan Ilsanker hatte sich nichts sehnlicher gewünscht als einen Sieg. Denn aus disziplinarischen Gründen war der Österreicher teamintern gesperrt und musste am Freitag den 2:0 (2:0)-Erfolg seines Clubs RasenBallsport Leipzig in der 2. Fußball-Bundesliga gegen den SC Paderborn von draußen bejubeln. Durch den ersten Heimsieg der Saison kletterte der Aufstiegsanwärter zumindest vorübergehend auf den dritten Tabellenplatz.

Vor 25 394 Zuschauern, darunter 750 Flüchtlinge und ihre Paten, hatte Marcel Sabitzer die Leipziger in der 18. Minute mit 1:0 in Führung gebracht. Der bärenstarke Emil Forsberg erhöhte in der 27. Minute mit einem direkt verwandelten Freistoß auf 2:0 und besiegelte damit die fünfte Niederlage für Paderborn. «Der Sieg war sehr wichtig, damit wir oben dran bleiben», sagte Mittelfeldspieler Diego Demme. «Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Was gefehlt hat, war das dritte oder auch vierte Tor. Wie wir in der zweiten Halbzeit gespielt und kombiniert haben, sah das schon nach Fußball aus», befand Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick.

Während seine Teamkollegen sich auf dem Rasen erwärmten, hatte Stefan Ilsanker in den Katakomben des Stadions wohl einen seiner schwersten Auftritte als Fußballer. Der Österreicher musste öffentlich erklären, weshalb er nicht zum Aufgebot gegen Paderborn gehörte. Weil er nach dem 4:1-Sieg mit der Nationalmannschaft gegen Schweden und der anschließenden Party das Flugzeug von Stockholm und damit das Training am Mittwoch beim Verein verpasste, wurde der Mittelfeldspieler teamintern für eine Partie gesperrt.

«Das ist mir total peinlich und ich ärgere mich riesig darüber. Das ist ein disziplinärer Grund, dass ich heute nicht spiele», sagte Ilsanker und fühlte sich sichtlich unwohl in seiner Haut. Österreich hatte sich am Dienstag als vorzeitiger Gruppensieger erstmals sportlich für eine EM qualifiziert. Gefeiert wurde bis in die Morgenstunden. «Natürlich haben wir uns nach dem Spiel gefreut. Der Flieger ist sehr früh am Morgen gegangen. Ich habe einfach den Wecker nicht gehört, das Handy war ausgeschaltet. Dadurch habe ich den Flieger dann verpasst», erklärte der 26-Jährige.

So blieb ihm nur, seinen Kollegen die Daumen zu drücken. «Ich hoffe, dass die Mannschaft gewinnt, nicht dass durch mein Fehlverhalten die Mannschaft doppelt bestraft wird», meinte er. Und die Mitspieler taten ihm den Gefallen. Von Beginn an beherrschten sie das Geschehen gegen die Ostwestfalen. In der 18. Minute nutzte Ilsankers österreichischer Auswahlkollege Sabitzer die Unordnung im Paderborner Strafraum nach einer Ecke und schoss aus Nahdistanz zum 1:0 ein. Nur neun Minuten später versenkte Forsberg ein Freistoß unhaltbar im Gästetor.

Auch im zweiten Durchgang kontrollierten die Leipziger, bei denen Neuzugang Marcel Halstenberg sein Debüt gleich in der Startelf gab, das Spiel. Der eingewechselte Nils Quaschner traf in der 65. Minute nur den Pfosten. Auf Paderborner Seite hatte zuvor Süleyman Koc knapp neben das Tor geköpft.

Zum Auswärtsspiel am 7. Spieltag beim 1. FC Heidenheim will Ilsanker wieder zum Aufgebot gehören. «Ich werde mich nächste Woche wieder vollkommen aufs nächste Spiel konzentrieren. Von den sportlichen Konsequenzen wird es dabei bleiben», sagte der Österreicher.

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