Rechts oder wertkonservativ? Synode will Kirchendebatte

Die Debatte um den erzkonservativen Bischof Rentzing und dessen Texte für eine rechte Zeitschrift während des Studiums hat die Landeskirche entzweit. Nach dessen Rücktritt schaut sie nun nach vorn.

Dresden (dpa/sn) - Mit Blick auf die gestörte Einheit der sächsischen Landeskirche will die Synode eine offene und breite Diskussion über die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsextremismus. In einem Beschluss ermutigte das Kirchenparlament die Gemeinden, sich mit dem Thema zu beschäftigen, wie Präsident Otto Guse am Montag am Ende der Herbsttagung in Dresden sagte. Darin werde zugleich zum achtsamen Umgang miteinander gemahnt. «Sprache darf nicht verletzend und abwertend sein, das ist fürchterlich eingerissen.» Die Kirchenleitung wurde gebeten, eine Arbeitsgruppe zur Beschäftigung mit der Frage einzurichten und Orientierung zu schaffen.

Angesichts der Verunsicherung durch die Diskussion um Bischof Carsten Rentzing müsse der Unterschied klar benannt werden, sagte der Präsident des Landeskirchenamtes, Hans-Peter Vollbach. «Die Landeskirche spricht sich gegen jede Art von Extremismus aus, momentan liegt die Frage Rechts aber obenauf.» Rentzing war nach öffentlicher Kritik an seiner Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung und Texten für eine rechte Zeitschrift in seiner Zeit als Jurastudent zurückgetreten und zum Auftakt der Synode offiziell verabschiedet worden.

Einstimmig beschloss die Synode, Richtlinien für die Nutzung sozialer Medien wie Facebook oder WhatsApp zu erarbeiten. «Dahinter steht die Überlegung, dass private Meinungen auch so gekennzeichnet sind.» Nötige Auseinandersetzungen innerhalb der Landeskirche sollten auf Verletzung und Herabwürdigung verzichten und dem Ziel des Friedens dienen.

Die Synode beschloss zudem den Haushalt 2020 der Landeskirche, der laut Guse ein Volumen von 235,7 Millionen Euro vorsieht. In der Diskussion wurde dabei ein Mehrbedarf für das im Bau befindliche neue Landeskirchenarchiv von sechs Millionen Euro berücksichtigt. «Die erst später geplante Erweiterung wird mitgebaut, da das Interesse der Kirchgemeinden daran da ist.»

Mit der Herbsttagung hat die 27. Synode der evangelischen Landeskirche hat ihre Arbeit beendet. Sie kommt Ende Februar nochmal außerplanmäßig zusammen - für die Bischofswahl.

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