Regionale Nachrichten und News mit der Pressekarte
Sie haben kein
gültiges Abo.
Regionale Nachrichten und News
Schließen

Red Bull, Monster & Co. bald erst ab 16? Länder fordern Mindestalter für Energydrinks

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Energydrinks sind bei Teenagern sehr beliebt. Doch die Wachmacher sind wegen ihren hohen Koffeingehalts umstritten. Die Bundesländer fordern deshalb nun ein Mindestalter für deren Erwerb.

Dresden.

Ärzte warnen: Wer zu viel Koffein intus hat, muss mit Herzklopfen, Unwohlsein, Schlafstörungen, Schwindel und Übermüdung rechnen. Deshalb sollen Energydrinks künftig nicht mehr von Kindern gekauft werden dürfen. Das fordern die Verbraucherschutz-Minister der Bundesländer. Sie wollen eine Altersgrenze von mindestens 16 Jahren – so wie bei Bier und Wein. Diese Altersgrenze soll die Heranwachsenden vor teilweise schädlichen Stoffen wie Koffein, Taurin und Guarana schützen. Zudem soll sie wegen des hohen Zuckergehalts in diesen Getränken Übergewicht vorbeugen.

Maximal eine kleine Dose Red Bull am Tag

Kinder und Jugendliche sollten an einem Tag maximal drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Ein Heranwachsender mit 41 Kilogramm Körpergewicht dürfte also höchstens 123 Milligramm Koffein zu sich nehmen – das entspricht etwa einer kleinen Dose Red Bull. Laut einer Befragung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) trinken aber zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland gelegentlich einen Liter Energydrinks oder sogar noch mehr am Tag.

Eine Studie der Uniklinik München und der Deutschen Herzstiftung hat gezeigt, dass Koffein Extraschläge des Herzens auslösen kann. Diese seien „unangenehm, aber nicht gefährlich, solange die Kinder gesund sind“. Die jungen Probanden bekamen jedoch alle nur maximal die zugelassene Höchstmenge verabreicht – was in der Realität schnell anders aussieht, da die gängigen Drinks mehr Koffein enthalten. Deshalb wollen die Bundesländer dem Beispiel anderer europäischer Länder folgen. Dort gibt es bereits Altersgrenzen „zwischen 14 (Litauen) und 18 Jahren (Polen und Lettland)“, wie es in dem Beschluss der Verbraucherschutz-Ministerkonferenz heißt. Der Bund sol nun die Einführung eines Mindestalters für den Kauf prüfen.

Sachsen für Altersgrenze

Sachsen hat der Einführung einer Altersgrenze für Energydrinks und ähnliche Produkte wie Energy Booster zugestimmt. Die bisherige Regelung reiche nicht aus, erklärte eine Sprecherin des sächsischen Sozialministeriums auf Anfrage der „Freien Presse“. Nach europäischem Recht müssten Getränke, die mehr als 150 Milligramm Koffein enthalten, mit dem Hinweis „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“ versehen sein. Jugendliche würden aber nicht angesprochen, obwohl nach wissenschaftlichen Erkenntnissen des Bundesamts für Risikobewertung und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine hohe Koffeinaufnahme bei Kindern und Jugendlichen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen könne. „Energydrinks enthalten gezielt erhöhte Mengen an Koffein bis zu einer zulässigen Höchstmenge von 320 Milligramm je Liter“, so die Ministeriumssprecherin. „Bei Verzehr eines einzigen Energydrinks mit einer handelsüblichen Größe von 500 Millilitern wird die durch die EFSA für Jugendliche maximal empfohlene Tages-Dosis bereits überschritten. Damit besteht für sie ein gesundheitliches Risiko.“

Bisher gibt es nur freiwillige Verkaufsbeschränkungen

Bisher gibt es in Deutschland keine offizielle Regelung für den Verkauf von Energydrinks an Kinder und Jugendliche. Viele Supermarktketten und Händler setzen allerdings eigene Grenzen, verkaufen die Koffeingetränke etwa nicht an Kinder unter 14 Jahren.

Kritik von Foodwatch

Die Verbraucherorganisation Foodwatch setzt sich sogar für einen Verkauf von Energydrinks erst ab 18 Jahren ein. Foodwatch kritisiert, dass junge Menschen viel zu leicht an Energydrinks kommen würden: „Kinder können in Deutschland problemlos Red Bull, Monster & Co. kaufen – obwohl bereits eine handelsübliche Halbliter-Dose mehr Koffein enthält, als ein normal gewichtiger Zwölfjähriger maximal an einem Tag zu sich nehmen sollte“, sagt Rebekka Siegmann von Foodwatch. (juerg)

Icon zum AppStore
Sie lesen gerade auf die zweitbeste Art!
  • Mehr Lesekomfort auch für unterwegs
  • E-Paper und News in einer App
  • Push-Nachrichten über den Tag hinweg
  • Sie brauchen Hilfe? Hier klicken
Nein Danke. Weiter in dieser Ansicht.

Das könnte Sie auch interessieren