Regiobahn startet mit Turbulenzen

Die Reisenden auf der Sachsenmagistrale wurden am Montag von massiven Verspätungen und Zugausfällen überrascht. Der neue Betreiber hat mögliche Probleme bei einem Wechsel offenbar unterschätzt.

Chemnitz.

Für viele Pendler auf der Sachsenmagistrale zwischen Dresden und Hof begann die Woche am Montag mit deutlichen Verspätungen und Stress. "Es gab massive Zugausfälle Montagmorgen. Pendler erhielten keinerlei Informationen", sagte Marcus Hofmann. Er ist täglich zwischen Flöha und Dresden unterwegs. Sein gewohnter Schnellzug um 7:13 Uhr und auch der nachfolgende Bummelzug kamen nicht. Erst um 8:20 Uhr fuhr ein Bummelzug planmäßig ein. "Er war aber sehr, sehr voll", meinte Hofmann. Schließlich seien zu Wochenbeginn auch viele Studenten mit der Bahn unterwegs. Seinen Dienst konnte er nur sehr verspätet antreten. "Die Zeit fehlt natürlich", so Hofmann.

Dabei sollte zu Wochenbeginn eigentlich ein neues Zeitalter auf der Sachsenmagistrale beginnen. Diese Strecke sowie die Linien Dresden-Zwickau und Dresden-Elsterwerda werden seit Sonntag nicht mehr von der Deutschen Bahn, sondern von der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) betrieben. Das Tochterunternehmen des französischen Eisenbahnkonzerns Transdev hatte die Ausschreibungen des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) für diese Strecken gewonnen. Für den Betreiberwechsel auf den Strecken hatte VMS erstmals 29 eigene Züge im Gesamtwert von 145 Millionen Euro gekauft. Sie werden ab Herbst vom Hersteller Alstom in einem neuen Betriebshof gewartet und repariert. Das über 20 Millionen Euro teure Projekt soll im Herbst leicht verspätet in Betrieb gehen. Damit fährt die Deutsche Regiobahn mit Zügen des VMS auf dem Schienennetz der Deutschen Bahn. Der VMS verspricht sich von dem Betreiberwechsel mehr Wettbewerb und damit mehr Wirtschaftlichkeit.

Geschäftsführer Harald Neuhaus begründete die Zugausfälle vom Montag mit Problemen im Betriebsablauf aufgrund einer planmäßigen Baustelle der Deutschen Bahn. Betroffen sei der Bereich zwischen Plauen und Herlasgrün. Außerdem habe es vereinzelte Fahrzeugstörungen gegeben. "Ein Betreiberwechsel und der Einsatz von neuen Fahrzeugen verläuft leider nie ganz ohne Störungen. Die Unannehmlich- keiten bedauern wir", meinte der VMS-Chef. Die Mitteldeutsche Regiobahn hatte offensichtlich die Tücken eines Betreiberwechsels verkannt. Die Bauarbeiten waren der MRB schon länger bekannt. Es wurde aber offensichtlich versäumt, gerade in den ersten Tagen des Betriebs die Reisenden umfassend und vor allem rechtzeitig über mögliche Ausfälle zu informieren.

Lediglich auf der Homepage sind Abfahrtszeit und Abfahrtsorte des Schienenersatzverkehrs vermerkt. Weitere Bauarbeiten werden auf der MRB-Homepage für den 19. und 20. Juni angekündigt. Betroffen davon sind die Haltestellen zwischen Zwickau und Hof.

Am Mittwoch Früh will Markus Hofmann wieder zur gewohnten Zeit zum Bahnhof in Flöha gehen und auf den Zug nach Dresden warten. Er ist optimistisch, dass die Bahn dann einigermaßen pünktlich einfährt: "Es kann nur besser werden!"

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