Reisebüro-Inhaber fordern Soforthilfe

Die von der Corona-Krise besonders schwer getroffene Reisebranche fordert mit einer bundesweiten Aktion ein Soforthilfe-Paket. Auch in Sachsen gingen die Unternehmer und Reisebüro-Inhaber auf die Straße.

Dresden (dpa/sn) - Zahlreiche Inhaber von Reisebüros und mittelständischen Reiseunternehmen haben am Mittwoch in Dresden, Leipzig und Zwickau für eine staatliche Soforthilfe demonstriert. Optisch unterstützt von Bussen versammelten sich in der Landeshauptstadt mehrere Dutzend Teilnehmer aus der Branche auf dem Altmarkt. «Die größte Wut haben wir, dass Tui und Lufthansa Förderungen bekommen und die Einzelhändler ohne dastehen», sagte Organisator und Reisebüro-Besitzer Rainer Maertens der Deutschen Presse-Agentur. Er und seine Kollegen forderten daher schnellstens Überbrückungsgelder und Reisefreiheiten. Es brauche einige Zeit, um die Leichtigkeit des Reisen wieder in die Köpfe zu bekommen, betonte Maertens.

Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) unterstützte die Aktion. «Es ist wichtig, dass die Branche auf sich aufmerksam macht, sie braucht eine Stimme», sagte Klepsch der Deutschen Presse-Agentur und betonte: «Auf der anderen Seite brauchen wir Lösungen, denn die Branche war die erste ohne Umsatz und ist die letzte, die wieder Umsatz bekommt.» Für sie sind die Lockerungen «ganz wichtig, damit Urlaub in Sachsen, in Deutschland und anderen Ländern unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich ist». Allerdings verdeutlichte sie, dass der größte Umsatz der Branche im Ausland erfolge, wo noch keine Lösung in Sicht sei.

In Leipzig demonstrierten auf dem Augustplatz lautstark mit Tröten und Hupen sowie mit mehreren Bussen, Reisekoffern und Transparenten rund 60 Inhaber und Mitarbeiter von Reisebüros. «Es war für uns eine erfolgreiche Aktion, wir wissen nur nicht, ob wir erhört werden», sagte Organisatorin Ina Dietzel und kritisierte zugleich, dass eingeladene Politiker und Entscheidungsträger nicht gekommen seien.

Auf dem Zwickauer Hauptmarkt fanden sich 45 Reisebüros und Bus-Touristiker zusammen, ehe sie mit einem Buskonvoi einmal quer durch die Innenstadt bis zum Platz der Völkerfreundschaft fuhren. «Wir wollen einen deutschen Reiserettungsfond», meinte Mitorganisatorin Christin Hoffmann vom Aktionsbündnis «Rettet die Touristikbranche» und forderte von der Bundesregierung klare Vorgaben. «Wir brauchen in der Touristik bundesweit eine einheitliche Lösung, gerade für den Endverbraucher», sagte sie.

Aufgerufen zu der bundesweiten Aktion hatte die Allianz selbstständiger Reiseunternehmen. Mit anderen Verbänden fordert sie einen Sonderfonds des Bundes, um die Rückzahlungen für stornierte Reisen abzuwickeln. Damit sollen die Arbeitsplätze in den Reisebüros und bei den Veranstaltern gesichert werden.

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.