Rückenwind im Osten: Grüne wollen zweistelliges Ergebnis

Nach den Wahlen in Brandenburg und Sachsen ist vor der Wahl in Thüringen. Linke, SPD und Grüne kämpfen um die Fortsetzung ihres Regierungsbündnisses. Rückenwind nimmt von ihnen wohl aber nur eine Partei aus den Wahlen in Brandenburg und Sachsen mit.

Erfurt (dpa/th) - Nach den Wahlerfolgen ihrer Partei in Sachsen und Brandenburg hoffen die Thüringer Grünen auf ein zweistelliges Ergebnis bei der Landtagswahl Ende Oktober. «Wir wollen stärker werden, möglichst zweistellig, und wir wollen das Bündnis mit den Linken und der SPD fortsetzen», sagte die Thüringer Grüne-Spitzenkandidatin Anja Siegesmund. Die Ergebnisse in Brandenburg und Sachsen seien Rückenwind für die Grünen in Thüringen.

Ihre Partei fühle sich dadurch auch in ihrer Strategie bestätigt, auf Klimaschutz, Zusammenhalt und eine starke Demokratie zu setzen. Die Thüringer Grünen wollen sich als Gegenpol zur AfD verstehen, machte Siegesmund klar. In Thüringen wird am 27. Oktober der Landtag neu gewählt.

Thüringens CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring wertete das Abschneiden seiner Partei in Sachsen als positives Signal für seinen Wahlkampf in Thüringen. «Das Wahlergebnis aus Sachsen ist Rückenwind für die CDU in Thüringen», erklärte Mohring. In Sachsen wurde die CDU trotz deutlicher Verluste erneut stärkste Kraft. Mohring gratulierte dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer zu einer «beeindruckenden Aufholjagd und einem klaren Regierungsauftrag».

Thüringens SPD-Landeschef und -Spitzenkadidat Wolfgang Tiefensee zeigte sich enttäuscht über die Ergebnisse seiner Partei in den beiden Ost-Ländern. Es gebe nichts zu beschönigen: «Die Ergebnisse können uns nicht zufriedenstellen», sagte Tiefensee. Er sehe das Abschneiden seiner Partei aber auch als Ansporn für den eigenen Wahlkampf.

Auch die Thüringer Linke-Chefin Susanne Hennig-Wellsow reagierte enttäuscht. Sie bezeichnete das Abschneiden ihrer Partei in Sachsen und in Brandenburg als «bestürzend». Ihrer Ansicht nach zeigten die Wahlen aber auch, dass die Menschen auf Stabilität setzten und daher ihre Stimmen eher den Amtsinhabern gegeben hätten. «Ich glaube, dass auch wir damit rechnen können, dass der Amtsinhaber in den nächsten Wochen noch zulegt», sagte Hennig-Wellsow.

AfD-Landessprecher Stefan Möller wertete vor allem die Ergebnisse in Sachsen als Votum für eine «bürgerliche Koalition», wie er sagte. Er hoffe, dass die AfD nach diesen Wahlen nicht mehr ausgegrenzt werde, sagte Möller. Die AfD legte in Brandenburg und Sachsen massiv zu. Allerdings wurde sie in keinem der beiden Länder stärkste Kraft.

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