Sachsen-FDP will Wahlkreise erobern

Im Dezember lassen die Liberalen ihre Mitglieder darüber entscheiden, wer Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2019 wird.

Dresden.

Es wäre bereits seine vierte Spitzenkandidatur hintereinander, aber Sachsens FDP-Chef will offenbar eine Scharte auswetzen: Holger Zastrow bekräftigte gestern seine Bereitschaft, die Liberalen nach 2004, 2009 und 2014 auch 2019 in die Landtagswahl zu führen.

Als Ziel formulierte der 49-Jährige den Anspruch, nach dann fünfjähriger Abstinenz nicht nur in den Landtag zurückzukehren, sondern auch in die Regierung. Die FDP hatte mit der CDU fünf Jahre lang Sachsen regiert, bevor sie 2014 mit 3,8 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Als einstige Regierungspartei, deren Mitglieder durch ihre berufliche Praxis auch "das wirkliche Leben" kennen würden, verfüge die FDP über einen großen Erfahrungsschatz. Nach der vom Wähler verordneten Auszeit wolle die FDP "viele Dinge ganz neu denken" und auch aus den "Fehlern der Vergangenheit" lernen, sagte Zastrow.

Im Rückblick auf die Regierungszeit fügte er selbstkritisch hinzu: "Wir haben uns viel zu zeitig vom System fressen lassen." Und: "Wir haben uns einlullen lassen." Als Beispiel führte er die von CDU-Seite angeführte Prognose an, dass Sachsens Landeshaushalt nur noch ein Volumen von 13 Milliarden Euro haben werde - tatsächlich werden es 2019 mehr als 20 Milliarden Euro sein.

Wer Spitzenkandidat wird, will die Partei erstmals in einer Befragung ihrer 2100 Mitglieder entscheiden lassen. Sie soll - nach Regionalkonferenzen im November - im Dezember stattfinden. Das Ergebnis soll Anfang Januar vorliegen, die Landesliste dann am 9. Februar aufgestellt werden. Ihr Wahlprogramm will die FDP im April beschließen.

Zudem rechnet sich die Partei für die Wahl am 1. September 2019 auch Chancen auf Direktmandate aus. Um einen Wahlkreis zu gewinnen, könnten bereits 22 oder 23 Prozent reichen, sagte Generalsekretär Torsten Herbst. Punkten wolle die FDP "mit starken kommunalen Persönlichkeiten". Zwar werde der Wahlkampf als außerparlamentarische Kraft "nicht einfach". Die Partei sei aber hoch motiviert und fühle sich bereits jetzt gut vorbereitet.

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