Sachsen schränkt private Kontakte stärker ein - Böllerverbot zu Silvester

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Das Kabinett hat am Freitag die neuen Corona-Beschränkungen für die nächsten vier Wochen beschlossen.

Anders als vor einem Jahr verzichtet Sachsen auf eine vorübergehende Lockerung der Kontaktbeschränkungen an den Weihnachtstagen. Die schwarz-grün-rote Landesregierung beschloss am Freitag neue Corona-Maßnahmen, zu denen auch verschärfte Regeln für private Zusammenkünfte gehören.

So wird ab Montag für vier Wochen für private Feiern eine neue Maximalgrenze von 20 Teilnehmern eingeführt. Diese wird an die Bedingung geknüpft, dass sich aus schließlich Geimpfte oder Genesene (2G) treffen. Wer jünger als 16 ist, bleibt von der Zählung ausgenommen. Sobald mindestens ein ungeimpfter oder nichtgenesener Älterer dabei ist, darf ein Hausstand nur eine weitere Person aus einem anderen Hausstand treffen. "Hier sind wir strenger als die Ministerpräsidentenkonferenz erlaubt", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Sie bat dafür ausdrücklich um Verständnis. Es gebe die Sorge, dass die Infektionszahlen nach den Weihnachtsferien vor allem wegen der sich ausbreitenden Omikron-Variante ansteigen könnten. Es werde dringend empfohlen, sich gerade vor größeren Feiern als Genesener oder Geimpfter testen zu lassen.

Die Ministerpräsidentenkonferenz hatte in der vergangenen Woche verabredet, dass sich bei privaten Zusammenkünften, an denen mindestens ein weder Geimpfter noch Genesener teilnimmt, ein Haushalt mit maximal zwei Personen eines anderen Haushalts treffen darf - wobei allerdings nur Kinder unter 14 Jahren nicht mitzählen. Zusammenkünfte nach der 2G-Regel sollten nach der Bund-Länder-Übereinkunft mit bis zu 50 Menschen in Innenräumen zulässig sein. Bundesländern mit hohem Infektionsgeschehen - Sachsen weist mit 1081 nach wie vor die höchste Inzidenz auf - wurden allerdings "angemessene zusätzliche Maßnahmen" gestattet. Die seit 22. November und noch bis Sonntag geltende Landesverordnung enthält keine maximale Teilnehmerzahl für private Zusammenkünfte, sofern Ungeimpfte und Nichtgenesene zusammen nicht mehr als einen Haushalt und eine zusätzliche Person umfassen.

Auch nach der neuen Notfall-Verordnung bleibt es bei den nächtlichen Ausgangsbeschränkungen in "Hotspot"-Regionen. Festgeschrieben ist nun, dass dort bei Verlassen der Unterkunft wie auch bei privaten Zusammenkünften der 2G-Nachweis mitzuführen ist. Neu ist, dass Kreise nach dem Überschreiten des Schwellenwertes 1500 an drei aufeinanderfolgenden Tagen auch die Gastronomie schließen müssen. Weil die Zählung erst mit Inkrafttreten ab Montag beginnt, kann diese Regelung laut Köpping frühestens am Donnerstag wirksam werden. Für Silvester und Neujahr wird nicht nur das Feiern auf öffentlichen Plätzen verboten, sondern auch das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerk bei Verlassen der Unterkunft.

Auf den Intensivstationen der sächsischen Krankenhäuser wurden mit Stand Freitagmittag nach Angaben des Sozialministeriums 589 Patienten behandelt. Diese Zahl liegt deutlich über dem Grenzwert der Überlastungsstufe (420), fällt aber auch viel niedriger aus als die von den Prognose-Modellen vorhergesagte Zahl von knapp 800 ITS-Patienten am 13. Dezember. Als Grund gilt auch der Anstieg der Sterbezahl: Sachsenweit meldete der Freistaat am Freitag 113 neue Covid-Todesfälle - bislang der Höchstwert der vierten Welle. (mit fhob)

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.