Sachsen verschärft Maskenpflicht

Ab dem morgigen Samstag gelten in Teilen Sachsens Einschränkungen - welche genau, hängt vor allem von den Infektionszahlen ab.

Dresden.

Sachsen will die stark ansteigenden Infektionszahlen durch strengere Corona-Regeln eindämmen. Dazu greift ab diesem Samstag um 0 Uhr eine neue Corona-Schutzverordnung, die Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Donnerstag in Grundzügen vorstellte. In einem Zweistufenplan gelten dann unter anderem strengere Beschränkungen für private Partys und Gastronomen- abhängig von den regionalen Coronazahlen.

Vom neuen "Rahmen" des Landes dürften die Kreise und kreisfreien Städte nur durch strengere Regeln abweichen, hieß es. Damit wird vorzeitig die bisher bis zum 2. November befristete Verordnung ersetzt. Die Novelle soll bis zum 25. Januar 2021 gelten. Die "Freie Presse" stellt im Folgenden die wesentlichen Änderungen vor:

Maskenpflicht: Die Maskenpflicht wird ausgeweitet und gilt künftig nicht mehr nur beim Einkaufen und im Nahverkehr, sondern auch in Gesundheitseinrichtungen wie etwa Krankenhäusern oder in den Wartezimmern von Arztpraxen. Die weitere Verschärfung hängt von den Infektionszahlen ab: Ab einer Inzidenz von 35 (Neufälle pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen) muss die Maske in Schulen außerhalb des Unterrichts getragen werden. Bisher war das vom Land nur empfohlen worden. Zudem wird eine Mund-Nasen-Bedeckung überall dort erforderlich, wo "Menschen dichter und enger zusammenkommen". Welche konkreten Orte das sind, obliegt der Entscheidung des jeweiligen Kreises. Bei einer Inzidenz von 50 muss die Maskenpflicht zusätzlich für "öffentlich zugängliche Räumlichkeiten mit regelmäßigem Publikumsverkehr" angeordnet werden.

Sperrstunde: Ab einer Inzidenz von 35 müssen Gastronomen nicht nur so wie Hotels und Pensionen die Kontaktdaten ihrer Gäste aufnehmen, sondern zwischen 23 und 5 Uhr ganz schließen. Ab dem Wert 50 gilt das für Schank- und Speisewirtschaften bereits ab 22 Uhr. Damit verbunden ist jeweils auch ein Alkoholausschankverbot.

Familienfeiern: Ab einer Inzidenz von 35 sind Feierlichkeiten im öffentlichen oder privaten Raum im Familien- und Freundeskreis nur noch mit maximal 25 Teilnehmern erlaubt. Liegt die Inzidenz über 50, sinkt der Umfang des zulässigen Personenkreises bei Privatfeiern auf zehn. Sollte der Inzidenzwert eines Kreises auch nach zehn Tagen noch nicht wieder unter 50 fallen, werden die erlaubten Privatfeiern auf zwei Hausstände "oder" fünf Personen beschränkt. Zur Erklärung führt Ministerin Köpping an, dass sich gerade die privaten Feiern als Infektionsherde erwiesen hätten. Dies erkläre auch die vergleichsweise hohen Zahlen in ländlicheren Regionen.

Veranstaltungen: In einem Kreis mit einer Inzidenz über 35 sind für Veranstaltungen unter freiem Himmel nur noch bis zu 250 Teilnehmer erlaubt, im Innenbereich bis zu 150 Teilnehmer. Ausnahmen sind nur im Fall eines zuvor vom örtlichen Gesundheitsamt genehmigten Hygienekonzeptes möglich. Diese kann es auch ab einer Inzidenz von 50 geben, wenn Veranstaltungen grundsätzlich nur noch höchstens 100 Teilnehmer haben dürfen.

www.coronavirus.sachsen.de

 

22 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    6
    Erzler
    24.10.2020

    Maskenpflicht in Gesundheitseinrichtungen ? Seit April war ich bei keinem Arzt ohne Maske ? Was soll die Verordnung? Überall hingen jetzt schon Schilder „nur mit Maske“ ! Was auch richtig ist ! Was soll es denn bitte jetzt bringen, neue Verordnungen, welche es längst gibt, so kann es keine Besserung geben. Die Verordnung ist ein Witz. Ich glaube Sachsen fährt in höchster Geschwindigkeit an den Baum. Hauptsache die Wähler sind wohl gestimmt ... ohne Worte

  • 2
    5
    Biene62
    23.10.2020

    Maskenpflicht in den Schulen ist ja gut,aber wie sieht es mit Maskenpflicht im Hort aus,wo die Kinder in ihren Gruppen durchmischt sind und auch welche aus anderen Grundschulen dabei sind?