Bei Tageshöchsttemperaturen um den Gefrierpunkt fragt sich so mancher in Sachsen, ob das nun so weitergeht oder ob milderes Wetter ins Haus steht. Die „Freie Presse“ hat die Antwort.
Kälte, Minusgrade und Frost: Wer kein Winter-Fan ist, den tröstet derzeit auch der Sonnenschein in Sachsen nur wenig. Und so mancher fragt sich: Ist milderes Wetter in Sicht? Vielleicht sogar ein Vor-Frühling?
Nachfrage bei Wetter-Experte Dominik Jung von wetter.net. Über Osteuropa liegt ein Kältehoch, berichtet er. „In Russland haben wir teilweise minus 40 Grad Celsius im Zentrum dieses Hochs.“ Die Kälte kommt zwar nach Deutschland, aber glücklicherweise in abgeschwächter Form. Von extremen Minusgraden sind wir hierzulande weit entfernt.
„Aber für Tageshöchstwerte um 0 Grad reicht es immer noch aus“, so Jung im Gespräch mit unserer Redaktion. Am heutigen Donnerstag kommt Sachsen über 1 Grad Celsius nicht hinaus. Zum Vergleich: Heute vor einem Jahr herrschten in Chemnitz fast 10 Grad Celsius, im Jahr 2024 waren es knapp über 8 Grad.
Am morgigen Freitag sind höchstens minus 1 Grad drin. Trotz Sonnenschein. Nachts drohen im Bergland teils zweistellige Minusgrade.
Schneefall am Wochenende, die Kälte bleibt
Das kommende Wochenende zeigt sich bewölkt. Vereinzelt sind sowohl am Samstag als auch am Sonntag leichter Schneefall und Schneegriesel möglich. Die Höchsttemperaturen bewegen sich weiterhin um den Gefrierpunkt. Und danach?
„Im Grunde bleibt es auch nächste Woche so“, berichtet der Meteorologe am Telefon. Auch am Montag und Dienstag kann es leicht schneien. Besonders viel kommt aber nicht vom Himmel runter: „Laut Wettermodell so ein bis fünf Zentimeter.“ Am Montag ist Dauerfrost bei minus 3 Grad angesagt, in der übrigen Woche klettert das Quecksilber wohl nicht weiter als 0 bis 1 Grad Celsius.
Sind denn auch mal wieder deutliche Plusgrade in Sicht? Jung winkt ab: „Mitte Januar bis Mitte Februar ist ja eigentlich Hochwinter - und bis Anfang Februar sieht es auch nicht wirklich wärmer aus.“ Bis mindestens 5. Februar bleibt es demnach tagsüber um die 0 Grad, nachts sinkt das Thermometer auf minus 4 bis minus 8 Grad. „Ein verfrühter Frühling ist nicht in Sicht.“
Und jenseits des 5. Februars? „Die Wettermodelle deuteten vor ein paar Wochen noch auf einen relativ milden Februar hin, inzwischen wird er tendenziell eher kalt.“ Kälte und Frost bleiben im Freistaat auch in den kommenden Wochen unsere treuen Begleiter.
Haben wir verlernt, mit Wintern zurechtzukommen?
Für einen Winter vor 30 Jahren sei das Wetter nichts Besonderes, so Jung. Aber in den letzten Jahrzehnten sei die kalte Jahreszeit insgesamt eher milder geworden.
„Wer jetzt 10, 14 oder 15 Jahre alt ist, der kennt überhaupt keine kalten Winter mehr, wie sie vor 30 Jahren waren. Die denken: ‚Was ist denn das jetzt hier?‘“ Derweil würden andere sagen: „Ist halt Winter - und gut ist‘s.“ Jung wird nachdenklich: „Womöglich haben wir in Teilen ein bisschen verlernt, mit einem normalen Winter zurechtzukommen?“
Falls ja, sollte man das schnell wieder lernen. Denn kalte und auch heftigere Winter könnten in Zukunft wieder öfter ins Haus stehen.
„Klimaforscher sagen seit Jahren, dass die Extreme zunehmen während der globalen Erwärmung.“ Auch die Temperaturausschläge nach unten. Und: In den nächsten zwei, drei Wochen könnte nochmal eine „richtige Hammerkälte“ von Osteuropa aus nach Deutschland rutschen. Wir sind diesbezüglich noch lange nicht über den Berg.
Fazit: Die Kälte bleibt und wir sollten uns auch in Sachsen darauf einstellen. Aber vom Vor-Frühlingswetter kann man ja mal träumen. (phy)






