Sachsen will Ausgangsbeschränkungen verlängern - Wochenmärkte dürfen wieder öffnen

Laut Corona-Krisenstab gibt es noch keine Entwarnung. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle stieg auf 1930. Elf Menschen starben an Covid-19.

Dresden.

Sachsen will die bestehenden Ausgangsbeschränkungen bis zum 20. April verlängern. Das kündigte Innenminister Roland Wöller (CDU) am Montagnachmittag in einem Pressebriefing des Corona-Krisenstabs der sächsischen Staatsregierung an. Die Allgemeinverfügung des Freistaats solle am morgigen Dienstag durch eine Rechtsverordnung ersetzt werden.

Auch Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) dämpfte die Erwartung auf ein schnelles Ende der Einschränkungen. Es gehe darum, keine falschen Hoffnungen zu nähren und sich auf einen längeren Zeitraum einzurichten, sagte er bei dem täglichen Video-Briefing aus dem Innenministerium. Erst zu Ostern könne man eine Bilanz ziehen.

Des weiteren informierte Innenminister Wöller über die Entwicklung von Straftaten im Zusammenhang mit dem Infektionsschutzgesetz. Demnach gab es am Sonntag mit 148 Verstößen weniger als in den Tagen zuvor: «Die große Mehrheit der Bevölkerung hält sich an die Regeln», sagte der Minister. Seit 16. März gab es insgesamt 924 Verstöße.

Eine Lösung verkündete Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne) für die geschlossenen Wochenmärkte. Mobile Verkaufsstände unter freiem Himmel oder in Markthallen können ab Mittwoch wieder öffnen, sagte er. Es müsse aber gesichert sein, dass die Kunden einen Zwei-Meter-Abstand einhalten. Unverändert gilt, dass auch selbst produzierende und vermarktende Gartenbaubetriebe und Baumschulen für den Verkauf öffnen dürfen.

Keine Entwarnung gibt es bei den aktuellen Infektionszahlen. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Sachsen stieg bis Montag auf 1930. Das sind 114 Fälle mehr als am Sonntag, berichtete Wöller. Inzwischen seien elf Todesopfer zu beklagen. Bei fünf Fällen gebe es einen klinisch schweren Verlauf. "Die Lage ist weiter ernst, es gibt keinen Grund zur Entwarnung", sagte Wöller. Allerdings ist die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen gesunken, am Samstag waren es noch 195, am Sonntag 116. Zwischen den Zahlen des Robert-Koch-Institutes und denen der örtlichen Behörden kommt es immer mal wieder zu Differenzen, weil Daten zu verschiedenen Zeiten erhoben werden. (dpa/kok/tz/samü)

 

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    1
    Ha24Lu01
    31.03.2020

    Ich gehe in Coronazeiten lieber auf einen Wochenmarkt zum Gemüsehändler, als in einen Supermarkt. liegt doch klar auf der Hand - Abstand halten und gut. In einem Supermarkt ist es viel gefährlicher sich anzustecken, da sich die Vieren nicht nur ausbreiten sondern auch halten. Im Freien ist zwar ein Verbreiten der Viren auch möglich, aber in verdünnter Form.