Sachsenforst verteidigt Abschuss von Rotwild

Ein Brief des Landesjagdverbandes hat den Streit ums Rotwild neu angefacht. Der Staatsbetrieb sieht sich zu Unrecht ins Visier genommen.

Pirna.

Nach der harschen Kritik von Jägern an Sachsenforst hat sich nun der Staatsbetrieb zu Wort gemeldet - und sieht sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Die Behauptung, verantwortungslos mit dem Rotwild im Erzgebirge umzugehen, weise man entschieden zurück. Man verfolge auch keine "Ideologie" bei der Rotwildbejagung, sondern handele in einem "klar abgesteckten gesetzlichen Rahmen mit umfangreichen Kontrollmechanismen und im Auftrag des Freistaates", heißt es in einer Sachsenforst-Mitteilung.

Der Landesjagdverband mit knapp 5000 Mitgliedern hatte dieser Tage in einem gemeinsam mit drei Hegegemeinschaften verfassten Positionspapier erklärt, dass man die Sicherung eines nachhaltigen Rotwildbestandes mit großer Sorge betrachte. Die Ideologie von Sachsenforst sei die "radikale Dezimierung des Rotwildbestandes", schrieb der Verein. Allerdings: Die Jagdbezirke, für die der Staatsbetrieb zuständig ist, machen nur 13 Prozent der landesweit bejagten Fläche aus.

Sachsenforst-Sprecher Renke Coordes erklärte, dass man der Auffassung des Jagdverbandes, Wald und Wild gehörten zusammen, "vollumfänglich" zustimme. Als Staatsbetrieb müsse man jedoch nicht die privaten Jagdinteressen Einzelner berücksichtigen, sondern sei dafür verantwortlich, dass im Staatswald in ganz Sachsen ein zukunftsfähiger Wald heranwachse. Den Rotwildbestand im Erzgebirge ist nach Auffassung von Sachsenforst nicht in Gefahr. Das zeigten nicht nur die stabilen Streckenergebnisse bei der Jagd, sondern auch "die Ergebnisse unseres Wildschadensmonitorings" sehr deutlich. Hohe Verbiss- und Schälschäden an jungen Bäumen infolge zu hoher Wildbestände beobachte man aber nach wie vor in Teilen der Reviere, etwa im Forstbezirk Neudorf. Ohne eine Regulierung sei das Generationenprojekt des Waldumbaus hin zu arten- und strukturreichen Mischwäldern nicht umsetzbar, hieß es.

Coordes stellte klar, dass im Forstbezirk Neudorf im Erzgebirge nicht mehr Hirsche geschossen wurden als erlaubt. Man habe die Jagd erst wieder aufgenommen, nachdem die Obere Forstbehörde weitere 390 Stück genehmigt hatte. Statt der 900 Rothirsche, die der ursprüngliche Plan vorsah, darf der Landesbetrieb nun einschließlich des nächsten Jahres 1290 Tiere erlegen. Bislang sind schon 1070 geschossen worden.

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