Sachsens Gastronomen werben für schrittweise Öffnung

Branchenvertreter warnen vor einer Pleitewelle. Sie sind der Meinung, die notwendigen Hygieneregeln und Kontaktvorgaben umsetzen zu können. Auch in der Region machten die Wirte am Freitag mit leeren Stühlen auf ihre Notlage aufmerksam.

Chemnitz/Dresden.

Gastronomen haben in ganz Sachsen für eine schrittweise Öffnung der sächsischen Betriebe geworben. Das Gastgewerbe sei in der Lage, die notwendigen Hygieneregeln und Kontaktvorgaben strikt umzusetzen, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Axel Klein, bei einer Aktion in Dresden. Auf dem Altmarkt haben Gastwirte, Hoteliers und Veranstalter mit der Initiative «Leere Stühle» erneut auf ihre schwierige Situation in der Corona-Krise aufmerksam gemacht und ihre Forderungen an Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) übergeben.

Die vom Koalitionsausschuss beschlossene Erhöhung des Kurzarbeitergeldes sowie die befristete Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent für Gastronomen wertete die Dehoga unterdessen als «Hoffnungsschimmer». Vor allem die lang geforderte Senkung der Mehrwertsteuer sei ein «wichtiges Signal», so Hauptgeschäftsführer Axel Klein. Dennoch reiche das aus Verbandssicht nicht aus. Die Branche fordert einen Rettungsfonds sowie eine sofortige Anhebung des Kurzarbeitergelds. «Ohne direkte Finanzhilfen werden es die meisten unserer Betriebe nicht schaffen», so Klein.

Die bundesweite Aktion fand auch in Chemnitz, Crottendorf, Freiberg, Plauen und Zwickau statt. In Chemnitz stellten 80 Gastronomen aus Chemnitz und Umgebung mehr als 800 leere Stühle auf dem Neumarkt auf. Mit diesem Symbolbild machten sie auf ihre derzeit schwierige Geschäftssituation aufmerksam. Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch besuchte die Protestaktion.

In Zwickau zierten etwa 300 Sitzgelegenheiten, auf denen sonst Gäste der Restaurants Platz nehmen, die Fläche vor dem Rathaus. Jeder leere Stuhl stand damit symbolisch nicht nur für einen fehlenden Gast, sondern auch für einen Gastwirt. Mit der als Kunstaktion angemeldeten Veranstaltung wollten diese auch in Zwickau auf ihre Lage aufmerksam machen.

In Freiberg haben sich 14 Hoteliers und Gastronomen aus Freiberg sowie dem nahen Umland an der bundesweiten Aktion "Leere Stühle" beteiligt. Dazu stellten sie rund 100 leere Stühle auf dem Obermarkt auf. 

Auch auf dem Plauener Altmarkt haben sich 25 Hoteliers und Gastronomen aus dem Vogtland für die Wiedereröffnung der Gaststätten starkgemacht. Sie forderten zudem eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent infolge der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie.

Mehr als 60 Gastronomen und Hoteliers aus dem Erzgebirge beteiligen sich an der Aktion "Leere Stühle und gedeckte Tische" vor dem Crottendorfer Räucherkerzenland. 300 leere Stühle stehen dort für deren prekäre Lage. Auch Landrat Frank Vogel und der CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß sind vor Ort. Tenor der beteiligten Gastronomen ist, dass die am Donnerstag  von der Politik beschlossenen Hilfsmaßnahmen nicht ausreichen. Es müsse etwa eine Art Rettungsschirm her, sodass auch mittelständische Betriebe von Zuschüssen profitieren könnten. (dpa/fp)

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