Sachsens Kriminalstatistik verzeichnet neuen Tiefstand

Die Statistik weist zum Vorjahr einen Rückgang um fast 14 Prozent aus. Dafür ist zu einem großen Teil ein einziger Tatkomplex verantwortlich.

Dresden.

In Sachsen sind 2018 so wenige Straftaten registriert worden wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren. Wie Innenminister Roland Wöller (CDU) und der Präsident des Landeskriminalamtes, Petric Kleine, am Mittwoch in Dresden mitteilten, sank die Anzahl der in der Kriminalstatistik erfassten Fälle im Vergleich zu 2017 um etwa 44.000 auf knapp 279.000 Straftaten.

Dieser Rückgang um 13,7 Prozent ist bundesweit der höchste aller Länder. Allerdings lässt er sich zumindest zur Hälfte mit einem Sonderfall aus 2017 erklären: Damals war der Anlagebetrug um den Dresdner Finanzdienstleister Infinus mit 23.626 Einzelfällen in die Statistik eingeflossen - und hatte damit auch einen wesentlichen Anteil an der damals auf landesweit 59,2 Prozent gestiegenen Aufklärungsquote. Nun sank sie wieder auf 56,6 Prozent.

Bereits das vierte Jahr in Folge ging die Anzahl der Autodiebstähle zurück, landesweit gab es mit 2321 Fällen knapp 200 weniger als 2017. Nur die Landeshauptstadt verzeichnet einen gegenläufigen Trend. Dort wurden 445 Autodiebstähle registriert, 82 mehr als im Vorjahr. Dass insgesamt fast jeder dritte habe aufgeklärt werden können, nannte LKA-Chef Kleine erfreulich. Rund 40 Prozent der Tatverdächtigen in diesem Bereich seien Ausländer.

Gesunken ist auch die Anzahl der Wohnungseinbrüche. Landesweit gab es mit 4001 Fällen 70 weniger als 2017. Knapp 1700-mal blieb es nur beim Versuch. Von 765 Tatverdächtigen waren 71 Prozent Deutsche und 29 Prozent Ausländer - davon laut Kleine vorwiegend aus Georgien, Tunesien und Tschechien.

Eine deutliche Zunahme gab es hingegen bei den registrierten Drogendelikten: 13.214 Fälle waren nicht nur 1007 mehr als 2017, sondern sogar mehr als in den Jahren 2009 und 2010 zusammen. "Fast zwei Drittel aller ermittelten Rauschgiftdelikte stehen mittlerweile im Zusammenhang mit Cannabis oder Cannabis-Zubereitung", so Kleine. Als Händler treten demnach verstärkt Syrer und Nordafrikaner auf. Um knapp 500 auf 3100 Fälle zurück gingen Crystal-Delikte.
Nur einen leichten Rückgang gibt es auch bei der Gewaltkriminalität: 7773 Fälle. Das sind 101 weniger als 2017. Dazu zählten auch 24 Fälle von Mord oder Totschlag sowie 199 Fälle von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung.

Von den knapp 89.000 ermittelten Tatverdächtigen waren laut Statistik 19.100 Ausländer - ihr Anteil liegt damit weiterhin bei über 20 Prozent. Mit knapp 9200 waren knapp die Hälfte davon Zuwanderer, wozu gemäß bundeseinheitlicher Definition neben Asylbewerbern etwa auch geduldete Ausländer oder Kontingentflüchtlinge gehören. Auf ihr Konto gehen demnach zusammen 18.695 aufgeklärte Fälle - das sind gut 1000 weniger als 2017.

45 Prozent dieser Straftaten seien von "mehrfach/intensiv tatverdächtigen Zuwanderern" verübt worden. Davon waren laut Wöller zu Jahresbeginn exakt 1778 erfasst. Ihre Hauptherkunftsländer seien Libyen, Tunesien, Syrien und Georgien. 287 befanden sich in Haft, weitere 140 seien mit Haftbefehl gesucht worden. 99 konnten den Angaben zufolge 2018 abgeschoben werden.

Mehr Informationen zur Statistik finden Sie unter www.freiepresse.de/krimstat2018

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