Sachsens Stimme der Corona-Krise: Wieso Petra Köpping in der Koalition umstritten ist

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Wenn es ums Emotionale geht, macht niemand Sachsens Sozialministerin Petra Köpping etwas vor. Aber hilft das in der Krise?

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1414 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 6
    0
    Zeitungss
    09.05.2021

    @Klapa: Ich glaube, hier gehen unsere Meinungen zusammen und ich sehe es ähnlich. Es ist mir schleierhaft, wenn man der MDR-Chefin die Tätigkeit ihres Vaters zur Last legt, obwohl sie darauf nun wirklich keinen Einfluss hatte.
    Es gibt nun einmal Leute, die haben keinen wirklichen Grundsatz, dafür aber besagtes Kugellager im Hals. Die gab es nach der Wende reichlich und auch heute ist das Prinzip noch sehr beliebt und erfolgreich. Der Mensch geht nun einmal den Weg des geringsten Widerstandes und es wird auch so bleiben. Wohl dem, der die Übersicht nicht verliert und zwar auf beiden Seiten.

  • 8
    2
    klapa
    08.05.2021

    Zeitungss, das Problem ist für mich keines. Ich stehe zu meiner DDR-Vergangenheit mit allem, was dazu gehört, was ich auch von Ihnen annehme.

    Und genau das erwarte ich auch von meinen Zeitgenossen. Dabei muss nach m. E. kein Kind für seine Eltern den Kopf hinhalten. Aber jeder sollte schon vor sich selber ehrlich sein.

    Und das gilt für mich nicht nur im privaten, sondern auch im historischen Bereich, was die möglichen Verbrechen unserer Väter und Großväter betrifft. Irgendwann ist Schuld, wenn man sie anerkennt und versucht hat, sie nach Kräften zu tilgen, vergeben, ohne dass sie auf Kinder und Kindeskinder übertragen wird.

    Ein Grüner kommt wie meistens von mir, weil ich ehrliche Meinungen, auch wenn sie nicht mit meiner übereinstimmen, aber sie nachvollziehen kann und deshalb schätze.

  • 8
    4
    Zeitungss
    08.05.2021

    @Klappa: Mag sein. Wenn heute dem Bürger auf die Stirn alle ihre Mitgliedschaften in der Vergangenheit lesbar dargestellt wären, würde der Platz oft nicht reichen. Leute mit einem Kugellager im Hals, also in jede Richtung beweglich, hätten Platzprobleme.
    Ob nun die MDR- Indentantin für ihren Vater den Kopf hinhalten muss, weil es damals die "richtige" Richtung war und sie keinen Einfluss darauf hatte, werden Sie sicherlich noch erklären. Nach Ihren Maßstäben, wäre heute so mancher hochbezahlte Posten neu zu besetzen, was aber nicht vorkommt. Die Nachkommen aus der braunen Zeit sind auch alle problemlos untergekommen. Also was soll es ???

  • 24
    4
    Chiemsee
    07.05.2021

    @Maschinenbauer:
    Piwarz: Anwalt, Berufspolitiker, Kultusminister
    Wöller: BWL' er, Berufspolitiker, Innenminister
    Kretzschmer: Wirtschaftsingenieur, Berufspolitiker, MP
    Dulig: Diplompädagoge, Berufspolitiker, Wirtschaftsminister
    Meier: Politikwissenschaften, Justizministerin
    Was qualifiziert diese Leute für ihre Ministerposten? Nix außer das Parteibuch und der Parteienproporz. Kann mir nicht vorstellen, dass einer von denen viel besser wäre als Köpping.
    Motto: Viel reden - nix sagen.

  • 26
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    Maschinenbauer
    07.05.2021

    @ Chiemsee: Bedeutet, dass bei Jobs, bei denen man keine Lorbeeren verdienen kann, zwangsläufig ungeeignetes Personal genommen werden muss?

    Offen gesagt gibt es deutlich schlechtere Aufgaben, als in entscheidender Position mit viel Verantwortung und vielen Befugnissen eine Region wie Sachsen weiterzuentwickeln. Dazu gehören halt auch die entsprechenden Fähigkeiten und in schwereren Zeiten auch mal Krisenmanagement. Das ist Teil der Aufgabe. Und deshalb ist es auch legitim, dass an Menschen in Ministerämtern höhere Anforderungen gestellt werden. Jeder 15. wahlberechtigte Sachse hat bei der letzten Landtagswahl die SPD gewählt. Das Ergebnis ist, einen völlig überforderten Vize-MP und Wirtschaftsminister Dulig und ebenfalls überforderte Sozialministerin, die eine Pandemie managen soll.
    Augen auf bei der nächsten Wahl!

  • 32
    8
    Chiemsee
    07.05.2021

    Ok, sie hat Fehler gemacht und muss die Kritik jetzt aushalten. Aber wenn ich mir die Politiker-Riege in DD anschaue - wer solls machen? Wer kann es? Es wird sich auch keiner freiwillig für den Posten melden. Damit lassen sich zur Zeit nämlich keine Lorbeeren verdienen.

  • 45
    9
    censor
    07.05.2021

    So hart es klingt, aber wer mit Fakten und Zahlen auf Kriegsfuß steht u aus dem Bauch heraus Entscheidungen trifft, gehört nicht in die Politik.

    Frau Köpping macht oft den Eindruck, sie habe selbst am meisten Angst vor allem. Das mag auch der Grund für ihre häufigen Überreaktionen sein, z.B. bei der Internierung für Quarantäneverweigerer.

    In anderen Dingen, wie zB bei der Baumarktfrage im Lockdown, hängt sie sich fest an den Wortlaut des Gesetzes, gesteht sich und den Bürgern keinen Millimeter Ermessensspielraum zu.
    So agieren nur Menschen, die von Angst getrieben sind - vor allem wohl der Angst, etwas falsch zu machen.

    Aber auch ihr Chef pendelt in seinem Krisenmanagement zwischen Emotionalität und hartem Machertum. Ich denke nur an seine medienwirksamen ITS-Besuche.

    Das alles reicht nicht, um ein guter Krisenmanager zu sein. Der nämlich würde nie den Eindruck von Angst vor der Herausforderung vermitteln, die beiden Politikern oft deutlich aus den Augen spricht.

  • 25
    8
    chemnitzmischa
    07.05.2021

    Wer sich ein Urteil zu P. Köpping bilden will, lese deren "Verwahrung" gegen Kritik gegen Psychatrieeinweisungen von Quarantäneverweigerern.

    https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/235461?fbclid=IwAR02nXJFHcvVTOb9Fm_Nq3SeumUwP1MzswShpukvAhNuo57TbBokescE0Jw

    und beachte das "nicht mehr" im Text: "werden die Landeskrankenhäuser dafür n i c h t m e h r zur Verfügung stehen". Diese Formulierung scheint verschleiern zu sollen, welche Vorgehensweise im Vorfeld geplant war und wieweit die Vorbereitungen gediehen waren.

    Medien hatten berichtet:

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article207198029/Coronavirus-Sachsen-will-Quarantaene-Verweigerer-in-Psychiatrien-sperren.html

    Sich gegen solche "Kritik zu verwahren (sic)" ist unsinnig. Wenn Kritik hier Schlimmes verhindert haben sollte, muss (und könnte) Köpping explizit zur maßvollen und vernünftigen Rücknahme zweifelhafter und verfassungsfragwürdiger Absichten stehen.

  • 38
    8
    Maschinenbauer
    07.05.2021

    @Kurt1948: Dass es andere Verantwortungsträger gibt, die auch keine gute Arbeit machen, kann doch nicht die Entschuldigung oder der Maßstab sein. Wir sprechen ja hier nicht über einen Mitarbeiter an Verwaltungsstelle X, sondern es geht um eine Ministerin. Da erwartet man ein anderes Kaliber, fachlich und persönlich. Und da kann es nicht sein, dass die besseren Vorschläge vom FP-Leser gefordert werden. Die Ministerin hat viel Verantwortung und muss Entscheidungen mit großen Auswirkungen treffen. Das hat sie nicht gut genug getan, sonst würden wir in Sachsen bzgl. Corona-Kennzahlen, Öffnungsmöglichkeiten und Klarheiten bei Entscheidungen besser aussehen als derzeit.

  • 36
    10
    SteffenArlt
    07.05.2021

    "Petra Köpping schafft es mit leichter Hand, Fakten nebensächlich erscheinen zu lassen. In der Coronakrise hat sie dies zur Meisterschaft perfektioniert." oder "Jemand aus ihrem Ministerium sagt, Köpping trete zwar sehr selbstbewusst auf, sei aber beileibe keine "Aktenfresserin" und habe "eine mangelnde Lust auf inhaltliche Tiefe"." Das klingt nicht nach einer guten Führung. Aber wenn Frau Köpping nach eigener Aussage im "Riverboot" das Sozialministerium machen wollte, weil sie es "ruhiger" haben wollte, kann man sicher nichts besseres erwarten.

  • 34
    12
    KTreppil
    07.05.2021

    Man sollte ihr nicht gar zu Unrecht tun. Voriges Jahr, im ersten Lockdown wirkte sie jedoch vertrauenswürdiger, regelrecht authentisch, wenn sie immer wieder besorgt wiederholte "Bleiben sie gesund".
    Dann aber wurden sie und die gesamte sächsische Regierung ab Herbst "überrollt" von der Entwicklung und ALLE in der sächsischen Regierung, die irgendwie mit Corona zu tun haben, wirken überfordert und konfus. Allen voran unser MP. Die Fehler der Politik sollte man nicht allein an Frau Köpping festmachen. Das Problem scheint auch einfach darin zu liegen, dass diese Koalition nie eine "Liebesheirat" war und die wenigen Schnittmengen die es überhaupt gibt, in einer solchen Krisensituation einfach zu wenig sind. Die Grünen haben Glück, dass ihre Ressorts Corona nur teilweise tangiert, AFD ist zum Glück raus, keiner weiß was sonst besser oder noch schlechter liefe. Vielleicht nützt das alles wenigstens als gutes schlechtes Beispiel für die künftige Regierung, für den Wahlkampf um Berlin?

  • 52
    32
    Kurt1948
    07.05.2021

    Sicherlich hat Frau Köpping nicht immer alles richtig gemacht. Aber das trifft wohl auf uns alle zu. In ihrem Amt ist es derzeit schwer zu agieren. Was heute richtig ist, wird einen Tag später als falsch bezeichnet. Ich finde, sie leistet eine gute Arbeit. Da gibt es unter ihren Kollegen in der Koalition wesentlich größere Fehlbesetzungen. Wer Kritik an dieser Frau übt, sollte sagen, wie es besser gemacht wird. Bisher ist mir niemand bekannt, der etwas wirklich Sinnvolles gebracht hat. Ich wünsche ihr auf alle Fälle alles Gute auf ihrem weiteren Weg.

  • 82
    37
    Maschinenbauer
    07.05.2021

    Danke für den Beitrag und die Hintergründe. Aufgefallen ist Petra Köpping als Staatsministerin für Gleichstellung und Integration vor allem dadurch, dass sie im Namen der Ostdeutschen gejammert und sich beklagt hat. Damit hat sie uns einen Bärendienst erwiesen und gewisse Klischees noch verstärkt. Damals hätte schon klar sein müssen, dass es eine Fehlbesetzung ist. Auch heute ist Frau Köpping weder handwerklich, noch persönlich ihrem derzeitigen Amt gewachsen. Man braucht sich nicht zu wundern, wenn die Menschen solchem schwachen Personal nicht mehr folgen und die Geduld verlieren.

  • 48
    62
    harmoniummueller
    07.05.2021

    Wenn man den Artikel liest, fragt man sich doch, wer und aus welchem Grund hier Interna durchsticht. Es ist auch keine Schande, wenn man Fragen erst beantwortet, nachdem man überlegt hat und keine Schnellschüsse abgibt.

    Man kann Frau Köpping in der Männerriege nur Mut und Durchhaltevermögen wünschen.