Sachsens Unis werben besonders viel Geld für Forschung ein

Bei Drittmitteleinnahmen sind die Technischen Universitäten im Freistaat Spitze. Vieles läuft über öffentliche Förderung aus Steuermitteln, der Anteil der Wirtschaft ist gering.

Chemnitz/Wiesbaden. Die drei Technischen Universitäten in Sachsen gehören zu den zehn Hochschulen in Deutschland, die am erfolgreichsten Forschungsgeld einwerben. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, landete die Technische Universität Bergakademie Freiberg in dem Vergleich für das Jahr 2014 bei den Drittmittel-einnahmen je Professor hinter der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen bundesweit auf dem zweiten Platz. Die TU Chemnitz kam auf Rang 7, die TU Dresden auf Rang 8. Gewertet wurden die Universitäten ohne medizinische Einrichtungen. Die Technischen Unis liegen in dem Ranking vorne, weil in den Ingenieurwissenschaften besonders viele Drittmittel verteilt werden.

Die Bergakademie Freiberg nahm 65,5 Millionen Euro aus öffentlicher Forschungsförderung und aus der privaten Wirtschaft ein - Geld, das im Wettbewerb mit anderen Forschungseinrichtungen eingeworben wurde. Das entspricht knapp 790.000 Euro je Professor. Im Jahr zuvor hatte der Durchschnittswert noch bei 717.000 Euro gelegen. In Chemnitz holte ein Professor oder eine Professorin im Schnitt 482.000 Euro, ein Minus von 44.000 Euro gegenüber 2013. In Dresden waren es 464.000 Euro, auch hier gab es einen leichten Rückgang. Der Bundesdurchschnitt lag bei 256.400 Euro.

"Der Wettbewerb um zusätzliche Forschungsgelder nimmt von Jahr zu Jahr zu. Umso erfreulicher ist es, dass die TU Chemnitz ein so hervorragendes Ergebnis erzielt hat", sagte Rektor Gerd Strohmeier. Chemnitz hatte insgesamt etwa 74,5 Millionen Euro Drittmittel akquiriert. Die meisten der eingeworbenen Drittmittel kamen 2014 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vom Bund. Insgesamt wurden 1316 wissenschaftliche Projekte durch Drittmittel finanziert.

Besonders wichtig sei dabei, dass die TU Chemnitz in die Gruppe der führenden, in der Exzellenzinitiative erfolgreichen Technischen Universitäten in Deutschland aufgenommen wurde, hieß es aus dem Rektorat der Universität. Von dem Ergebnis erhofft sich Strohmeier eine Signalwirkung an alle Fakultäten für die Beantragung neuer Projekte.

Immer mehr Mitarbeiter an den sächsischen Unis bekommen indes ihr Geld nicht aus dem Etat des Wissenschaftsministeriums. Einer Aufstellung des Statistischen Landesamts zufolge wurden an der Bergakademie Freiberg im Bereich wissenschaftliches Personal im Vorjahr 1083 Stellen aus Drittmitteln finanziert, nur 525 Stellen aus dem Stellenplan oder aus sonstigen Haushaltsmitteln. In Chemnitz lag dieses Verhältnis bei 1535 zu 1296.

Relativ gering ist bisher der Anteil der Wirtschaft an den Drittmitteln. In Chemnitz waren es lediglich elf Prozent, in Freiberg lag der Anteil laut hochschulwatch.de im Jahr 2013 bei etwa 20 Prozent, in Dresden bei 19 Prozent. "Das Interesse an einer noch engeren Forschungskooperation mit den Universitäten und Forschungseinrichtungen ist bei den Unternehmen groß, aber die finanziellen Möglichkeiten der mittelständischen Unternehmen sind begrenzt", erklärte dazu gestern die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft. Man begrüße daher die Zustimmung Sachsens zu einem Antrag der Länder Niedersachsen und Bayern im Bundesrat für die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung für kleine und mittlere Unternehmen.

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