Sächsische AfD will Lehrer ins Visier nehmen

Die Landtagsfraktion will eine Möglichkeit schaffen, AfD-Kritik an Schulen zu melden. Kultusminister Piwarz zeigt sich entsetzt.

Dresden.

Die sächsische AfD will Schüler zur Beobachtung von Lehrern aufrufen: In den nächsten Wochen soll ein Online-Portal starten, auf dem AfD-kritische Lehrkräfte gemeldet werden können. Darüber haben sich die Landtagsabgeordneten der Partei verständigt, wie Fraktionskreise der "Freien Presse" bestätigten. Auf der nächsten Fraktionssitzung soll das Vorhaben im Detail besprochen werden. Danach könne alles ganz schnell gehen, heißt es. Bis Ende November werde das Projekt vermutlich starten.

Vorreiter für die Pläne ist die Hamburger AfD-Fraktion. Mitte September hat sie auf ihrer Internetseite ein Kontaktformular eingerichtet. Dort können Schüler und Eltern Fälle anzeigen, in denen Lehrer vermeintlich gegen das Neutralitätsgebot verstoßen. Die Hamburger Parlamentarier möchten nach eigenen Angaben als Mittler dienen, damit Schülern keine "persönlichen Nachteile" entstehen. Die Berliner und die niedersächsische AfD-Fraktion kündigten bereits ähnliche "Beschwerdeformulare" an.

Die sächsischen AfD-Abgeordneten wollen sich dem Vernehmen nach mit ihrem Portal eng am norddeutschen Vorbild orientieren. Beschwerden werden demnach nicht im Internet veröffentlicht. Ein Pranger sei nicht geplant, verlautet aus der Fraktion. Stattdessen werde man die Fälle überprüfen und dann an die Schule oder das Sächsische Landesamt für Schule und Bildung weiterleiten.

Generell gilt an Schulen das Neutralitätsgebot: Lehrer informieren die Schüler, ohne sie in eine bestimmte Richtung zu lenken. Das ist in den drei Grundsätzen des sogenannten "Beutelsbacher Konsenses" festgehalten, an denen die politische Bildung an den Schulen ausgerichtet ist: Die Lehrer sollen zum einen die Schüler nicht mit ihrer Meinung überrumpeln, damit sich diese eine eigene bilden können. Im Unterricht muss zum anderen aber kontrovers diskutiert werden, was auch in Politik und Wissenschaft kontrovers ist. Der Schüler soll generell in die Lage versetzt werden, eine politische Situation zu analysieren.

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) kritisiert die Pläne der sächsischen AfD-Fraktion scharf: "Das ist eine ekelhafte Gesinnungsschnüffelei, wie man sie noch aus Zeiten der Nazi-Diktatur oder von der Stasi kennt", sagte er der "Freien Presse". "Es spricht Bände, wenn sich die AfD wieder solcher Mittel bedienen und zu einer Überwachungsbehörde in eigener Sache aufschwingen will." Er werde sich klar vor die Lehrer stellen und die Gesellschaft sollte dies auch tun. "Lehrer müssen im Unterricht parteipolitisch neutral bleiben. Aber sie haben eine Pflicht zum demokratischen Diskurs", sagt der Kultusminister.

Auch von den Gewerkschaften gibt es Kritik. Ein Lehrer dürfe eine eigene Meinung haben, sagte der Chef des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt. "Ich möchte es keinem Lehrer übel nehmen, dass er auch zu bestimmten Dingen, die ihn bewegen, eine Meinung hat und diese auch äußert." Man dürfe nicht jedes Wort, das ein Lehrer äußert, an den Pranger stellen.

Hamburger Lehrer wehren sich mittlerweile auf eigene Art gegen die Maßnahme der AfD. Wie die Internetseite "News4teachers" berichtet, kursieren Aufrufe im Netz, die sich explizit an Lehrer richten. Sie sollen das Kontaktformular der Hamburger AfD für eigene, satirische Kommentare nutzen. Davon werde offenbar rege Gebrauch gemacht.

Bewertung des Artikels: Ø 3.2 Sterne bei 10 Bewertungen
79Kommentare
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  • 1
    1
    Interessierte
    14.10.2018

    Die Kinder werden wohl in der Demokratie in eine gewisse Richtung erzogen und die Lehrer müssen da wohl mitziehen ???

  • 5
    4
    Freigeist14
    11.10.2018

    ralf@ uns sind eben nicht die Erleuchtung und die Erkenntnis des Untergangs des Abendlandes bewusst-wie Ihnen ! Der Prophet im eigenen Lande zählt eben nichts.
    Warum ausgerechnet für mich "alles perfekt" sein soll,erschließt sich mir nicht. Aber simples schwarz/weiß Denken und Alles-oder-Nichts-Schablonen passt eben zur Weigerung ,andere Meinungen zu akzeptieren .

  • 3
    2
    osgar
    11.10.2018

    Es ist sicher nicht alles perfekt, aber was Sie schreiben @Ralf ist ja fast alles Kipping oder Rixinger.
    Der Deutsche frönt mit Begeisterung seinem Untergang und sägt auch ständig an dem Ast auf dem er sitzt.
    Wahrscheinlich gehts mir zu gut.

  • 6
    7
    ralf66
    11.10.2018

    @Hinterfragt, es hat eigentlich keinen Sinn sich mit Freigeist14, SimpleMan, Distelblüte, Blackadder und Täglichleser rumzustreiten, dass ist vertane Zeit weiter nichts, für die ist alles wie es ist perfekt, Migration perfekt, Energie- und Umweltpolitik perfekt, Familien und Frauenpolitik superperfekt, der Geburtenrückgang drauf gepfiffen, Hass Neid und Geldgier perfekt, soziale Ausgrenzung perfekt, Renten der Zukunft perfekt, SPD, Linke und Grüne perfekt, Finanz- und Europapolitik perfekt, Frau Merkel perfekt, nur eines können sie nicht perfekt erklären, warum in Deutschland trotz perfekt, alles lansam immer mehr den Bach runtergeht, da sage ich nur, den Altparteien rennen die Wähler davon, ja das ist perfekt und das Ergebnis von perfekt!!!

  • 8
    4
    Blackadder
    11.10.2018

    @Hinterfragt: Wer tut das denn? So ein Blödsinn. Diese Aussage kommt immer nur von den AfDlern und ihren Anhängern selbst. Aber als rechtsextreme Partei bezeichne ich die AfD durchaus. Und dabei bleibe ich auch.

  • 6
    5
    SimpleMan
    11.10.2018

    @Hinterfragt Die Einzigen, die sagen, wir sind doch alle Nazi's sind doch die AfD-Anhänger selber. Ich kann den Satz: "Wenn man das oder das sagt, dann ist man gleich ein Nazi." nicht mehr hören.

  • 4
    7
    Hinterfragt
    11.10.2018

    Und was ist es, wenn sämtliche AfDler und Sympathisanten als Nazis bezeichnet werden - ich nenne das u.a. Verunglimpfung,

  • 6
    5
    Täglichleser
    11.10.2018

    So seh ich aber das Gesetz nicht. Hier geht es nicht um Anschwärzen. Es geht um Bekämpfung von Verunglimpfung von
    Personen, gegen Hasskriminalität. Es geht
    um eine in geregelten Bahnen ablaufenden
    Betrieb in den sozialen Netzwerken. Eben
    auch hier, was die FP versucht. Und das ist gut so. Und das, was das Gesetz verhindern will, provoziert die sächsische AfD mit den angeblichen Angriff humanistischer Lehrer auf das Neutralitätsprinzip.

  • 5
    5
    Hinterfragt
    11.10.2018

    Ich verstehe den Tumult gar nicht.
    Die Bundesregierung hat sogar ein Gesetz (NetzDG) beschlossen, welches Denunziation und Anschwärzen fördert.

  • 7
    6
    Freigeist14
    11.10.2018

    Ja,wie Distelblüte@ sagt: Anstatt Sie ralf@ eine Würdigung der voll berufstätigen Mütter formulieren,fabulieren Sie lieber über die erfüllende und traditionell gewährte Rolle der Frau , sich für zahlreiche Kinder und Ehegatten zu fügen . Ich hoffe ,sie stellen nicht auch noch das Wahlrecht und freie Wahl des Arbeitsplatzes ohne Genehmigung des Ehepartners in Frage.

  • 9
    3
    Distelblüte
    11.10.2018

    @ralf66: Falls es Ihnen nicht bewusst ist: auch die Frauen, die voll oder Teilzeit arbeiten, kümmern sich trotzdem noch um Kinder und Haushalt, oft sogar um noch mehr. Und deren Männer fühlen sich nicht in ihrer Männlichkeit bedroht, weil die althergebrachte Rollenverteilung nicht mehr so gelebt wird wie in den 1950er Jahren.

  • 9
    4
    Blackadder
    11.10.2018

    @ralf66 "habt ihr den Frauen eingeredet"

    Ähm - HALT, darf ich als FRAU da mal was zu sagen. Männer reden ja immer furchtbar gern über Frauen, aber selten mit ihnen.

    Frauen möchten bitte gerne selbst darüber bestimmen, ob sie arbeiten gehen wollen oder lieber zuhause die Kinder hüten. Es geht gar nicht, dass die AfD Ihnen eine bevorzugte Rolle vorschreibt.

    Und an Ralf: Frauen lassen sich nichts "einreden", die bilden sich durchaus ihre eigene Meinung.

  • 6
    10
    ralf66
    11.10.2018

    @Freigeist14, seit wann ist das, wenn Frauen sich zu Hause um den Haushalt und die Kinder kümmern eine unterwürfige Tätigkeit, genau das Freigeist habt ihr den Frauen eingeredet, aber das ist halt der Blödsinn! In Gegenteil, dass war eine schwere Arbeit verantwortungsvoll mit viel Organisationstalent und Wissen verknüpft, das heute verloren gegagen ist.
    Mit der Behandlung der Frauen im orientalischen Raum, hat das nichts aber auch gar nichts zu tun!

  • 10
    6
    Freigeist14
    10.10.2018

    ralf66@ ich ahne schon,welche Traditionen Sie so stark vermissen. Das "falsche"Emanzipationsverständnis sagt eigentlich alles. Aber auch Ihre AFD wird die Frauen nicht an den Herd und ihre jahrhundertelang "bewährte" Rolle zurück bitten können. Seltsam : Genau diese unterwürfige Rolle und traditionelle Rolle verurteilen Sie bei muslimischen Frauen. Warum die 68er an der Konsumgier und ungezügeltem Wachstum und dem Geburtenknick mit der Legalisierung der Pille Schuld haben sollen , bleibt wohl Ihr Geheimnis .

  • 6
    6
    Täglichleser
    10.10.2018

    Ralf66 stimmt doch, die AfD ist doch gar nicht so schlimm. Jede Partei hat doch einen der neben der Spur ist. Man sollte
    sich aus der Mitte ihr annähern. Die anderen haben Deutschland nach unten
    gezogen. Sie machen Angebote. Für jeden
    etwas dabei. Schön quirlen. Und dann von hinten durchs Auge. Schwer mit Ihnen zu diskutieren. Sie sind da leider nicht der einzige. Hier haben das aber auch einige
    erkannt, woher der Wind weht.

  • 5
    11
    ralf66
    10.10.2018

    @Freigeist14, hier hat keiner den Muff von 1000 Jahren gelüftet und schon gar nicht die 68er Bewegung, die hat nur Traditionen und das was über Jahrhunderte funktioniert und gewachsen war, binnen paar Jahre zur Sau gemacht, Resultate davon waren zum Beispiel, der dramatischer Geburtenrückgang der bis heute anhält und fatale Folgen für das Land hat, falsches Emanzipationsverständnis, Profit- und Konsumgier, falsches Verständnis zur eigenen Nationalität, die Legalisierung verschiedener gesellschaftlicher Fehlentwicklungen! Es gäbe viel mehr dazu zu schreiben, aber Sie sehen das bestimmt viel anders!

  • 8
    5
    Freigeist14
    10.10.2018

    Na Herr ralfq@,dann liefern Sie doch mal Ihre "Beweise" für das untergehende Abendland seitdem die 68er den Muff von 1000Jahren unter den Talaren gelüftet haben.

  • 3
    10
    ralf66
    10.10.2018

    @HHCL, ja kein Problem ich halte das ja auch aus, aber bei gewissen Punkten, wo es um die Sache geht, kann es doch nicht sein, dass Meinungen von Menschen in Punkto Politik soweit auseinander gehen, ich bin der Meinung, dass durch diese Tatsache absolut keine Einigung erziehlt werden kann, ja nicht einmal ein Treffen in der Mitte erreicht wird, dieses unmögliche Problem haben wir derzeit in der deutschen Politik. Sie schreiben, dass die beste Gegenwehr gegen die AfD aus der Mitte der Gesellschaft kommen muss, hier möchte ich einwerfen, ja die AfD hat in der Vergangenheit durch Politiker in ihren Reihen und dessen Aussagen zu verschiedenen Themen eine Tendenz zum Rechtshang gezeigt, aber das ist doch nicht die Mehrheit in der Partei und kommt dazu auch nicht ständig vor, vieles davon wird doch auch ständig übermäßig hochgekocht. Was ist den nach ihrer Meinung die Mitte der Gesellschaft, nach meiner Meinung sind das die Bürger des Landes gewesen, die einmal treue CDU/CSU teilweise FDP Wähler und deren Sympathisanten waren, oder parteipolitisch Neutrale Bürger, was ist den mit der Politik der Mitte geworden, frage ich Sie, die gibt es nämlich nicht mehr und wenn dann findet man diese in der AfD wieder, beschäftigt Euch doch mal mit der Politik der sogenannten >Mitte< vor 40 Jahren, da gibt es zu heute fast keine Parallelen mehr und wer hier was anderes erzählt, der erzählt doch nicht die Wahrheit! Warum denn um Himmels Willen die AfD bekämpfen, warum nicht versuchen von Seiten der CDU/CSU oder auch FDP auf die AfD zuzugehen, auch wenn es Frau Merkel nicht passt? Egal was hier einige schreiben, in Einem bin ich mir ganz sicher, dass kann man an der unmittelbaren Vergangenheit seit 1968 in der Bundesrepublik deutlich erkennen, seit der gemeinschaftliche Einfluss von links, rot, grün auf die Politik, auf des öffentliche Leben immer größer wird, seit dieser Zeit, geht es stetig aber sicher im Land bergab und dafür gäbe es hunderte von Beweise.

  • 2
    5
    HHCL
    10.10.2018

    @Blackadder: Ich sehe es im wesentlichen genau so wie sie und wenn sie meine Kommentare gelesen hätten wüssten Sie auch, dass ich nicht bestimmen will was Schüler zu denken haben. Ich hatte hier mehrfach dafür plädiert die Schüler sich selbständig mit den Parteiprogrammen und Forderungen auseinandersetzen zu lassen und nicht vom Lehrer alles vorgeben zu lassen. Vielleicht lesen Sie demnächst wieder gründlicher, und reißen Sätze nicht aus dem Kontext, bevor Sie irgend etwas unterstellen.

    Der Einwurf bzgl. des Linksextremismus bezog sich außerdem - klar ersichtlich -auf die aus meiner Sicht absurden Forderungen des Kommentators Täglichleser, der aus Lehrern gern Friedensaktivisten und Kapitalismuskritiker machen möchte, was ich eindeutig dem linken Rand der Gesellschaft zuordnen würde. Die beste Gegenwehr gegen die AfD muss aus meiner Sicht aus der Mitte der Gesellschaft kommen und nicht vom anderen Extrem; aber das schreiben Sie ja selbst.

    @ralf66: Was ist an roten Daumen undemokratisch? Hier sind viele offenbar anderer Meinung als sie und ich habe mit meiner Meinung hier in den letzten Kommentaren auch viel "Rotes" gesammelt. Das muss man aushalten!

  • 3
    8
    ralf66
    10.10.2018

    Ja da kommen sie wieder, die superdemokratischen roten Daumen!

  • 2
    8
    ralf66
    10.10.2018

    @Täglichleser, schade das Sie mich nicht verstehen, aber in meiner Antwort an Distelblüte, kann man denke ich rauslesen, was ich meine und das sind Fakten!

  • 2
    10
    ralf66
    10.10.2018

    @Distelblüte, Ihr Zitat: "In der Schule hat Wahlwerbung nichts zu suchen. Nur mal so ein Tipp.''
    Jetzt muss ich mich schon sehr über Sie wundern!!! Wenn Schüler auf dem Schulweg Wahlwerbung, egal von welcher Partei das ist bekommen, oder entgegennehmen, dann ist es nicht die Aufgabe des Lehrers, den Schülern diese Wahlwerbung wegzunehmen!
    So und nun kann man sich meinetwegen weiterstreiten, warum die AfD, gerne einmal hinter die Kulissen, des Schulbetriebes schauen möchte! Wissen Sie, Demokratie deute ich so, alle Parteien des Landes, die nicht verboten sind, haben gleiches Anrecht, überall im öffentlichen Raum, sich darzustellen und gehört zu werden!

  • 4
    2
    saxon1965
    10.10.2018

    @Täglichleser: Ob sie das nun als Blase bezeichnen oder als in der Vergangenheit lebend... gemeint haben ich, dass die Gesellschaft viel zu wenig "über den Tellerrand hinausblickt". Das ist natürlich schwer, wenn man vom und im System erzogen wurde. So wie ich auch. Erst mit über 50 bin ich auf Themen wie Gemeinwohl-Ökonomie und andere Alternativen gestoßen.
    Ich denke, man kann vergessen, dass Lehrer total neutral bilden und erziehen können. Und natürlich sind die jungen Menschen mehr oder weniger empfänglich für die Meinungen ihrer Pädagogen wie auch Eltern. Dennoch lehne auch ich das AfD-Vorhaben ab. Ich wünsche mir jedoch, dass eben nicht nur die vorgegebenen Inhalte unserer jetzigen Bildungs-POLITIK gelehrt werden. Wie sollen sich denn junge Menschen eine Meinung über Kapitalismus, Geldwirtschaft, Demokratie usw. eine Meinung bilden, wenn all die Themen bereits vorgefertigt gelehrt werden? Vielleicht ist es auch blauäugig von mir zu erwarten, dass man den jungen Menschen, über die Schulbildung, Zugang zu den ganzen alternativen Gesellschafts- und Wirtschaftsformen ermöglichen sollte.
    Ich finde die Bewegung "aufstehen" ebenfalls sehr gut und ich bin der Meinung, dass sich Humanität und Kapitalismus im Grundsatz ausschließen.

  • 5
    6
    Blackadder
    10.10.2018

    "Der Unterschied zu Ihnen ist, dass ich nicht der Meinung bin, dass "richtiges" Nachdenken nicht zwangsläufig in der linksextremen Ecke enden soll, sondern möglichst oft in der Mitte der Gesellschaft; also nicht bei Aktivisten und Kapitalismuskritikern. Genau an der Stelle ist dann auch der Unterschied zwischen Ideologie und Humanität."

    Wo das Nachdenken bei Schülern endet, haben weder Sie noch Täglichleser zu bestimmen, sondern nur die Schüler selbst. Auch ist es Quatsch (und das liest sich etwas so), als wäre eine die AfD-ablehnende Haltung automatisch linksextrem. Ich denke mal auch viele Menschen aus der Mitte, auch viele Konservative lehnen die AfD ab.

  • 1
    3
    HHCL
    10.10.2018

    "Aber die AfD sollte in der Schule aufräumen? Das ist Ihre Antwort auf meinen Beitrag."

    Wo habe ich das geschrieben, Täglichleser?

    Meine Antwort auf Ihren Beitrag war, dass Lehrer keine Friedensaktivisten sind und auch nicht sein sollen. Aktivisten haben an Schulen nichts zu suchen; egal welcher Coulour.

    "Ich bin für die Erziehung zu
    selbständig denkende Persönlichkeiten, die
    nicht nur Faktenwissen sich aneignen und
    Zusammenhänge erkennen. Das ist keine
    Ideologie. Das ist Humanität. Das hat auch
    etwas mit der Verfassung der BRD zu tun"

    Das habe ich hier schon mehrfach geschrieben, dass ich sehr dafür bin, dass Schüler selbst denken; insbesondere auch durch eigenes Nachdenken zu einer Meinung über die AfD gelangen. Der Unterschied zu Ihnen ist, dass ich nicht der Meinung bin, dass "richtiges" Nachdenken nicht zwangsläufig in der linksextremen Ecke enden soll, sondern möglichst oft in der Mitte der Gesellschaft; also nicht bei Aktivisten und Kapitalismuskritikern. Genau an der Stelle ist dann auch der Unterschied zwischen Ideologie und Humanität.

  • 7
    3
    Distelblüte
    10.10.2018

    @rald66: In der Schule hat Wahlwerbung nichts zu suchen. Nur mal so als Tipp.

  • 6
    3
    Täglichleser
    09.10.2018

    AfD legt nicht Finger in Wunden, nein sie weicht in der Diskussion aus. Stellt nicht Argument gegen Argument. Und wenn jemand reden will. Ist dieser DDR belastet.
    Ideologisiert. Ralf Ihr Beitrag ist unverständlich. Man bemüht sich um sachlich und verständliche Beiträge. Und
    dann dieser Hühnerstallbeitrag. Sehr niveauvoll.

  • 4
    10
    ralf66
    09.10.2018

    Die linken Kommentatoren sind hier wieder einmal aufgeschreckt wie die Hühner im Stall, wo der Fuchs drin ist. Da kann man doch deutlich sehen, dass die AfD wieder einmal voll den Finger in der Wunde hat! Wenn nämlich alles in bester Ordnung wäre, braucht man sich nicht so aufregen, man lässt die Sache laufen und gut!
    Deswegen noch einmal meine mit sehr viel roten Daumen ausgezeichnete Frage:
    Wie nennt man einen Vorgang, wo man Schülern in der Schule, Wahlwerbung einer rechts von der CDU/CSU stehenden, nicht verbotenen Partei abnimmt?

  • 5
    3
    Täglichleser
    09.10.2018

    HHCL bitte immer korrekt bleiben. Mit dem
    Lehrer als Kapitalismuskritiker habe ich nicht gesagt. Ich bin für die Erziehung zu
    selbständig denkende Persönlichkeiten, die
    nicht nur Faktenwissen sich aneignen und
    Zusammenhänge erkennen. Das ist keine
    Ideologie. Das ist Humanität. Das hat auch
    etwas mit der Verfassung der BRD zu tun.
    Sie haben sich auf mich eingeschossen.
    Lesen Sie hier auch mal andere Beiträge.

  • 5
    3
    Täglichleser
    09.10.2018

    Aber die AfD sollte in der Schule aufräumen? Das ist Ihre Antwort auf meinen Beitrag. HHCL. Schüler und Eltern
    gegen Lehrer aufhetzen. Was haben Sie
    gegen Friedensstiftung, gegen Diplomatie,
    gegen Menschlichkeit?

  • 2
    6
    HHCL
    09.10.2018

    @Täglichleser: Ihrer Meinung nach sollen Lehrer also Friedensaktivisten und Kapitalismuskritiker sein; demnach ausschließlich aus dem Rot-Grünen-Lager, am besten direkt aus der Antifa stammen.

    Nein Danke! Sie können Initiativen beitreten soviel sie wollen. In der Schule hat das alles nichts zu suchen.

  • 7
    3
    DTRFC2005
    09.10.2018

    Ist das, was die AFD da ins Leben ruft, überhaupt mit dem GG vereinbart ?

  • 7
    3
    Stonep
    09.10.2018

    Der Fakt alleine, dass zur Denunziation aufgerufen wird ist erschreckend und ist abzulehnen.
    Ich hoffe, dass es rechtliche Mittel gibt, dass dies verboten wird.

  • 3
    4
    Täglichleser
    09.10.2018

    Saxon, noch mal, ich stecke also in einer Blase. Also ich bin nicht anderen Meinungen gegenüber offen. Lebe in der Vergangenheit. So gemeint?
    Mein Weltbild soll auf den Prüfstand?
    Das Sie so etwas äußern, kann ich nicht
    verstehen, weil Sie Dinge äussern, wo
    ich gleicher Meinung bin.
    Das was ich hier gesagt habe zu den Aufgaben der Lehrer, dazu stehe ich weiter:
    Ja ein Lehrer ist auch ein Erzieher. Er sollte
    auch ein Friedensaktivist sein. Er sollte bewusst auch auf Grundlage der Verfassung lehren. Es geht nicht ohne
    Positionierung. Da braucht er keine Werbung für Parteien zu machen. Neutralitätsgebot!
    Und der Kapitalismus ist nicht (Nein)
    interessiert, vorrangig den Volksmehrheiten zu dienen. Binsenweisheit.
    Deshalb finde ich auch die Initiative von
    Wagenknecht gut. Der bin ich beigetreten.
    So jetzt können Sie mich einordnen.
    Feuer frei zur nächsten Diskussion. Aber bitte sachlich.

  • 4
    4
    saxon1965
    09.10.2018

    @Blackadder: Per se möchte ich Demokratie auch nicht in Frage stellen.
    Die Frage ist nur: Leben wir in einer Demokratie, nach dem allgemeinen Verständnis der Bürger?
    Die Ecken und Kanten die auch sie meinen, werden leider immer mehr. Ohne dass ich diese wiederholen möchte, seien nur mal ganz prinzipielle Dinge genannt:
    Trennung von Staat und Kirche, ... zum Wohle des D. Volkes (nicht des Kapitals), Fraktionszwang im Bundestag, der "sparsame" Umgang mit Steuergeldern...
    oder warum scheut man mehr Direkte Demokratie, wenn doch die Demokratie so gepriesen wird und der Souverän eh das Volk ist? Meint man das Volk wäre zu dumm um zu entscheiden? Hat man Angst vor Machtverlust?
    Es gibt ja nun, besonders in den letzten Jahren, genügend Beispiele um was es den regierenden Parteien wirklich geht: Posten, Nebeneinkünfte, lukrative Jobs danach... und alles zum Wohle des Souveräns?

  • 6
    3
    DTRFC2005
    09.10.2018

    Was die Beweggründe von AFD Wählern besonders im Osten betrifft, habe ich viele Fragezeichen. Vielleicht passt es jetzt nicht wirklich hier her, aber das Ursprungsthema beläuft sich ja auf politische Meinungsbildung über die Schule. Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, gab es das von vielen verpönte Fach Staatsbürgerkunde. In diesem wurde auch sehr treffend beschrieben, was den Kapitalbeherrschenden Markt ausmacht, natürlich immer mit Marx im Gepäck. Ich erinnere mich, das die im Westen angesiedelte Marktwirtschaft, auch das von @saxon1965 beschriebene, stets als schlecht dargestellt wurde. So unrecht hatte man damals wohl nicht. Interessant dabei ist, das AFD Wähler aus dem Osten, erst gegen das Sozialistisch geprägte System Sturm liefen und nun gegen das, wovor man im Staatsbürgerkundeunterricht gewarnt wurde, nun auch zur Höchstform auflaufen. Nun frage ich mich, welches Gesellschaftssystem nun genehm ist. Man möchte weder das eine, noch das andere. Will man doch nur seinen Frust ablassen und rennt aus Prostest denjenigen hinterher, die genau das verbal auffangen um die eigene Macht zu etablieren ?

  • 7
    4
    Blackadder
    09.10.2018

    @saxon1965: ich gebe Ihnen Recht, dass es an vielen Ecken und Kanten klemmt, dass Lobbyisten zu viel Einfluss haben (Dieselskandal), dass die Wirtschaft immer mehr Priorität als die Menschen hat (Bankenrettung) - alles richtig. Aber ich würde nicht von einem Systemfehler sprechen, da ich mir kein System vorstellen kann, welches besser funktioniert als die Demokratie. Sicher ist sie aufwendig und schwierig und hat viele Fehler und viele Verbesserungsmöglichkeiten, aber es ist immer noch das beste, was es gibt und ich würde sie nie per se in Frage stellen.

  • 4
    2
    saxon1965
    09.10.2018

    @DTRFC2005: An ihrer Hypothese könnte was dran sein, Mailadressen sammeln zu wollen.
    @Blackadder: Da gebe ich ihnen Recht, dass die AfD Probleme hochkocht, die keine sind. Sie streut aber auch oft genug Salz in die Wunden unserer lupenreinen Demokraten, was jedoch nicht all zu oft publiziert wird. Da verabschiedet man im Bundestag Gesetze. Daran halten müssen sich Alle nur nicht die Abgeordneten selbst... Rentengesetz zum Beispiel.

  • 3
    3
    saxon1965
    09.10.2018

    @Blackadder: Ich bezog mich auf das GG, humanistische Erziehung und Neutralität gegenüber Parteien. Mit "System" meinte ich unsere derzeitige politisch gesellschaftliche Ausrichtung. Wenn sie das als (ur)demokratisch ansehen, dann sind wir wohl verschiedener Meinung.
    Ich sehe immer mehr eine lobbybeeinflusste, selbstherrliche, dem Kapital (Banken) verpflichtete Politik. Demokratie, da gebe ich ihnen durchaus Recht, sollte den Willen einer breiten Mehrheit abbilden. Das sehe ich jedoch in Deutschland nicht. Die Masse an Bundestagsabgeordneten und der mangelnde Wille daran etwas zu ändern, die automatisierte Diätenerhöhung, die Vollausstattung von Exbundespräsidenten und -Kanzlern u. ä. m. erfüllen für mich die Tatbestände von Korruption und Vetternwirtschaft.
    Und ja, ich habe noch drei Kinder im Bildungssystem und bald auch noch Enkel.

  • 8
    5
    Blackadder
    09.10.2018

    @DTRFC2005: Vielen Dank für die Antwort. Ich biete 6. und 9. Klasse. Und gerade das Kind 9. Klasse hat sehr wohl einen ganz eigenen Kopf, was Politik anbelangt und informiert sich auch vermutlich intensiver als so mancher Wähler.

    Zu Ihren Überlegungen, WARUM die AfD sowas macht: Ich würde noch hinzufügen: wie so oft, um ein Problem aufzubauschen, wo keines ist.

    Warum tut die AfD sowas? Warum fragt die AfD im Bundestag an, wie viele Erkranke es gibt, weil Ausländer in Deutschland innerhalb der Familie heiraten? Um zu suggerieren: es gibt viele Ausländer, die in der Familie heiraten, was zu Erbkrankheiten führt, die den Staat Geld kosten! Die Antwort der Bundesregierung, dass das Quatsch ist, liest doch keiner mehr.

    Gleiches Prozedere hier: Man macht ein Portal auf, in dem Schüler ihre Lehrer anzeigen können, wenn diese gegen die AfD "hetzen", bedeutet: es gibt ein großes Problem mit Lehrern, die gegen die AfD "hetzen". Ob es wirklich so ist, interessiert doch nicht.

    Die AfD macht Politik mit gefühlten Problemen. Sie muss dazu nicht mal offen lügen und etwas behaupten, es reicht schon, es mit einer Frage oder einer Aktion zu suggerieren. Das merkt man doch hier an der Diskussion: jeder geht erst mal davon aus, dass dies WIRKLICH ein großes Problem an unseren Schulen wäre, egal wie man selbst dazu steht. Und schon hat die AfD ihr Ziel erreicht.

  • 6
    1
    DTRFC2005
    09.10.2018

    @Blackadder: Ein Kind Klasse 7, eines in Ausbildung und zwei stehen im Berufsleben. Eine bestimmte Meinung wurde und wird keinem aufs Auge gedrückt. Ich selbst hatte in der DDR mein Schulleben und kann mich nicht erinnern, das ich persönlich für meine Meinung bestraft wurde. Und die war auch nicht, wie es manche so schön betiteln würden, systemkonform. Ich kann mich allerdings auch erinnern, das es in einer Familie den Bruder traf, der studieren wollte und sich für den Dienst ohne Waffe entschied. Ein paar Schüler hatten Eltern, die NVA zugehörig waren, selbst diese Schüler durften sagen, was ihnen gefiel.Wenn es da etwas unschönes gegeben hätte oder hat, dann hat es aber offenbar keiner mitbekommen.

  • 10
    3
    DTRFC2005
    09.10.2018

    Diese Diskussion hatten wir gestern Abend in der Familie. Dabei wurde ein ganz interessante Idee in den Raum geworfen, was eventuell Sinn und Zweck der AFD Überlegung noch sein könnte. Ich werfe diese Idee mal einfach in den Raum. Möge sich jeder dazu seine eigene Meinung bilden. Und zwar, wurde überlegt, ob denn die AFD über die Emnailadressen, die man so schön sammeln kann, potenzielle Wähler rekrutieren wolle. Immerhin könnte man mit den Schülern, die das eine oder andere melden intensiver ins Gespräch kommen.Dieser Einwand kam übrigens von einem 7. Klässler, dem wir beibringen, das man nicht leichtfertig seine Emailadresse und anderweitige Informationen ins Netzt stellt. Dazu muss ich sagen, es wurde während einer Projektwoche, das Thema Medien und deren Umgang in den Klassen extra besprochen.

  • 6
    4
    Blackadder
    09.10.2018

    @saxon1965: "Beantworten sie sich nur mal eine Frage möglichst ehrlich nur mit JA oder NEIN: Ist dieses System darauf ausgerichtet der absoluten Mehrheit gerecht zu werden und zu dienen???"

    Darf ich Sie fragen, was genau Sie mit "System" meinen? Unsere Demokratie? Wie kann man denn der absoluten Mehrheit dienen, wenn es ja zumeist gar nicht der fall ist, dass die absolute Mehrheit einheitliche Meinungen vertritt? Wie soll das gehen in einer Gesellschaftsform, die auf Kompromisse und Zusammenarbeit ausgelegt ist?

    Darf ich an dieser Stelle der Diskussion mal fragen, wer denn von den Diskutanten überhaupt derzeit Kinder in der Schule hat und daher einschätzen kann, wie der Unterricht dort läuft oder haben viele hier ihr Wissen noch von vor 1989 und wenden das einfach 1:1 an? Das wirkt nämlich bei einigen so.

  • 8
    5
    Blackadder
    09.10.2018

    "Der nächste Schritt, betrifft dann die Eltern. Sollen Kinder dann ihre Eltern melden, wenn Sie nicht AFD Fans sind? Oder gar ihre Klassenkameraden, wenn diese etwas gegen AFD sagen?"

    Hierzu empfehle ich jedem das Stefan Heym Theaterstück, das derzeit im Schauspielhaus gezeigt wird. Denn genau das hatten wir schon mal - gut am Beispiel Heym gezeigt. Der wurde nämlich auch wegen einem unpatriotischen Gedicht zunächst vom Gymnasium und später aus der Stadt und letztendlich dem Land geworfen. Wollen wir wirklich da wieder hin?

  • 7
    7
    saxon1965
    09.10.2018

    @Täglichleser:
    "... er (d. Lehrer) doch angehalten auf der Grundlage der Verfassung unser System zu erläutern." Ja, tut er das denn? Es gibt nämlich sehr kontroverse Ansichten über unser System in dem wir leben und was die Erfüllung des GG betrifft.
    "Und es geht um eine humanistische Erziehung." Dann sind sie als Lehrer also ein Kriegsgegner und Friedensaktivist oder sehen sie all die angezettelten Kriege als humanistische Hilfe an?
    "Unter Neutralitätspflicht verstehe ich keine Politik machen für Parteien und Religionen oder sonst wem." Und sie glauben wirklich DAS zu tun?
    Vielleicht sollten sie mal ihr Weltbild auf den Prüfstand stellen und überdenken. Das wird jedoch eher schwer, bei Menschen die vom System geprägt wurden und sich in ihrer Seifenblase wohl fühlen.
    Beantworten sie sich nur mal eine Frage möglichst ehrlich nur mit JA oder NEIN:
    Ist dieses System darauf ausgerichtet der absoluten Mehrheit gerecht zu werden und zu dienen???
    P.S.: Stetige Umverteilung der Besitzgüter von Unten nach Oben, 45 Personen in Deutschland besitzen die Hälfte allen Vermögens, die USA und ihre Vasallen verstoßen seit Jahrzehnten gegen die UN-Charta, die Macht übt nicht das Volk sondern das Kapital aus (Lobbyismus) und so weiter und so fort...

  • 6
    4
    BlackSheep
    09.10.2018

    @Täglichleser, erstmal was die AfD vorhat ist Käse. Allerdings finde ich der Lehrer sollte kein Erzieher sein, erziehen müssen die Eltern ihr Kind, die Aufgabe des Lehrers ist doch Wissen zu vermittellen, der Beruf heist schliesslich Lehrer nicht Erzieher.
    @fp112 es reicht doch nicht ständig über die Erfolge der AfD zu schimpfen mann muss sich doch endlich mal mit den Gründen beschäftigen. Das hat man bis jetzt nicht getan und gerade dass hat doch dazu geführt das die AfD davor steht auch in die letzte Landtage einzuziehen.

  • 2
    8
    HHCL
    08.10.2018

    "Position muss ein Lehrer trotzdem beziehen, um die Schüler zu ordentlichen Menschen zu erziehen. Das erwarten wir von Ihnen."

    Wer ist "wir"? Sie erwarten das. Ich nicht! Ihre Vorstellungen von Unterricht (Der Lehrer hat die Pflicht zu erziehen. Er hat das Sagen.) scheinen mir aus dem 19. Jahrhundert zu stammen. Frontalunterricht scheint auch die einzige für Sie denkbare Unterrichtsform zu sein (Durch den Unterrichtsstoff ist er doch angehalten auf der Grundlage der Verfassung unser System zu erläutern.). Schüler können und müssen sich vieles selbst erarbeiten. Belehrung und Erläuterung als ausschließliche Vermittlungsmethode passt ins Kaiserreich oder in die DDR und nicht in ein freiheitliches System.

    "Unter Neutralitätspflicht verstehe ich keine Politik machen für Parteien und Religionen oder sonst wem."

    Wer hat das den so beschrieben? Sie tun ja so, als würde man bei Wahrung der Neutralität direkt bei der AfD landen.

  • 2
    5
    HHCL
    08.10.2018

    @Täglichleser: Freiheitliches und selbständiges denken lernt man nicht, indem einer vorturnt und Meinung vorgibt. Ihr Mangel an Vertrauen gegenüber jungen Leute ist erschreckend. Wenn ich Ihren Text so lese, scheinen Sie ja direkt davon auszugehen, das ohne Druck und Beeinflussung alle jungen Leute selbstverständlich bei der AfD landen. Soviel Verachtung gegenüber jungen Menschen kann ich nicht nachvollziehen.

  • 14
    6
    Täglichleser
    08.10.2018

    HHCL sinngemäß sagen Sie, der Lehrer soll
    sich mit der Meinungsäußerung zurückhalten, damit die Kinder sich eine
    eigene Meinung bilden können. Unverständlich. Nein er muss den Kindern
    ein Angebot machen. Durch den Unterrichtsstoff ist er doch angehalten auf der Grundlage der Verfassung unser System zu erläutern. Hier kann es keinen
    Selbstlauf geben. Die Kinder werden einbezogen. Der Lehrer hat die Pflicht zu erziehen. Er hat das Sagen. Aber er ist auch
    Pädagoge. Und es geht um eine humanistische Erziehung. Da kann es kein
    Hineinreden durch Parteien geben. Unter Neutralitätspflicht verstehe ich keine Politik machen für Parteien und Religionen oder sonst wem. Aber neutral hin oder her. Position muss ein Lehrer trotzdem beziehen, um die Schüler zu ordentlichen Menschen zu erziehen. Das erwarten wir von Ihnen.

  • 12
    4
    cn3boj00
    08.10.2018

    @fp112: volle Zustimmung, aber wie man sieht ist das leider keine Selbstverständlichkeit.
    @saxon: Man kann auch ohne Gesell und seine Ideen ganz gut durchs Leben kommen. Es gibt gefühlt hundert ökonomisch-gesellschaftspolitische Theorien und es kann nicht aufgabe der Schule sein die alle zu vermiiteln. Die Geschichte, welche unsere Welt wirklich beeinflusst hat, dagegen schon. Und dazu gehören auch Gesellschaften, die ihre Machtbasis auf die Säulen Propaganda und Denunziation aufgesetzt haben.
    Ralf66 hat davon wahrscheinlich auch nichts gehört. Klar, in der DDR hat man dieses Kapitel auch stiefmütterlich behandelt, damit es nicht so auffällt wie wenige Unterschiede es zwischen Stalin und Hitler gab. Aber man konnte sich das Wissen schon aneignen.
    Was die Schulen betrifft: wenn man dort statt politischer Haltung so etwas wie moralische und ethische Grundwerte und humanistisches Denken vermitteln würde könnten sich die Schüler irgendwann tatsächlich die richtigen Meinungen selber bilden. Leider hapert es da.

  • 13
    10
    fp112
    08.10.2018

    Wer es jetzt immer noch nicht kapiert, woher der braune Wind der AFD weht, der muss die Augen und Ohren schon sehr fest schließen.
    Ob nun braun oder stalinistisch rot, in dieser Beziehung ist nicht wirklich ein Unterschied zu erkennen.
    Das sollte in unserem Land nun eigentlich endlich klar sein.
    So unzufrieden kann man bei allen aktuellen Fehlern im System gar nicht sein, um in diesen Kahn wieder einzusteigen. Einfach, weil die jeweiligen Ergebnisse bekannt sein sollten.

  • 2
    15
    ralf66
    08.10.2018

    Wie bezeichnet man ein Vorgehen, wenn man Schülern in der Schule Wahlwerbung, einer rechts von der CDU/CSU stehenden Partei abnimmt?

  • 8
    5
    HHCL
    08.10.2018

    @Täglichleser: "HHCL nach Ihrer Darstellung herrscht in
    den Schulen eine Atmosphäre der absoluten Oberhoheit der Lehrer und dass
    die Schüler sich nicht trauen, ihre Meinung zu äußern. Da hört man aber ganz andere
    Dinge."

    Sie vermischen hier disziplinarische Probleme und inhaltliche Fragen. Es geht nicht, dass ein Lehrer sich vor eine Klasse stellt und quasi die Leitlinien für die Sicht auf politische Parteien vorgibt. Es gibt das Neutralitätsgebot ja nicht ohne Grund. Dass ich die Zweckentfremdung dieses Gebotes durch die AfD ebenfalls deutlich ablehne, können Sie bitte meinem ersten Kommentar zu diesem Thema entnehmen. Lehrer die vor der Klasse erstmal ihre politische Meinung ausbreiten, halte ich aber ebenfalls für problematisch. Wo geht das los, wo hört das auf? Der eine schwadroniert gegen die AfD, der andere gegen die Grünen und Linken, wegen ihrer Nähe zu den Autonomen, der nächste hat etwas gegen die religiösen Leute in den christlichen Parteien. Das hat mit Erziehung nichts mehr zu tun.

    "Ihr Bild von der Abhängigkeit der Schüler von einem wohlwollenden Lehrer stammt allerdings noch aus tiefsten DDR-Zeiten und stimmt einfach nicht mehr. Unsere Kinder brauchen Eltern und Lehrer, die ihnen ein klare Haltung vorleben, und keine Schulung, wie man zum Opportunist wird."

    Ich glaube nicht, dass mein Bild aus tiefster DDR-Zeiten stammt, denn Lehrer und Schüler sind im System Schule einfach nicht auf Augenhöhe; auch nicht in einem demokratischen System und damit erhält eine Meinungsäußerung eines Lehrers ein ziemlich hohes Gewicht und ist kaum angemessen diskutierbar. Ich habe hier auch mehrfach geschrieben, dass ich nichts gegen eine Auseinandersetzung mit solchen Themen im Unterricht habe. Ich halte nur "Der-Lehrer-sagt-jetzt-mal-was-er-darüber-denkt" nicht für die geeignete Methode um selbständig denkende Schüler zu gewinnen. Wenn man offen legen will, wie gefährlich die AfD ist, sollte man den Schülern Gelegenheit geben sich mit dieser, und auch allen anderen Parteien, auseinanderzusetzen und nicht vorgekaute Ablehnung servieren. Damit bewirkt man bei Pubertierenden nämlich auch gern mal das Gegenteil dessen, was man eigentlich erreichen wollte. Inwiefern eine sachliche Auseinandersetzung mit Parteien Opportunisten erzieht, erschließt sich mir nicht. Vom Lehrer vorgegebene Meinung ist viel eher dazu geeignet opportunistisches Verhalten zu befördern. Wenn der Lehrer seine Meinung nämlich nicht preis gibt, muss jeder Schüler tatsächlich selbst denken und ein Urteil aufgrund der Fakten fällen und kann sein Fähnchen nicht nach dem Winde drehen. Das traut man sich aber schon wieder nicht und glaubt man müsse belehren.

  • 14
    9
    Distelblüte
    08.10.2018

    @HHCL: Ihre Empörung wird langsam greifbar. Sie als Elternteil sind zuerst in der Pflicht, Ihren Kindern differenziertes politisches Denken vorzuleben. Ihr Bild von der Abhängigkeit der Schüler von einem wohlwollenden Lehrer stammt allerdings noch aus tiefsten DDR-Zeiten und stimmt einfach nicht mehr. Unsere Kinder brauchen Eltern und Lehrer, die ihnen ein klare Haltung vorleben, und keine Schulung, wie man zum Opportunist wird.

  • 19
    5
    DTRFC2005
    08.10.2018

    Der nächste Schritt, betrifft dann die Eltern. Sollen Kinder dann ihre Eltern melden, wenn Sie nicht AFD Fans sind? Oder gar ihre Klassenkameraden, wenn diese etwas gegen AFD sagen? Die AFD sagt dazu im Wahlprgramm "An deutschen Schulen wird oft nicht die Bildung einer eigenen Meinung gefördert, sondern die unkritische Übernahme ideologischer Vorgaben. Leitbild der schulischen Bildung muss der selbstständig denkende Bürger sein.". Schöne Worte, aber auch sehr trügerisch, denn es passt so gar nicht zu dem was im Artikel steht. Man kann sich nur eine eigene Meinung bilden, wenn man die Meinung anderer zu lässt.Das bedeutet aber auch, das man darüber diskutiert, und zwar sachlich, sowie dazu die verschiedenen Informationen erhält. Ich habe vier Kinder, drei sind schon Erwachsen. Bisher war es nicht einmal der Fall, das meine Kinder zu mir kamen, weil ein Lehrer ihnen seine Meinung aufgedrängelt hätte oder sie einseitig, besonders in Geschichte informiert wurden.

  • 11
    19
    ralf66
    08.10.2018

    Oje, wenn ich das hier von den selbst ernannten Superdemokraten alles so lese, wird mir's übel, überall wird froh und munter versucht, die AfD zu unterdrücken, da sucht man täglich landauf landab nach vereinzelten Fällen, um die AfD ins rechtsextreme Licht zu schieben und wenn sich die AfD dagegen wehrt, unterstellt man ihr Stasimethoden. Ich denke, die links stehenden Parteien in diesen Land, haben auf Grund ihrer Ideologien nicht den Demokratieapostel zu spielen. Wenn man als neutraler und parteiloser Bürger sieht, wie mit der AfD seit ihres Bestehens, egal wo, umgegangen worden ist, kann man nur mit dem Kopf schütteln, mit Demokratie wie sie ständig gepredigt wird, hat das nicht mehr viel zu tun!

  • 15
    7
    Täglichleser
    08.10.2018

    HHCL nach Ihrer Darstellung herrscht in
    den Schulen eine Atmosphäre der absoluten Oberhoheit der Lehrer und dass
    die Schüler sich nicht trauen, ihre Meinung zu äußern. Da hört man aber ganz andere
    Dinge. Es ist eine Anmassung, dass die AfD
    das Neutralitätsgebot in den Schulen kontrollieren will. Das steht keiner Partei zu.

  • 4
    14
    HHCL
    08.10.2018

    Wie wäre es, wenn Sie es mir überlassen, was ich hier schreibe?

    Ich kann mir jetzt ungefähr das Klima in einem Klassenzimmer vorstellen, in dem "Die Schüler erleben [sollen], dass auch in der Schule politische Haltungen gezeigt werden können/sollen.". Ich glaube darüber sollte man tatsächlich reden, warum einige Lehrer glauben das Neutralitätsgebot gelte für sie und ihre moralisch höherstehenden Ideen nicht.

  • 19
    6
    tbaukhage
    08.10.2018

    Wie wär's, wenn wir beim eigentlichen Thema bleiben, also dem Gesinnungsterror,, den die AfD salonfähig machen will???

  • 5
    13
    HHCL
    08.10.2018

    @tbaukhage: "Ich erwarte nicht, dass die jungen Bürger meine politische Haltung (zB. zur AfD) teilen."

    Ihnen ist offensichtlich nicht bewusst, dass sich Schüler kaum so verhalten (können), den es besteht ein starkes Gefälle zwischen Lehrern und Schülern; der Lehrer gibt die Noten. Nach Moralpredigten wird jeder Schüler wissen, das Sie zum Thema AfD die folgende Meinung hören wollen und diese dann auch absondern. Viel besser und interessanter wäre es die Schüler selbst Argumente für bzw. gegen die Wählbarkeit dieser Partei zu finden und sich und seine Meinung nicht an die große Glocke zu hängen. Der Erfolg ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch deutlich nachhaltiger, weil die Schüler eben selbst eine Meinung gebildet haben und nicht die Meinung des Lehrers vor den Latz geknallt bekommen.

    Was machen Sie denn mit einem Schüler, der sich positiv zur AfD äußert? Dürfen sich dann Schüler mit seinen Ansichten auseinandersetzen oder bekommt er von Ihnen wortreich gesagt, dass er "falsch" liegt.

    "Vielmehr schrieb ich davon, meinen Schülern vorzuleben, eigene politische Meinungen zu bilden und auch zu äußern, fern jeder Angst vor Gesinnungsschnüffelei."
    Das geht aber nur, wenn man auf Augenhöhe diskutiert und dass geht zwischen Lehrer und Schüler aus oben genannten Gründen nicht. Ein Schüler kann sich gegenüber der Lehrermeinung nicht völlig unbefangen äußern, da er in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihm steht.

    "Kann es sein, dass eine solche Haltung eines Lehrers hier nicht gern gesehen wird?"
    Es kann nicht nur sein, es gibt ein Neutralitätsgebot für Lehrer. Es ist auch keine "Haltung", wenn man sich vor Leute stellt, die einem zuhören müssen und denen mal mitteilt, wie man die Welt so sehen sollte. Haltung können sie im Lehrerzimmer zeigen; da werden leider ausreichend AfD-nahe Kollegen sitzen.

  • 4
    17
    saxon1965
    08.10.2018

    @tbaukhage:
    @HHCL:
    Unsere Bildung ist nicht zufällig eine Bildungspolitik. Wenn sie neutral und bewertungsfrei wäre, dann müssten viel mehr Themen zu gesellschaftlichen Alternativen vermittelt werden. Das wir in einer Zeit des Neoliberalismus leben und dabei sollte man Liberalismus nicht mit etwas Positiven verwechseln, kommt nicht von ungefähr.
    Und fragen sie mal 10klässler nach Gemeinwohl-Ökonomie, ob sie unser Geldsystem wirklich verstehen oder Silvio Gesell kennen? Dafür wissen sie vielleicht von wann bis wann der s. g. Neandertaler gelebt hat.

  • 9
    20
    1005
    08.10.2018

    Wer ist denn so blauäugig zu glauben,daß die Lehrer an der politischen Meinungsbildung im Unterricht die AfD als positiv hervorheben.Die Lehrer bekommenen das nicht schwarz auf weis wie zu DDR Zeiten,sondern durch einen Wink mit dem Zaunspfahl durch die Vorgesetzten.Wer da als Lehrer nicht mitzieht hat mit Konsequenzen zu rechnen.Der Mensch hängt ja zu allererst am Geld und seinem Job(wenn er es als notwendig erachtet) danach kommt erst mal wenig und sehr spät die Moral.Man erinnere sich nur wie der Westen den Osten vereinnahmt hat-mit der D-Mark. Parteien wie die AfD mit allen Mitteln zu bekämpfen zeugt nicht von Stärke und hat auch nichts mit Demokratie zu tun.Das erinnert mich an DDR Zeiten und da bin ich als Ostdeutscher sensibel.

  • 22
    3
    tbaukhage
    08.10.2018

    @HHCL: Ich bin auch als Lehrer kein politisches Neutrum. Statt mir das Wort im Munde umzukehren, sollte man meine Zeilen vielleicht auch verstehen...
    Ich erwarte nicht, dass die jungen Bürger meine politische Haltung (zB. zur AfD) teilen. Vielmehr schrieb ich davon, meinen Schülern vorzuleben, eigene politische Meinungen zu bilden und auch zu äußern, fern jeder Angst vor Gesinnungsschnüffelei. Kann es sein, dass eine solche Haltung eines Lehrers hier nicht gern gesehen wird?

  • 21
    2
    Hankman
    08.10.2018

    Soso, die AfD möchte also kleine IMs und Denunzianten züchten. Schon die Jüngsten sollen lernen, wie sie sich einmal in einer von der AfD regierten Rrrepublik zu verhalten haben. So übel, massenhaft Kinder zum Spitzeln und Denunzieren aufzufordern, war nicht mal Mielkes Stasi drauf. Die AfD stellt sich immer wieder als armes unschuldiges Opfer dar, das Schutz vor dem bösen Staat braucht. Belege liefert sie natürlich nie. Diese Mitleidsmasche ist lächerlich. Die Partei hat in ihren Reihen eine Vielzahl von Politikern, die permanent zuspitzen, spalten, provozieren, hetzen und lügen. Sie darf sich deshalb nicht wundern, wenn sie Gegenwind aus der Zivilgesellschaft bekommt - und es eben auch mal genauso aus dem Wald herausschallt, wie sie hineingepöbelt hat.

    Ja, Lehrer sollten neutral sein. Das ist im Einzelfall aber auch mal schwierig. Mir fällt da zum Beispiel Björn Höcke ein, bei dem man Gott auf Knien danken möchte, dass der jetzt Politik macht und keine Kinder mehr unterrichtet. Ja, Lehrer sollten im Unterricht politisch neutral agieren und den Schülern nicht ihre Meinung aufdrängen. Aber bei entsprechenden Themen im Unterricht Politiker und politische Parteien - gleich welcher Richtung - für Fehler kritisieren oder ihre Konzepte kritisch analysieren, das ist richtig und notwendig.

  • 4
    15
    HHCL
    08.10.2018

    @tbaukhage: Und ich als Elternteil würde mit Ihnen dann ein Gespräch führen in dem Sie mir dann erklären können, was Sie am Neutralitätsgebot nicht verstanden haben. Im nächsten Schritt könnten wir dieses Gespräch dann unter sechs Augen im LaSuB führen. Ihre Aufgabe wäre es den Schüler durch Vermittlung von Wissen in die Lage zu versetzen die AfD durch eigenes Nachdenken schlecht zu finden und nicht Moralpredigten zu halten und Ihre politische Weltsicht kund zu tun. In Klassenzimmern gibt es aus gutem Grund keine Kanzel.

    Dass Schüler außerdem im Unterricht kaum die Möglichkeit haben sich vom Lehrer vorgegebene Meinungen zu widersetzen oder zu distanzieren, müsste Ihnen als ausgebildeter Pädagoge klar sein. Umso widerwärtiger finde ich Ihr Statement. Die Schule ist kein Ort für Indoktrination (mehr).

  • 13
    4
    cn3boj00
    08.10.2018

    Nachdem die erste Stufe der Machtergreifung schon recht gut funktioniert, die Propagandamaschine, geht man jetzt zur zweiten Stufe über: der Denunziation. All das gabe es bereits zu Zeiten des dritten Reiches und der Ulbricht-Honeckerschen Diktatur. In autoritären Regimes ist das Normalität.
    Wenn eine Partei, die sich angeblich den demokratischen Grundsätzen verpflichtet fühlt, so etwas anwendet, straft sie sich selber Lügen.
    Wo ist das CDU-Formular fürMerkel-kritische Lehrer? Oder das der Grünen für dieselfahrende Lehrer? Oder der Linken für Lehrer die was gegen autonome haben? Das Neitralitätsgebot gebietet Lehrern (genau so wie Beamten oder im Staatsdienst angestellten), während der Ausübung ihres Berufs die politische Meinungsbildung nicht zu beeinflussen und parteipolitische Betätigungen zu unterlassen. Die AfD kehrt das Prinzip bewusst um und verlangt, dass die Meinung der AfD ausdrücklich geduldet wird.
    AfD Anhänger werden das natürlich schwer verstehen, aber jeder sollte mal ernsthaft darüber nachdenken.
    @saxon: was hat die namentliche Meldung von Lehrern mit Parteiprogrammen zu tun? tatsache ist, dass man auf der Hamburger Seite in ein formloses Formular alles reinschreiben darf, auch namen von lehrern. Und das dass auch Kinder benutzen dürfen! Das Formular wird übrigens nur dann abgeschickt, wenn man ausdrücklich den Datenschutzbestimmungen der AfD zustimmt. Nach diesen werden alle Daten erfasst, die eine eindeutige Zuordnung des Absenders erlauben. Und, welcher Hohn: "Personen unter 18 Jahren sollten ohne Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten keine personenbezogenen Daten an uns übermitteln. Wir fordern keine personenbezogenen Daten von Kindern und Jugendlichen an, sammeln diese nicht und geben sie nicht an Dritte weiter." Hier verstößt die AfD wohl gegen ihre eigenen Bestimmungen!

  • 2
    9
    HHCL
    08.10.2018

    Nur kurz als Einschub in die Diskussion: Gibt es zum Thema "Schule" und "Lehrer" eigentlich nur ein einziges lizenziertes Symbolfoto im Archiv der Freien Presse?

  • 24
    7
    tbaukhage
    08.10.2018

    Sollte sich eine entsprechende Situation im Unterricht ergeben, werde ich mich jedenfalls klar und deutlich von dem politischen Gedankengut dieser Brandstifter vom rechten Rand distanzieren. Die Schüler sollen erleben, dass auch in der Schule politische Haltungen gezeigt werden können/sollen. Und sie sollen meine kennen. Ob sie sie akzeptieren ist eine andere Geschichte.

  • 19
    4
    HHCL
    08.10.2018

    @Deluxe: Die übliche Masche: Wenn die anderen das gleiche gemacht hätten, wäre das alles nicht so schlimm.

    Darum geht es außerdem gar nicht. Es geht um die völlig unbelegte Unterstellung die AfD würde dauernd durch Lehrpersonal an Schulen durch den Schmutz gezogen und es geht um die Unterstellung die Schulbehörden würde Verstöße gegen das Neutralitätsgebot nicht ahnden. Man macht sich bei der AfD nicht einmal die Mühe entsprechende Fälle zu nennen; man behauptet das einfach um sich (wieder einmal) als Opfer böser und von irgendwem gesteuerter großangelegter Hetze darzustellen.

    Wenn gegen das Neutralitätsgebot verstoßen wird, ist das außerdem grundsätzlich problematisch. Es gibt dafür aber rechtsstaatliche Mittel, bis hin zur Klage, um gegen so etwas vorzugehen.

  • 5
    27
    Deluxe
    08.10.2018

    Soviel zur Schau gestellte Empörung...

    Wenn gegen das Neutralitätsgebot in die andere Richtung verstoßen wird, scheint es nicht halb soviel Empörung zu geben.

  • 24
    2
    HHCL
    08.10.2018

    @Täglichleser: Wer sind den "wir"? Es wäre schön, wenn Sie hier Ihre Meinung schreiben würden und die anderen nicht derart mit vereinnahmen würden. Sie sind dieser Meinung, nicht "wir".

    @Lesemuffel: In Hamburg ist das nicht schon lange so, sondern auch dort gibt es das auf Betreiben der AfD erst seit wenigen Wochen.

    "Wenn Lehrer gegen das Neutraltätsgebot verstoßen und das Schulamt dagegen nichts unternimmt, müssen es andere tun."
    Woher haben Sie denn Ihre Informationen? Wie viele Anzeigen gegen das Neutralitätsgebot sind denn beim Schulamt eingegangen und wurden dort unter den Teppich gekehrt? Offenbar haben Sie ja auch ohne den Pranger von diesen ganzen Verstößen Kenntnis erhalten. Wozu brauchen Sie dann die IMs im Klassenzimmer?

    Darf ich außerdem davon ausgehen, dass die AfD auch Lehrer, die die AfD übermäßig positiv im Unterricht darstellen zur Verantwortung gezogen werden sollen?

  • 11
    0
    saxon1965
    08.10.2018

    @Täglichleser: Könnte alles stimmen, was sie da schreiben.
    Man sollte nicht davon ausgehen, dass man alles weiß, alles so ist, wie es scheint und wir gänzlich frei von Beeinflussungen sind. Das kann man nun so oder so sehen. Dinge kritisch zu hinterfragen sollte so falsch jedoch nicht sein und noch immer darf Jeder sich seine eigene Meinung bilden, egal ob sie richtig oder falsch sein sollte.
    Ich empfehle ihnen Prof. Dr. Rainer Mausfeld...

  • 22
    1
    saxon1965
    08.10.2018

    Eine namentliche Meldung von Lehrern geht ja gar nicht! Warum klären die Medien nicht massiver über den Inhalt des Parteiprogrammes der AfD und all unserer anderen Parteien besser auf?! Das wäre doch mal ein dankbares Thema! Eine Gegenüberstellung von Themen, informell ohne Wertung. Die wenigsten Bürger befassen sich doch (leider) von selbst mit Parteiinhalten.
    Was das Thema Lehrermeinung und Lehrerneutralität betrifft, so bin ich der Meinung, dass es ganz schwer sein dürfte, Neutralität in den Schulen zu gewährleisten. Natürlich muss man auch den Lehrkräften und Erziehern eine politische Meinung zugestehen, aber welchen Einfluss haben Lehrer bei 10jährigen oder bei 16jährigen auf deren Meinung?
    Eine Minderheit muss nicht zwangsläufig im Unrecht sein und kontroverse Ideen von einer Gesellschaft nicht unbedingt abwegig. So gesehen finden in unserer "Bildung" wo möglich zu wenige Diskussionen und zu einseitige Informationen statt.

  • 19
    18
    Täglichleser
    08.10.2018

    Wir können ein solches Vorhaben der AfD
    nicht verstehen. Es ist nicht unsere Partei.
    Aber ernst müssen wir das schon nehmen.
    Da gibt es schon einige, die das gut finden.
    Da höre ich ihre Rufe: Lügenpresse, Scheiss Fernsehgebühren, Regierungsmedien, die Lehrer wissen auch
    alles besser, alles gesteuert, "Volksfahrräder"!

  • 15
    32
    Lesemuffel
    08.10.2018

    Warum diese Aufregung. Das ist in Hamburg schon lange so. Andere BL folgen. Wenn Lehrer gegen das Neutraltätsgebot verstoßen und das Schulamt dagegen nichts unternimmt, müssen es andere tun. Ausserhalb der
    Schule können auch Lehrer ihrer pol. Ausrichtung frönen.

  • 32
    16
    Distelblüte
    08.10.2018

    Die AfD bedient wieder mal die unterste Schiene und will Kinder zu Denunzianten machen. Die ganzen wohl gesetzten Worte verhüllen nicht die abartigen Bestrebungen, Menschen auf Linie zu bringen. Das gab es schon einmal. Und trotzdem wird es genug Beifallklatscher geben. Es k#%&tzt mich einfach nur an.

  • 35
    16
    SimpleMan
    08.10.2018

    Was für eine Doppelmoral von der AfD! Den Dresdener Hutbürger, der gegen das Mäßigungsgebot verstoßen hatte, als Held feiern, aber Lehrern, die ihre Meinung sagen, einschüchtern wollen. Diese Partei kann man nicht ernst nehmen.

  • 26
    17
    Blackadder
    08.10.2018

    Na das hat ja in Hamburg schon so super funktioniert!

    https://www.welt.de/regionales/hamburg/article181755688/Beschwerden-ueber-Lehrer-AfD-Portal-von-satirischen-Beitraegen-geflutet.html

    Die AfD ist offensichtlich nicht lernfähig, sowas wird in Zeiten der sozialen Medien ganz schnell zum Bumerang. Niemand mag Denunzianten oder die, die dazu aufrufen!

  • 34
    16
    VaterinSorge
    08.10.2018

    Das ist doch nicht zu fassen! Kann man denn nicht mal die Kinder an Schulen in Ruhe lernen lassen? Wir haben 3,05 Mio. Einwohner in Sachsen, davon sind es gerade mal 430.000 Schülerinnen und Schüler und 34.000 Lehrerinnen und Lehrer. Dieser Schwachsinn, hier in irgendeiner Form was bewegen zu wollen, grenzt schon an maßloser Idiotie und Überheblichkeit. Lasst die Pädagogen arbeiten, so lange wir noch welche arbeiten und die Kinder anständige Berufe lernen, die wir zukünftig auch brauchen, lasst sie sich ihre eigenen Meinungen bilden und demokratische Diskussionen üben. Auch Lehrerinnen und Lehrer wissen, wie man mit diesen Themen umgeht, man braucht sie weder kontrollieren, noch ausspionieren, noch bevormunden. Auf diese Art von Vorschlägen reagieren Eltern, Lehrer/innen und vor allem Schüler besonders empfindlich, das war wohl nix....



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