Sächsischer Polizist organisiert Anti-Corona-Demo in Pirna

Pirna (dpa/sn) - Ein sächsischer Polizeibeamter hat am Mittwoch in Pirna eine Demonstration gegen Einschränkungen in der Corona-Krise organisiert und muss sich nun seinem Dienstherren gegenüber verantworten. Neben strafrechtlichen Ermittlungen wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz wurde ein disziplinarrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den Beamten eingeleitet, teilte die Polizeidirektion Dresden am Donnerstag mit. Zudem werde geprüft, ob dem Polizisten das Führen der Dienstgeschäfte verboten wird.

Nach Angaben der Polizei hatte der 49-Jährige in sozialen Netzwerken zu einem «Spaziergang» auf dem Pirnaer Marktplatz aufgerufen. Vor Ort habe man zunächst fünf Personen festgestellt. Nachdem drei von ihnen einen Spaziergang begannen, hätten sich fortlaufend immer mehr Leute angeschlossen. Am Ende seien es etwa 180 gewesen. Die Polizei habe daraufhin Beschränkungen und Auflagen erlassen. In der Folge sei es immer wieder zu Verstößen gekommen.

Nach einem Bericht der «Sächsischen Zeitung» (Online-Ausgabe) hatte sich eine bunte Mischung auf dem Marktplatz versammelt, darunter in der Region bekannte Unternehmer und Handwerker, aber auch Köpfe aus der rechten Szene und Verschwörungstheoretiker.


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7Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 9
    6
    Echo1
    24.04.2020

    Seit Tagen, man kann es ja selbst ausrechnen mit den Zahlen des RKI, seit Wochen Infektionszahlen aufaddiert minus den Toten minus den Genesenen, Immunen = die aktuelle Zahl
    der Coronainfizierten. Das sind seit Wochen ca. 50 Kranke auf 100.000 deutsche Einwohner. Da kann ich verstehen, dass sich viele für Lockerung aussprechen. Es ist deshalb auch kein Grund den Leuten Angst zu machen.
    Da müssten die Politiker auch Angst machen für Unfälle im Strassenverkehr und
    dass einem ein Dachziegel auf den Kopf fällt.

  • 14
    9
    Zeitungss
    24.04.2020

    Ganz einfach, wer gegen die jetzigen Anordnungen demonstriert, denen kann man nur empfehlen sich dort zu postieren, wo es demnächst Hirn regnet. Es gibt eben Leute, die haben den Ernst der Lage noch immer nicht erkannt und werden es vermutlich auch in Zukunft nicht. Ich zweifele auch nicht an einer soliden Ausbildung bei der Polizei.

  • 12
    8
    Lexisdark
    23.04.2020

    @vonvorn Sie sehen anscheinend immer nur das eine, Ihre Rechte. Diese sind aber auch an Pflichten gebunden, derzeit unter anderem Abstände einhalten, geringe Teilnehmerzahl. Auch die sonst geltenden Regeln keine Beleidigungen, Aufrufe zu Straftaten etc. sind noch immer gültig. Scheint bei manchen nichts zu bringen und dann kommt wieder die Opferrolle.

  • 12
    10
    vonVorn
    23.04.2020

    Nur mal ne Frage, wenn jemand in einer Demokratie mit etwas nicht einverstanden ist, darf er wohl nicht dagegen demonstrieren? Ich dachte immer Demonstrationsfreiheit wäre in Grundrecht in der Demokratie?

  • 10
    13
    Freigeist14
    23.04.2020

    Soll wohl heißen : Die Grundrechte verteidigen ist implizit "rechts" ? Ich vermisse einen Hinweis auf die"Querfront " falls wieder mal Linke mit demonstrieren . Funktionierte ja auch in Berlin am Kollwitzplatz .

  • 8
    19
    MuellerF
    23.04.2020

    @saxon: Was verlangen Sie bitte-dass die Medien Informationen darüber, wer da so mitläuft, VERSCHWEIGEN ? Mit anderen Worten: möchten Sie eine "Lücken"- bzw. "Lügenpresse"?

  • 21
    9
    saxon1965
    23.04.2020

    Auch wieder ein interessanter Satzbau:
    "... hatte sich eine bunte Mischung auf dem Marktplatz versammelt, darunter in der Region bekannte Unternehmer und Handwerker, aber auch Köpfe aus der rechten Szene und Verschwörungstheoretiker."
    Der zweite Satzteil "... aber auch Köpfe aus der rechten Szene und Verschwörungstheoretiker" soll den geneigten Leser wohl unmissverständlich klar machen, um was für Subjekte es sich da gehandelt hat?