Schneebruch: Wälder und Loipen gesperrt - noch mehr Schnee im Gebirge

Im Bergland liegt jede Menge Schnee - Wintersport ist dennoch nicht überall möglich. Beim Betreten der Wälder herrscht Lebensgefahr.

Klingenthal (dpa/sn) - Weil Bäume unter der Schneelast einbrechen, sind im Erzgebirge weitere Wälder gesperrt worden. So ist südlich von Dippoldiswalde im Osten der Region der Zugang untersagt. Es herrsche Lebensgefahr, die Wälder sollten in den kommenden Tagen auf keinen Fall betreten werden, erklärte ein Sachsenforst-Sprecher am Samstag. Die Schneebruchgefahr sei durch die steigenden Temperaturen noch einmal stark gestiegen, hieß es. Regen und nasser Schnee belasteten die bereits verschneiten Bäumen zusätzlich. Den Angaben zufolge drohen in den Wäldern Äste und Kronenteile abzubrechen und ganze Bäume umzustürzen. "Bei Verletzungen kommen die Rettungskräfte nicht oder nur sehr schwer in die Wälder", heißt es bei Sachsenforst. Die Einhaltung der Rettungskette könne in dieser Situation nicht gewährleistet werden. Zuerst waren im Mittel- und Westerzgebirge Verbote ausgesprochen worden.

Auch im Vogtlandkreis hat das Landratsamt am Samstag wegen akuter Schneebruchgefahr die Wälder sperren lassen. Betroffen sind unter anderem Schöneck und Klingenthal, Morgenröthe-Rautenkranz sowie Markneukirchen. Auch die bekannte Kammloipe bleibt geschlossen, alternativ wird den Angaben zufolge die Sonnenlopie in Klingenthal für Langläufer gespurt. Die Skilifte Mühlleiten und Jägerstraße rüsten sich unterdessen für einen Ansturm - bei Pulverschnee und einem halben Meter Schnee.

Die Schneemassen behinderten teilweise auch den Zugverkehr. Wie die Länderbahn mitteilte, stieß im Vogtland bei Zwotental ein Zug der Vogtlandbahn mit einem Baum zusammen. Den Angaben zufolge wurde der Zug beschädigt, verletzt wurde niemand. Wegen Schnee und Eis ist die Strecke zwischen Zwickau und dem tschechischen Sokolov auf dem Abschnitt zwischen Falkenstein und Kraslice unterbrochen.

In sächsischen Skigebieten sind die Loipen wegen Schneebruchs nicht alle zu befahren. So bleiben etwa die Loipen um den Kahleberg und die Scharspitze bei Altenberg (Osterzgebirge) gesperrt. "Unsere Kollegen waren in den letzten beiden Tagen unterwegs, um die Wälder von Schneebruch zu beräumen", hieß es am Samstag in dem Wintersportbericht des Wintersportortes Altenberg. In der Nacht seien so viele Bäume umgebrochen, dass keine Loipe durchgängig zu nutzen sei. Hingegen sind die Lifte in Altenberg und Geising geöffnet. In Rehefeld hat zwar der Sessellift geschlossen, beim Schlepplift könnte der Betrieb wegen Schneebruchs unterbrochen werden, hieß es.

Zwar hat sich die Lage in Sachsen nach den massiven Schneefällen der vergangenen Tage entspannt. "Wir stehen aber unmittelbar vor neuem Neuschnee", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig. Von Samstagnachmittag bis zum Sonntagnachmittag können in den Kammlagen über 800 Meter noch einmal bis zu 20 Zentimeter Neuschnee hinzukommen. "Danach muss auch das Gebirge mit Tauwetter rechnen", so der DWD-Sprecher. Für die Nacht zum Sonntag warnte der DWD vor starken Schneeverwehungen in Teilen der Region. Betroffen sind der Erzgebirgskreis und das Bergland in Mittelsachsen, im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, im Vogtlandkreis - und zwar jeweils Lagen über 800 Meter. Die Warnung gilt von Samstag, 18 Uhr bis Sonntag, 10 Uhr. Verbreitet wird es glatt. Straßen und Schienenwege könnten unpassierbar sein. (dpa/fp)

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