Schüler wollen beim Klimaschutz Taten sehen

Landesschülerrat und Ministerpräsident haben Details zur gemeinsamen Veranstaltung vorgestellt. Was wird herauskommen?

Dresden.

Die ersten Worte überlässt Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) den Schülern. Und die legen direkt los, als sie am Mittwoch im Medienzentrum der Staatskanzlei für das gemeinsame Großereignis am 22. Juni in Leipzig werben. "Zwei wesentliche Anliegen" verfolge man mit der Klimakonferenz, zählt Landesschülerratschef Noah Wehn auf. Das eine sei, unterschiedlichen Akteuren eine Plattform für Meinungsaustausch bieten zu wollen. Wenn "Parteien, die den Klimawandel leugnen", in Teilen von Sachsen genauso erfolgreich bei Wahlen abschneiden wie "in Großstädten sehr linke, progressive Parteien", dann sei es besonders wichtig, zusammenzukommen und über "ein so energiegeladenes Thema" miteinander zu diskutieren.

Ob in sozialen Netzwerken oder im Freundeskreis, oft bewege man sich in der eigenen Blase, wo Konsens herrsche, fügt Wehn hinzu. Aber: "Wir wollen mit der Klimakonferenz ein paar Blasen zum Platzen bringen." Und daraus entspringt die zweite Erwartungshaltung der Schüler, die sie an die Staatskanzlei adressieren: handfeste Ergebnisse. Bei aller Bedeutung des Dialogs an sich sei auch eine "gewisse Handlungsänderungsbereitschaft" nötig.

Dass es die bei Kretschmer gibt, davon ist Wehn offenbar überzeugt. Bei der Vorbereitung der Konferenz, die mit einem Anruf aus der Staatskanzlei bei ihm begann, habe es "Gespräche auf Augenhöhe" gegeben.

Danach ist Kretschmer dran und versichert: "Die Sächsische Staatsregierung und ich, wir gehen in diese Konferenz mit dem Willen, mehr zu tun als bisher. Wir wollen das Konkrete und Machbare finden und umsetzen." Die Diskussion miteinander solle "vernünftig, tiefgreifend und konkret" geführt werden.

Das Konzept der Staatsregierung sei "Klimaschutz durch Innovation, nicht durch Verbote", sagt Kretschmer. Dafür müsse Sachsen etwa bei Stromleitungen, Schienen- oder Radwegen schneller vorankommen. Einigkeit zwischen Staatsregierung, Landesschülerrat und vielen Menschen sieht er in der "Erkenntnis, dass der Klimawandel zu einem großen Teil menschengemacht ist". Dies sei "der Gegenentwurf zu Leuten wie Donald Trump, die diesen Klimawandel leugnen, was aus meiner Sicht unverantwortlich ist".

Kretschmer deutet zudem eine Fortsetzung der Konferenz an. "Wenn gewünscht, muss es nicht die letzte sein. Ich würde gerne auch die Chance haben, in absehbarer Zeit Zeugnis abzulegen über das, was daraus geworden ist." Dies dürfte freilich auch davon abhängen, wie die schon zehn Wochen nach der "Wir. Machen. Klima."-Konferenz angesetzte Landtagswahl ausgeht.

Die Umsetzung der Konferenzziele - wie auch immer sie aussehen werden - hält Kretschmer aber auch so für ungefährdet. "Egal wer Sachsen danach regiert, ist gut beraten, sich an diese Vorschläge und Ideen zu halten." Bis es eine neue Regierung gebe, werde die alte "bestimmt noch eine ganze Weile über den 1. September hinaus" im Amt sein. Es gebe schon jetzt "eine ganze Reihe von Möglichkeiten", etwa durch den geltenden Doppelhaushalt 2019/20.

Etwa 50 Experten haben für Leipzig zugesagt, bis zu 1000 Schüler können auf dem Universitätscampus an der Jahnallee dabei sein. Die Anmeldebestätigung berechtigt am Veranstaltungstag in ganz Sachsen zur kostenfreien Nutzung von Bussen, Straßenbahnen und Zügen - mit Ausnahme von ICE.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...