Schulz: Alltagssorgen stärker in den Fokus nehmen

Dresden (dpa) - Kurz vor seiner Teilnahme an einem Anti-Rassismus-Kongress in Dresden hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz einen stärkeren Fokus der Politik auf die Sorgen der Bürger angemahnt. «Es gibt eine große Orientierungslosigkeit», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Wir erleben gewaltsame Konflikte in unserer europäischen Nachbarschaft, eklatante Gerechtigkeitsfragen stellen sich, und oft entsteht der Eindruck, dass sich Politik zu wenig um die Alltagssorgen der Menschen kümmert.»

Hier müsse angesetzt werden, «in dem wir Kita-Plätze schaffen, die Schulen unserer Kinder in Schuss halten und für bezahlbare Mieten sorgen», mahnte Schulz. «Dann können wir die Rechtspopulisten, die für alles einen Sündenbock, aber für nichts eine Lösung haben, wieder zurückdrängen.»

Im Mittelpunkt des Kongresses am Sonntag in der sächsischen Landeshauptstadt steht die Suche nach Antworten auf zunehmenden Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Kanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und andere Gäste waren am Montag in Dresden am Rande der Feiern zum Tag der deutschen Einheit von mehreren hundert Demonstranten beschimpft und angepöbelt worden, darunter vor allem Anhänger des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses.

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