Schweinepest: Nach Brandenburg baut auch Sachsen Schutzzaun

Dresden (dpa) - Sachsen hat zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest (ASP) mit dem Aufbau von Schutzzäunen entlang der Grenze zu Polen begonnen. Wie das Sozialministerium in Dresden am Mittwoch mitteilte, wird entlang der Lausitzer Neiße auf 4,5 Kilometern eine erste Barriere errichtet. Dies hätten die zuständigen Veterinäre des Sozialministeriums, der Landesdirektion und des Landkreises Görlitz als vorbeugende Maßnahme beschlossen. Damit solle die Wanderung von Wildschweinen aus dem Nachbarland erschwert werden.

Der Schutzzaun wird zwischen der Landesgrenze zu Brandenburg und dem Beginn der Umzäunung des Fürst-Pückler-Parkes in Bad Muskau aufgestellt. Die Barriere besteht aus Elektronetzen, denen punktuell auch abschreckende Gerüche anhaften.

Mit der Errichtung dieser Wildschweinbarrieren würden die Maßnahmen in Brandenburg unterstützt und flankiert, sagte die neue Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Allerdings böten die Zäune keinen vollständigen Schutz. «Die Präventionsmaßnahmen sind darauf gerichtet, eine Ausbreitung dieser Tierseuche zu begrenzen, um die potenziell bedrohten Landwirtschaftsbetriebe vor einem wirtschaftlichen Schaden zu bewahren», sagte Köpping.

Die ASP ist für Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine aber tödlich. Sachsen hatte im Dezember eine viertägige Notfallübung zur Abwehr der Schweinepest durchgeführt. Zuletzt war in Polen rund 21 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ein an der Tierseuche verendetes Wildschwein gefunden worden. Brandenburg hatte daraufhin bereits mit dem Aufbau eines 120 Kilometer langen Schutzzaunes von Frankfurt/Oder aus in Richtung Landesgrenze zu Sachsen begonnen.

2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    2
    Interessierte
    10.01.2020

    Ich kann mich noch an die Diskussionen entsinnen , als Dänemark einen Zaun plante und man das lächerlich machte und meinte , wieder einen Zaun in Europa - und dass die Menschen doch schon alles rüber und nüber tragen - und jetzt machen sie es selbst ...

  • 4
    0
    GrauerWolf
    09.01.2020

    Die chinesische Mauer
    Räuber-Beute-Systeme sind sehr komplexe ineinander greifende komplizierte Regulationsprozesse in einem Biotop, die der Mensch zusätzlich massiv negativ beeinflusst. (Anm.d.Red. Schwarzwild gehört zur "Beute") 13 dieser Regulationsprozesse werden in den Lehrbüchern für Ökologie beschrieben und im Studium vermittelt. So ist es nicht möglich weder in einem Dreizeiler die Effekte verschieden großer Räuber auf die Reduktion der Beute-Population vollumfänglich zu erklären, noch mit Zäunen oder Kastenfallen auf die außer Kontrolle geratene Schwarzwild-Population maßgeblich Einfluss zu nehmen. Lehrsatz: „Eine Reduzierung ist bei extremen Größendifferenzen zwischen Räuber und Beute möglich, sie erfolgt jedoch kaum, wenn Räuber und Beute etwa gleich groß sind.“ Soll heißen, schaffen es große Beutegreifer nicht, regelt die Natur mit Parasiten, Parasitoiden und Krankheitserregern nach, Seuchen wie die ASP sind der Beweis für diese theoretischen Erkenntnisse. Von den Effekten konnte ich mich während einer Bildungsreise durch Estland selbst überzeugen. Wölfe und Bären konnte ich beobachten, Wildschweine nicht. Wildschweine gibt es in Estland, nach dem die Afrikanische Schweinepest über das Land gezogen ist, nur noch auf den vorgelagerten estnischen Inseln im finnischen Meerbusen.
    Popuationen brechen zusammen und erholen sich wieder, wäre doch mal an der Zeit nicht die Wirkung, sondern die Ursache zu eruieren...
    Die Natur ist ein guter Lehrmeister.
    Meint ihr Grauer Wolf

    PS.: Herzlichen Glückwunsch an die beteiligten Weidezaunhersteller und deren Umsatzzahlen ...



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