Sechs Tote durch Grippe in nur sieben Tagen

Entgegen dem Trend geht Anzahl der Erkrankungen in Sachsen nicht zurück.

Chemnitz.

Bundesweit geht die Zahl der neu an Grippe Erkrankten zurück - nicht aber in Sachsen. "Mit 2614 gemeldeten Fällen haben wir zwölf Prozent mehr Grippekranke als in der letzten Woche", sagt Jörg Förster, Sprecher des Sächsischen Sozialministeriums. Seit Saisonbeginn im Oktober gab es 16.313 bestätigte Erkrankungen. Auch die Zahl der Todesfälle ist wieder gestiegen: auf 32 seit Oktober. Sechs Frauen und Männer aus Chemnitz, Leipzig, Mittelsachsen und dem Vogtlandkreis sind allein in der vergangenen Woche dazugekommen. Meist sind es Lungen- oder Herzmuskelentzündungen, die zum Tod nach einer Grippe führen. Auch bundesweit stiegen die Todeszahlen überdurchschnittlich. Seit Saisonbeginn sind in Deutschland 402 Menschen an Grippe gestorben, 127 allein in der letzten Woche.

Der Anstieg der Todesfälle zum Ende der Grippesaison ist für die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts, Susanne Glasmacher, nicht ungewöhnlich. Die Todesfälle treten in zeitlicher Verzögerung zu den Neuerkrankungen auf. Bei den gemeldeten Sterbefällen handelt es sich um die labordiagnostisch bestätigten Fälle. "Sie machen aber nur einen Bruchteil der an Grippe Gestorbenen aus", sagt sie. "Die korrekte Zahl wird aus den Meldedaten des Statistischen Bundesamtes ermittelt. Die Sterbefälle, die in der Grippezeit über dem monatlichen Jahresmittel liegen, werden der Grippe zugeschrieben." In der Saison 2016/17 waren nur 722 von 22.900 Todesfällen labordiagnostisch bestätigt. Vom letzten Jahr liegen die geschätzten Todeszahlen noch nicht vor, 1674 waren diagnostisch bestätigt.

Die schweren Grippewellen der vergangenen Jahre könnten die Entwicklung der Lebenserwartung negativ beeinflusst haben, vermuten Forscher des Berliner Robert Koch-Instituts mit Blick auf die Statistiken der vergangenen 25 Jahre. Trotz kontinuierlichem Anstieg der Lebenserwartung beobachten sie kleine Unterbrechungen 2013, 2015 und 2017. Es handelt sich genau um die Jahre mit auffallend starken Grippewellen in Deutschland, die geschätzt jeweils rund 20.000 Todesopfer mehr forderten als sonst.sw/dpa

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