Seehofer: Mauerfall «mein schönstes Erlebnis in der Politik»

Hof (dpa) - Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erfüllt die Wende auch 30 Jahre nach dem Mauerfall mit großer Freude. «Die deutsche Einheit war für mich das schönste politische Erlebnis, das ich in 50 Jahren Politik hatte», sagte Seehofer am Samstag im oberfränkischen Hof.

Bei der Eröffnung des «längsten Gesprächs Deutschlands» an vier Orten entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze sagte Seehofer, er erinnere sich noch sehr lebhaft, wie er am 9. November 1989 den Fall der Mauer erlebt habe, nämlich während einer Bundestagssitzung in Bonn. Es habe einige Stunden gedauert, bis klar gewesen sei, dass die Mauer tatsächlich geöffnet werde. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) sei auf Staatsbesuch in Polen gewesen. Dann habe sich der gesamte Bundestag erhoben und die Nationalhymne gesungen. «Das war für mich ein Gänsehauterlebnis, das vergessen Sie Ihr ganzes Leben lang nicht.»

Als damals 40-Jähriger habe er niemals gedacht, «dass es mir einmal vergönnt sein würde, das, wofür wir politisch immer gearbeitet haben, nämlich die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes, auch tatsächlich zu erleben. Das war ein Glücksmoment besonderer Art.»

Er sei dann nach Berlin geflogen und habe sich ein Stück Mauer gesichert. «Dieser Stein mit Graffitis drauf liegt bei uns im Wohnzimmer und erinnert mich immer an diesen historischen Moment», sagte Seehofer.

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4Kommentare
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  • 2
    2
    Nixnuzz
    10.11.2019

    @Interessierte: So gesehen weiß ich nicht, ob ich Sie für die Wende im allgemeinen oder spezifisch nur für Ihren Verwandten oder Bekanntenkreis bedauern muss? Zumindest dürfte es Ihnen soweit wirtschaftlich gut gehen, das Sie sich diese Zeitung sogar in der Internet-Variante leisten können? Ebenso steht Ihnen ja auch nahezu uneingeschränkt das Kommentarfeld zur Verfügung. Inklusive die Bewertung anderer Meinungen nach römischen Modell: Daumen hoch oder runter. Ich mache mir mittlerweile Sorgen, ob meine Kommentierung es bis ins Internet oder nur in die Rundablage trotz Meinungsfreiheit schafft. Um meine Meinung andersgeformt zu schreiben, fehlen mir ein paar DDR-Jahre wg. zwischen den Zeilen oder so...

  • 5
    3
    Interessierte
    10.11.2019

    Die heucheln doch schon immer …

    Vor der Wende haben die geheuchelt und von den armen Brüdern+Schwestern gesprochen , welche unter der Diktatur leben mußten , und dann kam für die B+S das so ´liebevoll` geschenkte Begrüßungsgeld , und dann wurden die B+S ausgenommen bis zum geht nicht mehr und alles andere wurde auch genommen - der Staat der B+S wurde ausgeraubt ……

    Und dass die Russen , die das erst ermöglicht hatten und nicht geschossen hatten , ganz schnell vergessen wurden und nun als Feinde hingestellt werden , das wurde gestern auch geäußert von der einen ostdeutschen Unternehmerin , wo es zwischenzeitlich ´zwei` davon in ganz D gibt ...

    Und von den Westmächten , wie GB - F - USA wurde gestern aber behauptet , sie hätten über die ´gesamten` Jahre hinweg für eine Wiedervereinigung gekämpft , was mir aber auch anders bekannt ist und es ´kein` großes D wieder geben sollte …

    Aber der Westen , der hatte etwas ´dafür´ getan , zumindest die Westmedien und die Nachrichten , indem die um 19.14 behauptet hatten , dass die Grenze geöffnet ist , obwohl die Äußerung des Schabowski ganz anders war :

    „Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen (Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse) ´beantragt` werden.
    Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt....“
    "Ab wann ?" - ab sofort - also ab Morgen, 10. November 4 Uhr

    http://www.chronik-der-mauer.de/material/180400/schabowskis-zettel-zeitweilige-uebergangsregelung-des-ddr-ministerrates-fuer-reisen-und-staendige-ausreise-aus-der-ddr-9-november-1989

    Das kam alles schon mal , aber man vergißt eben alles wieder , dafür wird ja` auch viel getan , indem man täglich überschüttet wird mit Ereignissen ….
    Und das stimmt , dass die Verwandten und Bekannten dann keinen Kontakt mehr wollten und ihre Torten im Wohnzimmerschrank versteckt hatten …
    Und die großen Autos standen auch nicht mehr vor ihrer Türe , weil die geliehen waren , weil auch die Verwandten geheuchelt hatten und von Reichtum und nicht gemachten Weltreisen gesprochen hatten - und dann ist alles aufgeflogen …….

  • 8
    3
    Lesemuffel
    10.11.2019

    Seehofer, wie können sie nur so heucheln? Heute das "schönste Ereignis" und damals postuliert "die Einheit Deutschlands steht nicht auf der Tagesordnung". Wir haben das nicht vergessen, auch wenn die Medien es 30Jahre danach als euer Verdienst umschreiben. Genauso wie die Überhöhung der Amerikaner und Missachtung der Leistung der Sowjets/Gorbatschow für den Weg zur Einheit. Nicht zu vergessen die Widerstände von Thatcher, Mitterand, Andreotti, der Deutschland so sehr liebte, dass er froh ist, dass es zwei davon gibt. Der Westen musste sich geschlagen geben, dafür getan hat er nichts. Nun hält er es für seine Aufgabe Deutschland einzuhegen und gegen Russland in Stellung zu bringen und zu halten.

  • 7
    4
    Urlaub2020
    10.11.2019

    Der Westen hat nie etwas dazu beigetragen Deutschland zu vereinen.Am Anfang war die Freude groß aber dann haben sich die meisten Menschen gefragt „Ihr wollt wohl bleiben“.Oder haben sich sogenannten Verwandte verleugnen lassen.Das ist die Wahrheit.



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