Sieben Lottospieler aus Sachsen knackten letztes Jahr die Million

152 Millionen Euro an Gewinnen ausgeschüttet, dazu 118 Millionen fürs Gemeinwohl erwirtschaftet: Die Lottogesellschaft des Freistaates zieht eine positive Bilanz für das abgelaufene Jahr. Auf dem Glücksspielmarkt könnte es bald enger zugehen.

Leipzig.

Wer hat sich noch nicht ausgemalt, was er mit einer Million Euro oder gar noch mehr Geld auf dem Konto anstellen würde? Sieben Lottospieler in Sachsen konnten sich diese Frage im Jahr 2019 ganz ernsthaft stellen, wie die Gesellschaft Sachsenlotto nun bei der Vorstellung ihrer Jahresbilanz in Leipzig mitteilte.

Einer der größten Gewinne überhaupt im Freistaat ging demnach nach Mittelsachsen. Zehn Millionen Euro sahnte ein Lottospieler (bzw. eine Lottospielerin) im April in dem Landkreis für 6 Richtige plus Superzahl ab. Sieben Millionen Euro gingen im Februar nach Dresden, 5,5 Millionen im Oktober in den Kreis Bautzen, vier Millionen bekam im März ein Lottospieler in Leipzig. Zwei Millionen Euro gingen im Juli nach Zwickau, 1,6 Millionen Euro ins Erzgebirge, schließlich im Mai rund eine Million nach Nordsachsen. Darüber hinaus verfehlte im Dezember ein Lottospieler abermals im Kreis Bautzen die Million-Grenze nur knapp (940.000 Euro). Dort scheint den Menschen das Glück besonders hold zu sein. 17 Mal durchbrachen Lottospieler mittlerweile die Millionen-Schallmauer. "Vielleicht müssen wir alle nach Bautzen ziehen", scherzte Sachsenlotto-Geschäftsführer Siegfried Schenek.

Insgesamt zeigte er sich mit der Entwicklung im Jahr 2019 mehr als zufrieden. Neben dem klassischen Lotto "6 aus 49" vertreibt Sachsenlotto noch Rubbellose und ist beim europaweiten System Eurojackpot dabei. Schenek schätzt, dass jeder vierte Erwachsene in Sachsen zumindest gelegentlich Lotto spielt. Alles in allem setzten diese Lottospieler im Jahr 2019 im Freistaat rund 308 Millionen Euro ein. Sie gewannen 152 Millionen Euro, verteilt auf 10 Millionen Einzelgewinne. Im Großen und Ganzen liegen all diese Werte im Bereich von 2018.

Insgesamt 118 Millionen Euro kommen laut Sachsenlotto dem Gemeinwohl zugute. Sie werden über Gewinnausschüttung oder Sportwetten- und Lotteriesteuern an den Freistaat ausgezahlt, der das Geld für soziale Zwecke wie Suchtprävention, Sport, Kultur, Umwelt, Jugendhilfe und Wohlfahrtspflege verwendet. Dazu kommt eine Million über die Glücksspirale.

Mit gemischten Gefühlen registrierte Schenek während der Pressekonferenz die neuen Meldungen, wonach in Deutschland bald Online-Glücksspiel legal werden könnte. Darauf, so hatte die Deutsche Presseagentur in Erfahrung gebracht, haben sich die Bundesländer bei der Ausgestaltung des neuen Glücksspielstaatsvertrags geeinigt. Erklärtes Ziel: Illegalem Glücksspiel im Netz den Kampf ansagen. Entsprechend hat der Deutsche Lottoblock, die Dachorganisation der Lottobetreiber der Bundesländer, die Einigung begrüßt. Man erwarte, so Jürgen Häfner, Chef der im DLTB federführenden Lotto Rheinland-Pfalz GmbH, "dass durch die Regulierung im Online-Bereich der illegale Markt zurückgedrängt wird."

Siegfried Schenek zeigte sich jedoch nicht auf Anhieb überzeugt, dass das gelingt. Er betonte, dass der Vertrag erst mit der Unterschrift der Ministerpräsidenten und der Absegnung durch die Landtage beschlossen werde und man bis dahin schauen müsse, wie die Regelungen genau ausfallen. "Wir fürchten keine Konkurrenz", sagte Schenek. "Worum wir uns sorgen, ist die rechtssichere Ausgestaltung." Es sei sicherzustellen, dass Chancengleichheit herrsche und unseriöse Anbieter keine Schlupflöcher vorfänden, die ihnen Tür und Tor öffneten.

Doch eine Alternative sah der Freistaat nicht. "Der nicht-regulierte Markt wächst immer weiter, ohne dass es bisher wirksame Regelungen und auch kein legales Angebot im Online-Bereich gibt", argumentiert die Staatskanzlei. Deshalb sei ein hinreichend attraktives Angebot wichtig. Gleichzeitig pocht der Freistaat auf das staatliche Lotto-Monopol. Und einen wirksamen Spieler- und Jugendschutz. Laut Einigung darf ein einzelner Spieler nicht mehr als 1000 Euro pro Monat einsetzen. Eine zentrale Sperrdatei soll das garantieren. Eine solche Datei unterhalten die Lottogesellschaften bereits jetzt gemeinsam für Online-Lottospieler, erläutert Schenek. Man müsse nun sehen, wie die technisch ausgestaltet werden könne, wenn der Markt geöffnet werde.

Verabschiedet hat sich Sachsenlotto dagegen zum Jahresende von der Sportwette Oddset. Grund sei, dass dafür nurmehr maximal 65 Annahmestellen erlaubt seien. Das rechne sich so nicht mehr, sagt Schenek. Sachsenlotto betreibt mehr als 1100 Annahmestellen und würde auch weiter die Fahne in der Fläche hochhalten. Oddset habe zum Umsatz im Jahr 2019 noch sechs Millionen Euro beigetragen, erläuterte der Geschäftsführer. Man werde den Verlust also verkraften können.


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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    1
    Echo1
    23.01.2020

    Der rote Daumen will zu den Millionären
    gehören. Wozu? Warum?

  • 1
    2
    Echo1
    23.01.2020

    Wenn ich die Sendung "Wer weiss denn so etwas" im ARD anschaue und ein Teil der
    Zuschauer im Studio gewinnen alle 31,33 €,
    dann freuen die sich wie verrückt.
    So ist für mich unser Lotto-System, wo
    viele Teilnehmer immer wieder verlieren nicht gut.
    Sich über 2,50 € ärgern, wenn mal eine Übereinstimmung ist. Aber andere sinnlose
    Millionen gewinnen. Man sollte öfters gewinnen können. Es müssen nicht Millionen sein. Und was wird staatlicherseits mit den Gewinnen gemacht. Auch das sollte offener sein,
    damit man sich nicht so ärgert, wenn man kein Losglück hat. Es war dann für eine gute Sache.
    Das Lotto ist Spiegel unserer Gesellschaft.
    Es gibt zu viele Verlierer. Und nur wenige,
    die Millionen davontragen können.