Der Iran-Krieg hat noch keine direkten Auswirkungen auf die Gaspreise für Verbraucher. (Symbolbild)
Der Iran-Krieg hat noch keine direkten Auswirkungen auf die Gaspreise für Verbraucher. (Symbolbild) Bild: Marijan Murat/dpa
Sachsen
So wirkt sich der Iran-Krieg auf die Gaspreise aus

Der Krieg im Nahen Osten lässt die Weltmarktpreise für Gas in die Höhe schnellen. Macht sich das in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auch an der Heizrechnung bemerkbar?

Erfurt.

Gasversorger in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt rechnen derzeit mit keinen kurzfristigen, größeren Preissprüngen für Verbraucher infolge des Iran-Krieges. "Dass jetzt morgen für alle Kunden die Gaspreise hochgehen, nur weil am Golf eine Gaskrise eintritt, das wird nicht eintreten", sagte der Geschäftsführer der Verband kommunaler Unternehmen in Thüringen, André Ludwig. Stadtwerke kauften Gas immer langfristig ein. Sollte es Auswirkungen geben, dann verzögert.

Langfristige Auswirkungen noch unklar 

Auch vom Versorger Sachsenenergie hieß es: "Alles Gas für 2026 ist bereits bezahlt." Die Auswirkungen der geopolitischen Situation seien für die Kunden daher gering. Dauerten der Konflikt und die Blockade der Straße von Hormus, durch die viele Energie-Lieferungen laufen, nur wenige Wochen, werde es auch zu keiner Auswirkung auf die Kundenpreise kommen. Ob 2027 die Preise nach oben gehen, hänge von der Dauer des Konflikts ab. 

Ähnliches sagte der Geschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen in Sachsen-Anhalt, Thomas Micka. "Wer einen abgeschlossenen Vertrag hat, der zahlt ab morgen nicht mehr." Inwiefern es größere Auswirkungen bei Neuabschlüssen und Folgeverträgen gebe, bleibe abzuwarten. Er gehe auch davon aus, dass sich die Strompreise verändern werden, da viele Kraftwerke auf Gas angewiesen seien. 

So sieht es bei der Industrie aus 

Schneller könnten sich die Preisverschiebungen hingegen auf die Industrie auswirken, wie Micka und Ludwig erklärten. Große Unternehmen hätten eigene Beschaffungsstrategien und kauften direkt am Markt ein. In der Gaskrise infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine seien viele Verbraucher wegen bestehender Verträge relativ glimpflich "durchgerutscht", während die Industrien gelitten hätten, so Micka. 

Nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran und der iranischen Gegenschläge sind die Großhandelspreise für Gas stark gestiegen. (dpa)

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