In vielen Städten in Deutschland gab es am Wochenende Proteste gegen die Repressionen im Iran (Symbolbild)
In vielen Städten in Deutschland gab es am Wochenende Proteste gegen die Repressionen im Iran (Symbolbild) Bild: Paul Zinken/dpa
Sachsen
Solidaritätsdemo in Dresden - Kritik am iranischen Regime

Kritik an Repression und Hinrichtungen im Iran: In Dresden fordern Demonstranten von der Bundesregierung mehr Einsatz für die protestierenden Menschen in dem Land.

Dresden.

Mit einer Solidaritätsdemonstration unter dem Motto "All Eyes on Iran" haben mehrere hundert Menschen in Dresden auf die Lage im Iran aufmerksam gemacht. Zu der Kundgebung hatte das Zentrum Interkultureller Verständigung Dresden (ZIVD) aufgerufen. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilte, verlief die Versammlung störungsfrei.

Forderungen an Berlin und Kritik an Teheran

Die Demonstration begann am frühen Nachmittag am "Goldenen Reiter" und führte als Aufzug in die Innenstadt bis zur Frauenkirche. Die Dresdner SPD-Bundestagsabgeordnete Rasha Nasr schrieb auf Instagram, es hätten mehr als 350 Menschen an dem Protest teilgenommen. Die Polizeidirektion Dresden äußert sich in der Regel nicht zu Teilnehmerzahlen bei Demonstrationen.

Bei der Kundgebung sprachen nach Angaben des Veranstalters unter anderem Nasr sowie der Grünen-Bundestagsabgeordnete Kassem Taher Saleh. In Redebeiträgen wurde das iranische Regime wegen anhaltender Repression und Hinrichtungen kritisiert. Zudem wurden Forderungen an die Bundesregierung erhoben - darunter mehr Schutz für Exil-Iranerinnen und -Iraner sowie ein konsequenteres Vorgehen gegen mutmaßliche Einfluss- und Spionagestrukturen. 

In mehreren deutschen Städten haben am Wochenende Tausende Demonstranten gegen das islamische Regime im Iran protestiert und einen Wechsel gefordert.

Erschütternde Zahlen aus dem Iran

Eine dramatische Wirtschaftskrise und sehr hohe Inflation hatten Ende Dezember Proteste im Iran ausgelöst, die das Ende der Islamischen Republik fordern. Der Sicherheitsapparat reagierte mit brutaler Härte.

Bei den Massenprotesten sollen nach Informationen der Zeitung "The Sunday Times" bisher 16.500 bis 18.000 Menschen getötet worden sein. Mitarbeiter in 8 großen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im Land hätten die Zahlen zusammengestellt. Weitere Hunderttausende Menschen sollen demnach verletzt worden sein. 

Irans oberster Führer Ali Chamenei hatte am Samstag erstmals eingeräumt, dass es Tausende Tote während der Proteste gegeben habe. (dpa)

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