Spitzenposten der Kulturhauptstadt 2025 an Stefan Schmidtke

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Auf dem Weg ins Kulturhauptstadtjahr 2025 hat die Stadt Chemnitz einen Spitzenposten vergeben. Von einer «Idealbesetzung» schwärmte Oberbürgermeister Sven Schulze. Die Art der Entscheidung sorgte in der Stadt jedoch auch für Kritik.

Chemnitz (dpa) - Der Kulturmanager Stefan Schmidtke rückt an die Spitze der Kulturhauptstadt 2025 GmbH in Chemnitz. Aufsichtsrat und Findungskommission hätten einstimmig für den 52-Jährigen votiert, sagte Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) am Dienstag. Anders als ursprünglich geplant werde es damit vorerst keine Doppelspitze geben. Schulze lobte Schmidtkes «jahrzehntelange Erfahrung auf internationalem Kultur-Parkett» und sprach von einer Idealbesetzung. Schmidtke wird das Amt des Geschäftsführers zum 1. Dezember antreten.

«Neben seinen künstlerischen Erfahrungen bringt er auch die perfekten Fähigkeiten für das Management der Kulturhauptstadtgesellschaft mit», erklärte Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU). Zugleich kenne er durch seine sächsischen Wurzeln die Menschen im Freistaat.

Schmidtke wurde 1968 in Döbeln (Landkreis Mittelsachsen) geboren und hat in Moskau Regie studiert. Er war den Angaben zufolge Programmdirektor des Festivals Theater der Welt in Düsseldorf, Schauspielchef der Wiener Festwochen und hat die Programmabteilung der Kulturhauptstadt Tallinn 2011 aufgebaut. Bis 2018 hat er den Bereich Programm und Veranstaltungen am Berliner Humboldt Forum geleitet.

Es sei bereits eine gigantische Vorarbeit geleistet worden und die Kulturhauptstadt sei auf einem sehr guten Weg, konstatierte Schmidtke selbst. Er sprach vom «größten deutschen Kulturprojekt der kommenden Jahre» und lobte die Ausrichtung auf die Menschen vor Ort. «Es ist eine Kulturhauptstadt, die sich nicht als Touristeneinkaufszentrum versteht.»

Ursprünglich war per internationaler Ausschreibung nach einem Geschäftsführer und einem Programmdirektor gesucht worden. Für beide Posten habe es jeweils 40 bis 50 Bewerbungen gegeben, sagte Schulze. Schmidtke bringe Kompetenzen für beide Bereiche mit. Daher habe man nun auf eine Doppelspitze verzichtet. Es sei aber denkbar, dass die Spitze der Kulturhauptstadt GmbH künftig breiter aufgestellt werde.

In der Endrunde sei auch eine Frau gewesen, die dann aber abgesagt habe, erklärte Schulze auf Nachfrage. In der Vergangenheit hatte es Kritik daran gegeben, dass die führenden Positionen rund um die Kulturhauptstadt 2025 maßgeblich in den Händen von Männern liegen. Schulze und Schmidtke betonten, dass beim weiteren Aufbau der Mannschaft auf Diversität geachtet werde. Kritik gab es zudem aus dem Stadtrat. Drei Fraktionen monierten in einer Mitteilung, dass der zuständige Strategieausschuss nicht in die Entscheidung einbezogen worden sei. Von einem «Affront» war die Rede.

Chemnitz wird 2025 nach West-Berlin, Weimar und Essen mit dem Ruhrgebiet die vierte Europäische Kulturhauptstadt aus Deutschland sein. Im selben Jahr wird auch Nova Gorica in Slowenien den Titel tragen. Das Motto des Kulturhauptstadtprogramms in Chemnitz steht unter dem Titel «C the Unseen». Zu den Vorhaben gehören ein kreativer Hub im virtuellen Raum, eine Parade der Apfelbäume, ein Kulturpfad «Purple Path» durch das Umland und ein Projekt zu Garagen als versteckte kreative Orte. Das Budget soll 91 Millionen Euro betragen.

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