Stau, Unfälle, Schulausfall: Schneemassen bringen Sachsen ins Schwitzen

Andauernder Niederschlag hatte am Mittwoch spürbare Auswirkungen im Freistaat. Ob am Donnerstag an den Schulen Unterricht stattfindet, entscheiden die Schulleiter selbst.

Chemnitz.

Dauerschneefall und Glätte haben am Mittwoch zu Verkehrsbehinderungen in Südwestsachsen geführt. Im Gebiet der Polizeidirektion Chemnitz gab es bis 17 Uhr 200 Unfälle und damit deutlich mehr als üblich. "Fast ausschließlich blieb es bei Blechschäden, lediglich bei fünf Unfällen waren Personen leicht verletzt worden", so eine Sprecherin. Vielerorts hielten witterungsbedingte Behinderungen über den Tag an. So warnte die Polizei vor hoher Verkehrsbelastung im Raum Oberwiesenthal. Auf der B174 zwischen Chemnitz und Hilmersdorf-Heinzebank gab es wegen Schneeglätte und mehrerer querstehender Laster einen zehn Kilometer langen Stau. Ortskundige Autofahrer werden gebeten, die Gebiete weiträumig zu umfahren.

Die Polizeidirektion Zwickau meldete 60 Unfälle zwischen Mitternacht und 12.30 Uhr. Größtenteils blieb es bei Blechschäden. Einschränkungen gab es auf den Autobahnen 4 und 72. Am Kreuz Chemnitz ging stellenweise nichts mehr, ebensowenig auf dem Autobahnzubringer Schneeberg (S 282). Auf der B173 von Flöha Richtung Chemnitz bei Niederwiesa stand der Verkehr am Morgen komplett still. Auch auf den Steigungsstrecken an der B 173 in Zwickau, Mülsen und Lichtenstein gab es Probleme. Wegen Schneeverwehungen gesperrt werden musste die K7130 zwischen Kühberg und Jöhstadt. Die Stadt Annaberg-Buchholz sperrte wegen akuter Schneebruchgefahr den Kommunalwald sowie die Pöhlbergauffahrt. Auch das Landratsamt Mittelsachsen und die Stadt Chemnitz warnten vor Schneebruch.

Auch im Öffentlichen Personennahverkehr gab es Probleme. Laut CVAG kommt es zu Verspätungen und teilweise Fahrtausfall im gesamten Chemnitzer Stadtgebiet. An der Barbarossastraße blieb kurz vor der Kreuzung zur Weststraße ein Bus liegen. Zwischen 6 und 7 Uhr war zwischen den Haltestellen Gablenzplatz und Arthur-Strobel-Straße ein Feuerwehreinsatz notwendig, da durch die Schneelast ein Ast eines Baumes die Fahrleitung zu stören drohte. In dieser Zeit konnten die Bahnen der Linie 5 nur bis zur Zwischenwendestelle Geibelstraße geführt werden. Es gab außerdem im Frühverkehr eine weitere Störung der Stromversorgung im Bereich der Annaberger Straße, die aber nach einer Viertelstunde wieder behoben werden konnte.

Im Hainichener Ortsteil Falkenau kam es am frühen Nachmittag zu einem Busunfall. Wohl aufgrund der Straßenverhältnisse war der Bus von der Fahrbahn abgekommen und in den Graben gefahren, so der Hainichener Wehrleiter Sandro Weiß. Ein 89-jähriger Insasse wurde leicht verletzt. Insgesamt 16 Feuerwehrleute hatten rund anderthalb Stunden mit der Bergung verbracht.

Bei der Deutschen Bahn (DB) konnte der Verkehr im Erzgebirge nur noch bis 16 Uhr aufrechterhalten werden. Lediglich die Strecke zwischen Zwickau und Johanngeorgenstadt (Erzgebirgskreis) wurde noch bedient. "Wir versuchen noch alle Schüler nach Hause zu bringen", sagte eine DB-Sprecherin. Nach Angaben der Mitteldeutschen Regionalbahn (MRB) konnten der RE3 und die RB30 auf der Strecke zwischen Flöha und Oederan (Landkreis Mittelsachsen) wegen eines umgestürzten Baums zunächst nicht mehr fahren, dann wurde der Abschnitt eingleisig genutzt. Es kam zu Verspätungen. Auf der Strecke zwischen Chemnitz und Elsterwerda fiel die RB45 wegen eines Oberleitungsschadens aus. Betroffen war auch die RB1 der Vogtlandbahn. Im Bereich Lengenfeld (Vogtlandkreis) wurde die Strecke aufgrund des starken Schneefalls gesperrt. Es sei möglich, dass aufgrund des Wetter der Betrieb eingestellt werden müsse, sagte ein Sprecher des Betreibers Die Länderbahn GmbH. Die Fahrgäste wurden gebeten, sich über die VVV-Homepage zu informieren.

Auch auf den Unterricht in Schulen der Region hat das Wetter Auswirkungen. Zahlreiche Schulen in Mittelsachsen stellten wegen der Behinderungen im Busverkehr den Unterricht ein. Betroffen seien etwa 15 Schulen zwischen Freiberg und Flöha, sagte ein Sprecher vom Regiobus Mittelsachsen.

Sachsens Kultusminsterium überließ angesichts der starken Schneefälle im Freistaat den Schulen vor Ort die Entscheidung, ob am Donnerstag Unterricht stattfindet oder nicht. Sollte es zu Einschränkungen des Schulbetriebes kommen, sei eine Betreuung der Kinder zu gewährleisten, hieß es weiter. Betroffene sollten zudem Hinweise von Landkreisverwaltungen, die die Schülerbeförderung betreffen, beachten. Wenn zu befürchten sei, dass Schüler nicht sicher zur Schule gelangen können, rechtfertige das auch das Fernbleiben vom Unterricht. Rat des Ministeriums: In jedem Fall sollten Eltern den Kontakt zur Schule herstellen.

Das Landesamt für Schule und Bildung empfahl Schulleitern im Erzgebirgskreis am Nachmittag, die Schulen am Donnerstag nicht zu öffnen. Eine Betreuung der Schülerinnen und Schülern sei durch die Schule aber sicherzustellen.

Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor enormen Schneemengen zwischen Vogtland und Osterzgebirge gilt noch bis Donnerstagabend. Die Warnung vor orkanartigen Böen hat der DWD am Mittwochmorgen bereits aufgehoben. (fp/kru/juef/fmu/lea)

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