Streit um Lehrer-Verbeamtung: Die zwei Klassen gibt es längst

Sachsen will Lehrern ab 2019 den Beamtenstatus ermöglichen. Gegner der Verbeamtung warnen vor drohenden Ungerechtigkeiten. Aber ganz so neu ist das Modell gar nicht.

11Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
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    tbaukhage
    08.06.2018

    Guter Unterricht wird nicht von Whiteboards gemacht, sondern von guten Lehrern. Verbeamtung macht nicht automatisch aus Berufsanfängern gute Lehrer. Das scheint inzwischen ja auch dem Herrn Minister aufzugehen - nicht umsonst lobt er neuerdings Gehaltszulagen von bis zu 1kEu für Referendare aus, wenn diese sich bereiterklären, nach Hintertupfingen zu gehen. Offensichtlich rechnet der Minister selbst nicht mehr mit einem Run auf die Beamtenlaufbahn. Denn dann könnte er die Neubeamten ja einfach dorthin versetzen.

  • 1
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    Zeitungss
    07.06.2018

    @tb.....: Ich glaube nicht dass mein Inhalt richtig ankam, wir werden aber genau darüber in Zukunft reden (schreiben) oder auch nicht, ändert aber am Prinzip nichts.
    Nur nebenbei, es warten viele Bürger auf eine gerechte Bezalhung, es interessiert nur keine S... . Auch wenn es mich nicht betrifft, was die Schulzeit meiner Enkel betrifft, sollte der Notarzt kommen.
    Sie dürfen wieder.

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    tbaukhage
    07.06.2018

    @Zeitungss: Mit wem willst Du denn gute Schule machen? Mit massenhaft fehlendem Lehrernachwuchs? Mit jungen berufsunerfahrenen Kollegen? Mit Seiteneinsteigern ohne pädagogische Ausbildung? Oder mit demotivierten, resignierten und ausgepowerten 60jährigen, von denen die meisten den vorzeitigen Renteneintritt ersehnen, auch wenn sie dafür 3,6% weniger Rente bekommen für jedes Jahr, dass sie eher gehen? Wertschätzung, von der der Kultusminister aller Nasen lang spricht, macht sich eben auch an einer gerechten Bezahlung fest.

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    Zeitungss
    07.06.2018

    Wer schon mal wissen möchte, wie die Sache ausgeht, wage einen Blick in den Staatskonzern DB. Hier gibt es genau das, was die Lehrerschaft befürchtet.
    Ursprünglich sollte es um die Verbesserung an unseren Schulen gehen, was in den Hintergrund getreten ist. Es geht eigentlich nur noch um die soziale Absicherung der Lehrerschaft, wie die ganzen Beiträge belegen. Wenn die Verbeamtung so kommt, geht die Schlacht systembedingt auf die Besoldungsgruppen los, für den Unterricht bleibt eigentlich gar keine Zeit.
    Warten wir mal ab, es wird noch schön.

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    tbaukhage
    05.06.2018

    @HHCL: Die öffentlichen Medien halten sich in der Berichterstattung über tatsächliche Fakten "sehr zurück". Meldungen nach dem Motto "Die Lehrer werden verbeamtet", "Die Lehrer bekommen mehr Geld", "1,7Mdr. Euro an Steuergeldern für die Lehrerschaft" vermittelt (bewusst???) ein Bild in der Öffentlichkeit, dass eben so nicht stimmt, wohl aber Stimmung macht.

    Die Lehrergewerkschaft, genauso wie die Lehrerverbände betreiben eigene Homepages. Der interessierte Kollege kann sich, genau wie jeder andere, dort informieren. Aktuell ist auf diesen Seiten der schon zitierte Aufruf zur Teilnahme an einer Protestkundgebung am 12.Juni ab 17:00 auf dem Carolaplatz in DD, direkt vorm Kultusministerium, zu finden. Bin sehr gespannt, ob wir Lehrer zusammen mit Eltern und Schülern dort zu 500 oder zu 10.000 auftreten werden!

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    vomdorf
    05.06.2018

    Am 12.6., 17.00 Uhr bis ca. 19.00 Uhr, Carolaplatz Dresden....Kundgebung der Lehrergewerkschaften.

    Die alten Lehrer haben sehr wohl die Faxen dicke, aber auch Verantwortungsbewusstsein gegenüber *ihren* Kindern. Die meisten von denen arbeiten nicht (nur), um Geld zu verdienen, sondern aus Berufung.
    Aber unsere Regierung denkt, Lehrer kann jeder..... nein, eben nicht, denn ein Hochschulabschluss allein und ein hohes Fachwissen reichen nicht für ein * Wie sag ich einem Kinde*.
    Die Ergebnisse werden dann spürbar, wenn nur noch von Seiteneinsteigern unterrichtete
    Kinder die Schulen verlassen.

  • 2
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    HHCL
    05.06.2018

    "Unter den nun abermals Betrogenen und inzwischen Ü55jährigen hat sich oftmals Resignation breit gemacht, man will nur noch seine Ruhe und wird stattdessen die erste Gelegenheit nutzen, dass System zu verlassen."
    Ich habe den Eindruck, dass sie die Gelegenheit leider nicht nutzen, sondern sich immer und immer wieder überreden lassen Stunden zu erhöhen oder doch später in den Ruhestand zu gehen.

    "Die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen der Verbeamtung und alles was damit zusammenhängt, sind eben NICHT bestreikbar."
    Da haben Sie recht, aber dann muss man eben auch mal anfangen in gleicher Weise zu spielen, wie es die Regierung tut und sich kreativ wehren. Zum Beispiel muss man sich die von Ihnen genannten Informationen mühsam zusammen suchen, oder man ist betroffen. Warum? Man muss mit solchen Sachen mal an die Bevölkerung weitergeben und die Hofberichterstattung durchkreuzen. Das passiert alles nicht, Lehrer und Gewerkschaft sind viel zu leise.

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    tbaukhage
    05.06.2018

    @HHCL: Ich gebe Ihnen da in vielen Dingen Recht. Das Phänomen "Arbeiten aus Dankbarkeit" ist unter den sächsischen Lehrern sehr verbreitet. Unter den nun abermals Betrogenen und inzwischen Ü55jährigen hat sich oftmals Resignation breit gemacht, man will nur noch seine Ruhe und wird stattdessen die erste Gelegenheit nutzen, dass System zu verlassen.

    Allerdings muss ich Sie korrigieren: Die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen der Verbeamtung und alles was damit zusammenhängt, sind eben NICHT bestreikbar. Die Regierung hat auch dieses Mal wieder sorgfältig darauf geachtet, dass es zu keinen Tarifabschlüssen (die wären nämlich bestreikbar) gekommen ist. Entgegen der öffentlichen Darstellung unseren MP Kretschmer (Interview vom 31.01.18) hat es eben KEINERLEI Verhandlungen mit der Lehrergewerkschaft oder den Lehrerverbänden gegeben. Die Regierung hat wiedermal einseitig Verordnungen erlassen. Die vorgeschobene Begründung "Zeitdruck" ist, genau wie Kretschmers Äußerung, schlicht erlogen - die Lehrervertretungen waren und sind stets gesprächsbereit in Richtung Tarifabschlüssen. Nur die Regierung will genau das nicht.

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    HHCL
    05.06.2018

    Ich bin jetzt mal sehr böse tbaukhage, aber die Leute haben es auch mit sich machen lassen und ich fürchte sie werden es auch wieder tun. Haben Sie schon etwas von Streikdrohungen gelesen, oder von anderen Aktionen? Ich nicht. Es wird halbherzig geschmollt und weiter gearbeitet. Das hat die sächsische Regierung in den letzten fast 30 Jahren nicht ernst genommen bzw. sie hat sich stillschweigend ins Fäustchen gelacht, weil die Trottel unter diesen Bedingungen trotzdem gerackert haben wie die Blöden. Die sächsischen Lehrer müssen sich mal bewusst werden, das sie wichtig sind und entsprechende Bedingungen einfordern. Gleiches gilt für Polizisten.

  • 4
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    tbaukhage
    05.06.2018

    Um das mal konkret zu machen: Von den ca. 32.000 sächsischen Lehrern sind etwa 26.000 Ü42, haben also keine Chance auf Verbeamtung. Es sind gerade diejenigen, die in den vergangenen 30 Jahren das sächsische Bildungssystem getragen und erfolgreich (Pisa) gemacht haben. Als "Ausgleich" dafür soll ein Fünftel der Lehrer, also ca. 5000, eine höhere Einkommensgruppe angeboten werden. Nach einem Beurteilungsverfahren (was vor allem der jeweilige Schulleiter vornimmt) können diese etwa 200Eu mehr verdienen, bekommen aber 15% weniger Jahressonderzahlung. Die Restlehrer sollen mit einer Prämie von 300Eu abgespeist werden, also monatlich 25Eu (Brutto!!!). Verbeamtete Lehrer im gleichen Lehrerzimmer werden bis zu 800Eu mehr bekommen, und nur deswegen, weil sie jünger sind...

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    HHCL
    04.06.2018

    "Ab August können woanders verbeamtete Lehrer ohne Einbußen im Freistaat anfangen."

    Das klingt schön, ist aber eine völlig sinnfreie Floskel! Jedes Bundesland vergütet seine Beamte anders. Nehmen wir mal einen Gymnasiallehrer, das entspricht der Besoldungsgruppe A13 (Stufe 4, da ich von ein paar Jahren Berufserfahrung ausgehe): In Sachsen bekäme er ein Grundgehalt von 4129.47 ?, in Hamburg wären es 4477.56 ?, in Bayern 4118.82 ? und in Mecklenburg 3843.89 ?. Es kann also durchaus Einbußen geben, bzw. sind auch Verbesserungen möglich. Was noch gar nicht geklärt zu sein scheint, ist die Übernahme der Pensionsansprüche, usw.. Man sollte also sehr genau prüfen - selbst prüfen! - das man am Ende wirklich nichts einbüßt und sich dabei nicht auf irgendwelche schwammige Zusagen der Schulämter verlassen.

    Ich hoffe auch, dass sich die hier seit Jahrzehnten angestellten Lehrer nicht wieder verarschen lassen, sondern der Landesregierung mal richtig auf die Finger klopfen. Ohne diese Leute würde hier nämlich nichts gehen, was man von der Regierung nicht unbedingt behaupten kann.



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