Suche nach Rentzing-Nachfolger beginnt

Die Evangelische Kirche in Sachsen braucht ein neues Oberhaupt. Wer immer dem im Oktober zurückgetretenen Landesbischof folgt, soll die gespaltenen Christen im Freistaat wieder einen.

Dresden.

Der Nachfolger - oder die Nachfolgerin - des im Oktober zurückgetretenen sächsischen Landesbischofs Carsten Rentzing soll zwischen den unterschiedlichen Positionen in der Landeskirche vermittelnd wirken und Brücken bauen können. Das haben die Mitglieder der Evangelisch-lutherischen Landeskirche der Kirchenleitung mit auf den Weg für die nun angelaufene Kandidatensuche gegeben. Die Wahl ist für den 29. Februar und den 1. März vorgesehen. Die Landessynode, also das Kirchenparlament, kommt dafür zu einer Sondertagung zusammen.

Das offizielle Verfahren zur Wahl eines Landesbischofs hat mit einer Anhörung der Superintendenten der 17 Kirchenbezirke, des Ältestenrats der Landessynode sowie der drei Leiter der Regionalkirchenämter bereits begonnen. Intern wurden dabei auch bereits erste Namen ins Spiel gebracht. Wer am Ende auf dem Wahlzettel steht, soll nun eine Kommission im Auftrag der Kirchenleitung erarbeiten. Darin arbeiten Otto Guse, Präsident der Landessynode, Landeskirchenamtspräsident Hans-Peter Vollbach, Thilo Daniel, der Vertreter des Landesbischofs, der Marienberger Superintendent Rainer Findeisen sowie die Dresdner Pfarrerin Gisela Merkel-Manzer mit. Diese fünf erarbeiten den Personalvorschlag der Kirchenleitung. Der kann bis zu drei Namen enthalten. Die Kandidaten müssen versichern, dass sie bereit sind, das Amt im Falle ihrer Wahl zu übernehmen.

Neben der Kirchenleitung darf aber auch jedes Mitglied der Landessynode einen Kandidaten vorschlagen. "Ein solcher Vorschlag bedarf der Unterstützung durch mindestens neun weitere Mitglieder der Landessynode", teilt die Landeskirche mit. Die Frist für den Eingang von solchen Wahlvorschlägen endet am 20. Januar.

Am 24. Januar 2020 dann soll die Kirchenleitung den Wahlvorschlag beschließen und im Anschluss öffentlich bekanntgeben, wer für das Amt seinen Hut in den Ring wirft. Anfang Februar sollen sich die Kandidaten dann öffentlich vorstellen, so am 4. Februar 19 Uhr in der Chemnitzer Markuskirche an der Pestalozzistraße.

Der als konservativ geltende Carsten Rentzing war zurückgetreten, nachdem er mit rechtslastigen Schriften konfrontiert wurde, die er als Student verfasst hatte. In der Debatte um Rentzings Vergangenheit legte eine von Leipziger Kirchenkreisen verfasste Internet-Petition Verwerfungen innerhalb der Kirche offen. Darin war Rentzing aufgefordert worden, sich von rechten Positionen zu distanzieren. Als Rentzing später seinen Rücktritt anbot, wurde eine weitere Petition gestartet, in der schließlich tausende Unterzeichner für einen Verbleib Rentzings im Amt eintraten. Mittlerweile hat das Kirchenparlament in einer mehrheitlich verabschiedeten Erklärung bekundet, dass Internet-Petitionen gegen Personen in der Landeskirche abgelehnt werden.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...