"Timur und sein Trupp" als Vorbild

Frauke Petrys Blaue Partei hat ihr Wahlprogramm für Sachsen beschlossen - mit Ideen für Windräder, Wölfe und Sachsen-Werbung.

Dresden.

Eine "Blaupause für Sachsen" hat die neue Partei von Frauke Petry ihr Wahlprogramm genannt. Beschlossen wurde es auf einem Parteitag am Samstag - in Abwesenheit der hochschwangeren 43-Jährigen, die trotzdem auch zur Spitzenkandidatin gewählt wurde. Auf Platz 2 der Landesliste steht Generalsekretär Uwe Wurlitzer.

So war es schon zur Landtagswahl 2014 - nur eben damals noch für die AfD, die beide nach der Bundestagswahl 2017 verlassen hatten. Nun strebt das Duo, das gemeinsam mit drei weiteren AfD-Abtrünnigen derzeit fraktionslos im Landtag sitzt, den Wiedereinzug an. Dass die Umfrageinstitute die "Blaue Partei #Team Petry" derzeit nur unter "Sonstige" führen, ficht Wurlitzer nicht an. Sechs bis acht Prozent sollen es werden, eine "starke Fraktion" ist das Ziel. Die CDU sei mittlerweile deutlich zu links für Konservative, in der AfD wiederum sehe er mittlerweile "eher nationale Sozialisten" am Werk, so Wurlitzer. Die Blauen hingegen würden konservative Werte mit gesundem Menschenverstand vertreten - "und einer Rhetorik, die nicht an gewisse Leute aus dem Dritten Reich angelehnt" ist.

Zuspruch verspricht sich die Partei mit nach eigenen Angaben knapp 100 Mitgliedern in Sachsen auch durch ihr neues "Blaupause"-Programm. Dazu gehört die "Abschaffung des Rundfunk-Zwangsbeitrags" für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk genauso wie die weitere Personalverstärkung für die Polizei um jährlich bis zu 700 Neueinstellungen bis 2030. Zum Schutz der Außengrenzen soll zudem "in Sachsen eine eigene Grenzpolizei als Teil der Landespolizei eingeführt" werden, sagte Wurlitzer.

Sachsens Abiturienten sollen in Numerus-clausus-Fächern an deutschen Hochschulen einen Bonus erhalten, um damit die höhere Qualität des hiesigen Schulabschlusses abzubilden. Um das "Schulbuch-Durcheinander" zu beenden, wird die Gründung eines sächsischen Schulbuchverlags vorgeschlagen - eine Idee, mit der sich Wurlitzer nach eigener Darstellung in der AfD nicht durchsetzen konnte.

Statt der bisherigen Standortkampagne "So geht sächsisch" soll unter dem Slogan "Sachsen macht glücklich" für den Zuzug von Familien und Fachkräften geworben werden - wenn sie aus Deutschland und Europa stammen. Angesichts der steigenden Anzahl allein lebender Menschen halten die Blauen ein "Einsamkeitsministerium" für erforderlich - anstelle der bisherigen Integrationsministerin. Zudem soll die Nachbarschaftshilfe gestärkt werden - wie in Arkadi Gaidars Buch "Timur und sein Trupp" vorgelebt.

Windkraftanlagen werden abgelehnt, langfristiges Ziel sei ein "windradfreies Sachsen zum Erhalt unseres Artenreichtums in Fauna und Flora". Beim Thema Wolf spricht sich die Partei für eine "Bestandsreduktion auf maximal zwei bis drei Rudel in ganz Sachsen" aus.

Falls die Fünf-Prozent-Hürde am Ende doch zu hoch sein sollte, kann es Petry auch über ein Direktmandat in den Landtag schaffen. In 15 der 60 Wahlkreise soll es Blaue-Kandidaten geben. Petry wird im Wahlkreis 50 in der Sächsischen Schweiz antreten - gegen Oliver Wehner (CDU) und AfD-Generalsekretär Jan Zwerg.

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1Kommentare
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  • 6
    1
    Freigeist14
    16.04.2019

    Wenn ich mich recht entsinne an dieses Kinderbuch kümmerte sich "Timur und sein Trupp" um Familien ,deren Väter im Großen Vaterländischen Krieg gezogen waren .Ich hoffe nur ,daß Väter NIE WIEDER in den Krieg ziehen sollen .



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