Transdev Regio übernimmt Strecken von insolventer Städtebahn

Dresden (dpa/sn) - Die Strecken der insolventen Städtebahn Sachsen werden zunächst bis 2021 vom Eisenbahnunternehmen Transdev Regio Ost übernommen. Der Betreiber habe in einer Notvergabe den Zuschlag erhalten, teilte der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) am Montag nach einer Sondersitzung mit. Demnach soll die Transdev voraussichtlich ab Herbst sämtliche Strecken zwischen Dresden, Kamenz und Königsbrück, Altenberg sowie Pirna und Sebnitz bedienen. Täglich sind hier knapp 10 000 Fahrgäste unterwegs. Für diese ändere sich nichts außer der Farbe am Zug, erklärte ein VVO-Sprecher.

Die kurzfristige Notvergabe ohne europaweite Ausschreibung war notwendig geworden, nachdem die Städtebahn Ende Juli den Betrieb eingestellt und Insolvenz angemeldet hatte. Zuvor hatte der VVO den Betreibervertrag gekündigt. Als Grund für die Einstellung des Zugverkehrs hatte die Städtebahn Schäden an Zügen genannt und die DB Netz AG verantwortlich gemacht. Diese habe die Trassen nicht von Vegetation frei gehalten. Die Bahn hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Laut VVO lagen die Angebote der Eisenbahnunternehmen alle über dem bisherigen Betreiber. Mit der erfolgreichen Notvergabe gehe die Zeit der Unsicherheit auch für die Kollegen der Städtebahn zu Ende, hieß es von der Gewerkschaft GDL. Die Transdev GmbH mit Sitz in Berlin ist Tochter der französischen Transdev Group und das nach eigenen Angaben zweitgrößte in Deutschland aktive Eisenbahn- und Busunternehmen. Das Unternehmen betreibt bereits das Elektronetz Mittelsachsen sowie als Eigentümer den Regionalbus Oberlausitz.

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