«Trend negativ»: Sachsens OSP-Chef über Trainer-Ausbildung

Chemnitz (dpa) - Mit Blick auf künftige deutsche Medaillen bei internationalen Großereignissen ist Sachsens Olympiastützpunkt-Chef Thomas Weise skeptisch. Als Grund sieht der 63-Jährige erhebliche Mängel in der Trainer-Ausbildung sowie akute Nachwuchssorgen. «Was bei Bewerbungen bei uns ankommt, ist meist ernüchternd. Es muss für die Trainer viel mehr getan werden – hinsichtlich der Finanzierung, der Wertschätzung und der Ausbildung», forderte Weise in einem Interview der «Freien Presse» (Samstag).

Ein Großteil der Trainer in Sachsen ist bereits seit Jahrzehnten dabei und offenbar klafft zum Nachwuchs eine erhebliche Lücke. «Es fehlt in Deutschland nach wie vor in der Qualität eine adäquate Ausbildung, wie sie früher an der DHfK in Leipzig vermittelt wurde», sagte Weise: «Vor allem die elementaren Grundlagen wie Anatomie, Methodik oder Sportmedizin, Pädagogik und Psychologie, die auch von Experten gelehrt wurden, bildeten das Fundament.»

Die Erwartungen des früheren Skilangläufers sind deshalb gedämpft. «Es stellt sich doch die Frage: Haben wir überall Trainingskonzepte, um in der Weltspitze aufzuschlagen? Es gibt Ausnahmen und Leuchttürme, die zeigen, dass es geht. Aber insgesamt ist der Trend in Deutschland negativ», sagte Weise.

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