Trockenheit: Sachsen lässt Elbe strenger überwachen

Vor allem Sauerstoffgehalt und Schadstoffe werden genauer untersucht

Wegen des anhaltenden Niedrigwassers wird seit dieser Woche die Elbe - als größter sächsischer Strom - auf voller Länge zwischen der deutsch-tschechischen Grenze in Schmilka und der Mündung in Hamburg strenger überwacht. Das Landesumweltamt Sachsen (LfULG) hat dazu ein Sondermessprogramm Niedrigwasser für den gesamten, 726 Kilometer langen Fluss in Deutschland ausgelöst. Im Rahmen dieses Programms werden zusätzlich zur normen Gewässerüberwachung alle 14 Tage an elf Stellen der Elbe und einiger Nebenflüsse Proben entnommen und die Wasserbeschaffenheit untersucht.

Zuletzt hatte es eine solche Extremsituation für das Flussgebiet im Jahr 2015 gegeben. Sie gilt, wenn am ersten Pegel in Deutschland, also in Schmilka in der Sächsischen Schweiz, die Elbe 14 Tage lang weniger als 89 Zentimeter Wassertiefe aufweist. Am Donnerstag lag der Pegel bei nur noch 81 Zentimetern. Wie LfULG-Sprecherin Karin Bernhardt sagte, würden beispielsweise die Belastung mit Schwermetallen, mit Nitraten und Phosphor, mit Arzneimittelrückständen, aber auch Temperatur, pH-Wert und Trübung des Wassers genauer überprüft. "Drohende akute Probleme bei der Wasserqualität sollen so rechtzeitig erkannt werden", sagte die Sprecherin. Beobachtet würden auch die Richtwerte für die Sauerstoffkonzentration. Denn werden die unterschritten, droht ein Fischsterben. Alle Elbanlieger, also auch Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen und Hamburg, prüften allgemein-physikalische, chemische und biologische Parameter.

Erste Analyseergebnisse werden voraussichtlich in den nächsten Tagen im Internet veröffentlicht. Sie werden mit den Werten des hydrologisch normalen Jahres 2012 sowie des letzten Niedrigwasserjahres 2015 verglichen. Nach Angaben der Behörde kann Niedrigwasser genauso wie Hochwasser zu Extremsituationen beim Schadstoffeintrag und zu kritischen Veränderungen der Gewässerbeschaffenheit führen. "Allerdings haben wir derzeit noch keine so prekäre Lage wie bei den Hochwassern 2002 und 2013", betonte Sprecherin Bernhardt. Damals wurden zum Beispiel viele Kläranlagen überflutet, sodass Abwasser ungeklärt in die Flüsse gelangte.

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