Unwetter in Sachsen - Räumarbeiten nach Erdrutschen im Kirnitzschtal

Das Kirnitzschtal ist beliebt bei Touristen, die die Sächsische Schweiz besuchen. Wieder einmal hat Starkregen Schlamm auf die Straße gespült - das Tal wurde über Stunden gesperrt.

Leipzig/Bad Schandau (dpa/sn) - Das beliebte Ausflugsziel Kirnitzschtal (Sächsische Schweiz) ist nach einigen sehr heftigen Gewittern am Freitagabend und mehreren Erdrutschen am Samstag über Stunden gesperrt gewesen. Die von Einheimischen und Touristen genutzte Kirnitzschtalbahn musste pausieren, bis der Schlamm beseitigt war. «Vor fünf Minuten wurde die Sperrung aufgehoben», sagte ein Sprecher des Verkehrswarndienstes in Dresden am frühen Samstagabend.

Auch im Erzgebirge und am Flughafen Dresden kam viel Wasser herunter, berichtete Thomas Hain vom Deutschen Wetterdienst (DWD) Leipzig. Das nach Südeuropa abziehende Tief «Quinctilius» und Hoch «Xandra» über den Britischen Inseln bringen weiter kühle Luft aus dem Norden - die Gewitter machen nur eine Pause.

Im Kirnitzschtal räumten Helfer bereits am Freitagabend zwischen dem Zeltplatz Ostrauer Mühle und dem Forsthaus Schlamm weg. Nach Angaben des zuständigen Landratsamtes in Pirna türmten sich die Erdmassen bis zu einem Meter. Der Linienbus konnte noch fahren, der normale Verkehr wurde über Stunden umgeleitet. «Die Feuerwehr hat den letzten Schmutz weggesprüht», gab der Verkehrswarndienst-Sprecher dann Entwarnung. Die Kirnitzschtalbahn soll nach Angaben des Landratsamtes am Sonntag wieder fahren.

«Das passiert dort fast immer, wenn es regnet», sagte eine Mitarbeiterin der Bad Schandauer Kur- und Tourismus GmbH. Auf der knapp acht Kilometer langen Strecke entlang des gleichnamigen Flüsschens verkehrt seit 1898 eine Bahn durch das Felstal. Auch Hollywood-Star Kate Winslet fuhr schon in der früheren Straßenbahn, als Schaffnerin Hanna Schmitz beim Dreh für «Der Vorleser».

Laut Meteorologe Hain kamen in der Region Elbtal innerhalb von zwei Stunden 43 Liter pro Quadratmeter herunter, am Lichtenhainer Wasserfall war es mit 31 Litern pro Stunde und Quadratmeter ein Unwetter. «Die Grenze dafür liegt bei 25 Litern.» Auch im Westerzgebirge bei Karlsfeld und Erlau waren es bis zu 32 Liter pro Stunde und Quadratmeter, bei Pulsnitz (Landkreis Bautzen) und am Dresdner Airport jeweils 23 Liter. Laut Anzeigetafel fielen je vier Flüge von und nach Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf und Basel aus.

Nach einer kurzen Pause erwartet der DWD für Samstagnachmittag bis in die Nacht hinein weitere Schauer und Gewitter, die örtlich auch Unwettercharakter haben können - bei Temperaturen um die 20 Grad. «Am Sonntag beruhigt sich die Lage», sagte Hain. Ab der Wochenmitte werde es auch wieder wärmer - und es gibt Hoffnung auf Badewetter am nächsten Wochenende.

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