Vater wegen Kindsmordes vor Gericht: Angeklagter schweigt

Dresden (dpa/sn) - Ein 36 Jahre alter Vater muss sich seit Dienstag am Dresdner Landgericht wegen Kindsmordes verantworten. Laut Anklage hat er am 21. Januar seine dreijährige Tochter im Schlaf erstickt, um damit seine Frau zu «bestrafen». Sie hatte sich einige Monate zuvor von ihm getrennt. Er habe der Frau alles nehmen wollen, was «ihr lieb und teuer war», hieß es in der Anklageschrift.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm deshalb Mord aus Heimtücke und niederen Beweggründen vor. Er habe die Arglosigkeit des Kindes ausgenutzt, das ihm völlig vertraut habe. Die Tat geschah, als das Mädchen bei ihm zu Besuch war. Die Frau lebte bereits getrennt von ihrem Mann. Die Mutter hatte die Polizei alarmiert, als ihr das Kind nicht wie vereinbart zurückgebracht wurde. Der Vater war geflohen und später schlafend in seinem Auto entdeckt worden. Er befindet sich seither in Untersuchungshaft.

Zu Prozessauftakt wollte sich der Beschuldigte weder zur Sache noch zur Person äußern. Er gab nur seine Personalien an. Demnach stammt der gelernte Stahlbetonbauer aus Freiberg und wohnte zuletzt im Dresdner Stadtteil Gorbitz. Er ist nicht vorbestraft.

Bis Mitte September hat das Dresdner Landgericht fünf Verhandlungstage angesetzt. Eine Rechtsmedizinerin und ein Psychologe sollen als Gutachter aussagen.

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