Verkehrsexperte: Es bringt nicht viel, die Strecke Chemnitz-Leipzig nur teilweise auszubauen

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Der Freistaat müsste mehr für den ÖPNV tun, meint der bisherige Chef des Verkehrsverbundes ZVNL, Oliver Mietzsch. Die Erweiterung des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes ist dabei nur ein Punkt.

Mit wenigen Klicks weiterlesen

Premium


  • 1 Monat kostenlos
  • Testmonat endet automatisch
  • E-Paper schon am Vorabend
  • Unbegrenzt Artikel lesen und hören
    (inkl. FP+)

Sie sind bereits registriert? 

55 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    3
    Andy2020
    01.03.2021

    Mit der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft wird auch die Notwendigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln geringer werden. Da wird sich viel verändern. Die Züge werden nie mehr so voll werden, wie vor der Krise.
    Man muss die Bedürfnisse der Innenstädte grundlegend von denen auf dem land unterscheiden. Auf dem Land wird der - zunehmend elektrische - Individualverkehr immer seine Bedeutung haben. Vielleicht sind dort Investitionen in cleveren Individualverkehr besser.

  • 4
    1
    Zeitungss
    01.03.2021

    @censor: Das System zur Stilllegungen von Strecken, wie von Ihnen beschrieben, wurde 1:1 von der alten DB übernommen und erfolgreich umgesetzt. Dazu von Herrn Mietzsch natürlich kein Wort. Es geht bekanntlich nur ums Geld und deshalb leisten wir uns in SN auch 5 kostenintensive Vereine um letztlich nichts auf die Reihe zu bringen. Über diese Kosten schweigt man beharrlich, trotz mehrfacher Nachfrage. Es käme an die Oberfläche, wie viel von den Geldern des Bundes hier schon einmal als "Eigenkosten verwaltet" wird und somit für die eigentliche Aufgabe fehlt.
    Eine S-Bahn Plauen - Leipzig hätte sicher Potenzial, das gegenwärtige Angebot mit Umsteigen in Werdau kommt schon in den Bereich der Zumutung, wenn das eine oder andere Bähnchen ein paar Min. Verspätung hat. Einen RE aus Thüringen 30 Km vor Chemnitz enden zu lassen, zeigt die Vorteile der gegenwärtigen Kleinstaaterei und natürlich auch die Zufriedenheit der Kunden.

  • 11
    1
    censor
    01.03.2021

    Ich erinnere mich noch genau, als Anfang der 90er Jahre durch die DB gezielt darauf hin gearbeitet wurde, die Nebenstrecken unattraktiv zu machen.

    Man änderte einfach die Fahrpläne so, dass immer der Anschluss an den Fernverkehr um wenige Minuten verpasst wurde und dadurch lange Umsteigezeiten entstanden.
    Anschießend beklagte man medial die stark zurückgehende Fahrgastzahl und begründete damit die weitere Ausdünnung der Zugtakte und letztlich die Stillegung.

    Sicher spielte auch der verstärkte Autokauf der Ostdeutschen nach der Wende eine Rolle. Dennoch hätten viele Strecken eine Chance gehabt, wenn man das Angebot dem Bedarf angepasst hätte. Wer fährt schon mit dem eigenen Auto bis zur nächsten größeren Stadt und lässt den Wagen dort vor dem Bahnhof stehen, um unter mehrmaligem Umsteigen und Verspätung mit der Bahn weiter zu fahren?

    Die Busse, welche die Strecken tlw ersetzen, sind oft wesentlich länger unterwegs und für Fernreisende mit Gepäck ungeeignet.

  • 6
    2
    TWe
    01.03.2021

    "darf man sich nicht wundern, wenn die Zweckverbände vor dem Hintergrund der beschränkten Mittelausstattung eine entsprechende Entscheidung treffen mussten."

    Hier macht es sich der Herr Mietzsch doch ein bisschen leicht.

    Mit der Übernahme der Strecke Chemnitz-Leipzig haben sich die Fahrzeiten minimal verlängert. Das hatte jedoch zur Folge, dass die Anschlusszeiten auf dem Leipziger Hbhf. nicht mehr passten. Infolge dessen verlängerte sich z. B. die Bahnfahrt Chemnitz Hbhf. - Berlin Hbhf. um mind. 40 min. Vorher war der Bahn auf dieser Strecke (d. h. direkt ins Berliner Zentrum) dem Auto zeitlich definitiv überlegen. Jetzt würde ich das nicht mehr in jedem Fall behaupten wollen.

    Im Übrigen war die Strecke auch vor Übernahme durch die MRB weder elektrifiziert noch durchgehend zweigleisig.

    Manche Dinge lassen sich auch ohne Millionenausgaben lösen. Die Vergangenheit hat uns das auf dieser Strecke gelehrt.

  • 7
    1
    fnor
    01.03.2021

    Sicher ist es wichtig Ballungsräume zu verbinden, damit vom PKW auf den Zug umgestiegen wird. Wenn man aber den ländlichen Raum abhängt, fördert man die Landflucht. Die Ballungsräume wachsen weiter und damit auch ihre Probleme, wie steigende Mieten, Lärm, Umwelt- und Hitzebelastung für die Einwohner. Für eine gesunde und gleichmäßige Entwicklung muss man auch das Land fördern. Aktuell sind die Großstädter die Wessies des Ostens. Verstärkt sich das Gefühl des Abgehängtseins, wird sich dies auch weiter politisch widerspiegeln.