Verteidiger schließen Kohlmann aus Verband aus

Pro-Chemnitz-Kopf agiert vereinswidrig - Kammer prüft Verfahren

Dresden.

Die Vereinigung der Strafverteidiger Sachsen/Sachsen-Anhalt hat den Anwalt und Pro- Chemnitz-Kopf Martin Kohlmann ausgeschlossen. Das teilte Vereinsvorsitzender Andreas Boine der "Freien Presse" mit. Kohlmanns Handeln widerspreche Vereinszielen. Die Bürgervereinigung Pro Chemnitz habe nach dem gewaltsamen Tod eines Deutschen den Haftbefehl gegen einen der Verdächtigen veröffentlicht. "Das ist ein Verstoß gegen Verfahrensrechte des Beschuldigten", so Boine. Der Anwaltsverein könne das nicht hinnehmen. Der Ausschluss Kohlmanns aus dem Verband sei aber nicht mit Konsequenzen für seine anwaltliche Tätigkeit verbunden. Strafermittlungen, die die Staatsanwaltschaft Dresden im gleichen Zusammenhang gegen Kohlmann führt, dauern an, so Behördensprecher Lorenz Haase. Kohlmann selbst behauptet, den Haftbefehl nicht hochgeladen zu haben.

Die Rechtsanwaltskammer Sachsen prüft unterdessen, ob ein berufsrechtliches Verfahren gegen Kohlmann einzuleiten ist. Hintergrund sind umstrittene Äußerungen Kohlmanns im Prozess gegen die Rechtsterroristen der "Gruppe Freital". Zudem prüft die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden, ob er bei einer Demonstration in Chemnitz zu Straftaten aufrief. Kohlmann gilt als Rechtspopulist mit Kontakt zur rechtsextremen Szene. eu

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