Vier tödliche Unfälle - drei Anklagen

Zwischen Dezember und März starben auf den Straßen der Region ein Mädchen, eine junge Frau und drei Senioren. Die Staatsanwaltschaft spricht in drei Fällen von fahrlässiger Tötung. In einem weiteren Fall wird keine Anklage erhoben.

Nach vier tödlichen Unfällen, die sich zwischen Dezember und März auf den Straßen der Region ereignet haben, hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz in drei Fällen Anklage gegen Tatverdächtige erhoben. In  So muss sich ein 21-Jähriger wegen des Todes einer Elfjährigen verantworten. Den Ermittlungen zufolge fuhr er am 19. März mit seinem Wagen nahe Penig an einer Bushaltestelle ein Mädchen an, das ohne auf den Verkehr zu achten, hinter einem Bus die Straße überqueren wollte. Das Kind starb an schweren Kopfverletzungen noch am selben Tag im Krankenhaus. Laut Anklage befand sich kurz vor der Haltestelle ein Gefahrenzeichen, das auf "Kinder" und den werktags und samstags verkehrenden Schulbus hinwies. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hätte der Angeschuldigte den Unfall vermeiden können.


Eine 59-Jährige muss sich nach einem Unfall nahe dem Chemnitzer Brühl wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht verantworten. Sie soll am 19. Dezember mit ihrem Auto an der Georgstraße eine 20-jährige Fußgängerin angefahren habe, die gerade die Fahrbahn überquerte. Die Frau wurde auf die Windschutzscheibe des Autos und die Straße geschleudert, von einem entgegenkommenden Auto erfasst, das wiederum mit dem Unfallopfer zusammenstieß. Die junge Frau starb noch an der Unfallstelle. Die 59-Jährige floh mit ihrem Auto. Nicht zuletzt die Auswertung von Bildern der Videoüberwachung hatte zum Ermittlungserfolg in diesem Fall geführt.


Wegen fahrlässiger Tötung angeklagt werden soll derweil auch ein 42-Jähriger nach einem Unfall auf der Hainstraße. Am 11. Dezember wollten zwei Senioren im Alter von 73 und 82 Jahren die Hainstrasse überqueren. Weil der 42-Jährige nach Auffassung der Staatsanwaltschaft zu schnell fuhr, kam es zur Kollision mit dem Paar. Die beiden starben wenige Tage später.


Im vierten Fall einer tödlichen Kollision erhebt die Staatsanwaltschaft unterdessen keine Anklage. Bei dem Unfall am 8. Januar war auf der Zwickauer Straße eine 56-Jährige gestorben. Sie war beim Überqueren der Straße von einem Fahrzeug erfasst, auf die Gegenfahrbahn geschleudert und dort von einem entgegenkommenden Fahrzeug überrollt worden. Laut einem Sachverständigen war die Kollision für die beteiligten Fahrer aufgrund mehrerer ungünstiger Umstände unvermeidbar. Das Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung ist eingestellt. (fp)

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