Volkswagen beginnt in Zwickau mit Serienfertigung des ID.3

Mit seinem ersten vollelektrischen Fahrzeug will VW den Wandel zur Elektromobilität schaffen. In Zwickau rollen nun die ersten Exemplare des ID.3 vom Band. Die Erwartungen sind groß.

Zwickau. Volkswagen hat mit dem Bau seines ersten rein elektrischen Fahrzeuges in Großserie begonnen. Vorstandschef Herbert Diess eröffnete am Montag im Zwickauer Werk die Produktionslinie für den ID.3. Der Wagen soll beim größten Hersteller der Welt das Massengeschäft mit elektrischen Fahrzeugen etablieren und die Grundlage für weitere Varianten mit alternativem Antrieb werden.

"Wir stehen vor einem Systemwechsel zur Elektromobilität", sagte Diess. Zum Start der Fertigung an dem sächsischen Standort kamen auch Kanzlerin Angela Merkel und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU). Merkel sagte in Zwickau "erhebliche Anstrengungen" für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos zu: "Wir glauben, dass wir das politisch flankieren müssen." Am Montagabend ist ein "Autogipfel" im Kanzleramt in Berlin geplant, bei dem Politik, Branchenvertreter und Gewerkschafter einen konkreten Plan unter anderem für ein höheres Tempo beim Ausbau des Elektroauto-Ladenetzes diskutieren wollen.

Bereits im nächsten Jahr will VW in Zwickau rund 100 000 Elektroautos mit dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) fertigen, mittelfristig sind bis zu 330 000 Stück pro Jahr geplant. Vom Sommer 2020 an soll es den ID.3 dann in ganz Europa zu kaufen geben - rund 35 000 Reservierungen internationaler Kunden liegen den Angaben zufolge bereits vor. Von 2021 an baut VW in Zwickau ausschließlich Elektroautos - vorgesehen sind sechs Modelle für drei Konzernmarken. Auch die Werke in Emden und Hannover sollen 2022 mit dem Bau von E-Autos beginnen.

Thomas Ulbrich, VW-Markenvorstand für E-Mobilität, sprach vom Beginn einer neuen Zeitrechnung. "Für das Werk, für Volkswagen, aber auch ein Stück für die deutsche Automobilindustrie."

Das Zwickauer Werk mit rund 8000 Beschäftigten wird bei laufender Produktion zur ersten E-Auto-Fabrik Deutschlands umgebaut. Die Produktion läuft künftig verstärkt automatisiert, rund 1700 Roboter kommen für den Bau der neuen Stromer zum Einsatz. Für die Umrüstung wurden unter anderem Karosseriebau, Lackiererei und Montage umgerüstet, Produktionshallen neu aufgebaut und erweitert, eine neue Eisenbahntrasse eingerichtet.

Betriebsratschef Bernd Osterloh gab sich optimistisch, dass der ID.3 beim Verbraucher ankommt. Damit biete VW ein E-Fahrzeug zum Preis eines Diesel-Golfs. Osterloh mahnte ebenfalls, so rasch wie möglich die Ladeinfrastruktur auszubauen: "Das wird kaufentscheidend sein." Unter den Mitarbeitern herrsche größtenteils Zustimmung für den Wandel zur E-Mobilität. Bis 2029 hat VW den Mitarbeitern eine Beschäftigungssicherung zugesagt, diese gilt auch für das Werk in Zwickau. (dpa)

 

 

4Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    1
    Zeitungss
    05.11.2019

    @Lesemuffel: Dieser Ausspruch ging schon lange verloren.

  • 2
    5
    cn3boj00
    04.11.2019

    Dieses Auto wird eher kein Massenprodukt, so sehr man es sich wünscht. Die Frage ist doch: wenn man sich ein Auto zum Preis eines Diesel-Golfs kauft, welchen Mehrwert hat man davon? Ist der ID3 besser als ein Golf? Ich weiß es natürlich nicht, habe aber Zweifel. Denn wir reden ja nicht über ein Auto für ein paar Umweltenthusiasten oder auch Superreiche die sich das zum Schuhe kaufen hinstellen, sondern über ein Massenprodukt, von dem ich auch den Durchschnittsdeutschen begeistern soll, der zwischen Umwelt und Spaß am Auto eine klare Trennung vollzieht. Menschen kaufen das nicht weil man ihnen eine schlechtes Gewissen macht, sie kaufen es erst wenn sie daran Freude haben.
    Auf jeden Fall ist es für VW zu aller erst kein Auto um fortschrittliches Umweltbewusstsein zu demonstrieren, sondern eine Notwendigkeit, um Strafen für zu hohe Flottenemissionen zu vermeiden. Für jeden ID3 kann VW auch eine weitere Dreckschleuder verkaufen. Und nicht umsonst konzentriert VW die Produktion des deutschen Lieblingsautos am Stammsitz.
    Wenn man etwas für die Breite tun wollte, brauchte es einer preislichen Abrundung bis 15000 und vielen gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie kostenloses Parken mit induktiven Ladezonen, City-Maut für Verbrenner usw.
    Länder, die keine eigene oder nur eine unbedeutende Autoindustrie haben werden uns das vormachen, aber Deutschland wird wieder ausscheren, weil man es nicht mit der Autoindustrie anlegen kann. Deshalb wird der ID3 eher ein Exportauto werden, und vielleicht verlagert man die Produktion dann nach Spanien, wo die Menschen dem Klimaschutz viel aufgeschlossener gegenüberstehen.

  • 7
    3
    Lesemuffel
    04.11.2019

    Ja, Automatisierung, Robotik, Digitalisierung schreiten voran. Ob sich die Shareholder value auch an Henry Ford erinnern, der angesichts der Einführung des Fließbands seinerzeit meinte:"Denkt auch dran, Autos kaufen keine Autos"!

  • 9
    25
    DTRFC2005
    04.11.2019

    Wenn ich mir das Datenblatt des E Autos anschaue und es hoffentlich in naher Zukunft ausreichend Ladestationen gibt, wäre dies auf jeden Fall eine super Option zum Umstieg.



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