Warnstreik der Lehrer: Regionen Chemnitz und Zwickau am Mittwoch betroffen

Chemnitz. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verdi rufen angestellte Lehrer in Sachsen wegen zäh verlaufender Tarifverhandlungen noch vor den Winterferien zu Warnstreiks auf. Diese sollen regional für jeweils einen Tag stattfinden: am kommenden Dienstag in der Region Leipzig, am Mittwoch (13.2.) in der Region Chemnitz und Zwickau und am Donnerstag in Dresden. Zentrale Protestkundgebungen finden in den drei Städten statt, am Mittwoch 11 Uhr in Chemnitz auf dem Parkplatz der Johanniskirche.

Hintergrund sind die aktuellen Tarifverhandlungen, deren zweite Runde am Donnerstag ohne nennenswerte Fortschritte in Potsdam zu Ende gegangen war. Die Forderungen der Gewerkschaften lägen schon lange auf dem Tisch, sagte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Uschi Kruse, in Dresden. Die Arbeitgeber hätten auch in der jüngsten Runde kein annehmbares Angebot vorgelegt. Dreh- und Angelpunkt sei der Personalmangel im öffentlichen Dienst - nicht nur bei Lehrern. Es sei klar, dass da dringend etwas getan werden müsse.

Es gehe bei den Lehrern um sehr viel, deshalb seien sie auch kampfbereit, sagte der Vorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt. Mit Blick auf die seit kurzem laufende Verbeamtung junger Lehrer in Sachsen sieht er die «Streik- und Aktionsbereitschaft» nur geringfügig gesunken. Beamte dürfen nicht streiken. Kruse wies darauf hin, dass verbeamtete Lehrer nach der Rechtssprechung aber nicht als Vertretung für streikende Lehrer eingesetzt werden dürfen.

Die Gewerkschaften verlangen unter anderem sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro zusätzlich pro Monat. Außerdem geht es um die sogenannte stufengleiche Höhergruppierung. So fallen zum Beispiel viele Lehrer bei Höhergruppierungen eine Erfahrungsstufe zurück; diese Stufe richtet sich nach der Dauer der Beschäftigung. GEW-Chefin Kruse forderte die sächsische Regierung erneut auf, sich bei den Verhandlungen in Potsdam für eine Lösung des Problems einzusetzen. (tz/fp/dpa)

Bewertung des Artikels: Ø 4.7 Sterne bei 3 Bewertungen
3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 14
    5
    Pixelghost
    08.02.2019

    @bikermario65, Streikrecht der Angestellten Lehrer gegen Schulpflicht der Schüler. Lehrer dürfen zum Zwecke des Streiks der Arbeit fern bleiben. Das ist Grundrecht.

    Schüler können für die Umwelt NACH dem Unterricht demonstrieren. Ihre Pflicht ist es, sich, auch wenn die Lehrer Warnstreik machen, zur Schule zu begeben. Vielleicht hat die Schule ja Beamte. Die dürfen nicht streiken und können sich um die Kinder kümmern.

  • 5
    5
    AmZeisigwald
    08.02.2019

    Hier fehlt die Schülergewerkschaft...gründen Sie doch eine!

  • 9
    23
    bikermario65
    08.02.2019

    Wenn Schüler für die Umwelt auf die Straße gehen und der Schule fern bleiben droht man ihnen harte Strafe an, anders ist es bei den drohenden, sie vernachlässigen ihre Pflicht als Erzieher und lassen die Kinder im Stich



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